Aufwändige Reparatur und Modernisierung: Glockenspiel im Rathausturm muss noch länger pausieren

von Hansestadt Lüneburg im Juli 2020

(sp) Lüneburg. Es ist eine feste Tradition, die derzeit von Lüneburgern und Touristen schmerzlich vermisst wird: Seit Wochen schon ist das Glockenspiel hoch oben im Rathausturm verstummt. Grund dafür ist eine abgenutzte Steuerung zwischen Glockenspiel und Uhr, durch die es zuletzt zu Fehlern beim Abspielen der Musikstücke kam. „Abgenutzt sind die Stifte an der mechanischen Schaltuhr, die auf einem Rad liegen und die die verschiedenen Melodien steuern“, erklärt der Glockenbeauftragte aus dem Rathaus, Jürgen Schülke. Durch eine Fachfirma wurde daher Mitte Juni der mechanische Schaltkontakt ausgebaut. Die Reparatur sollte rund zwei Wochen in Anspruch nehmen.



Doch die festgestellten Mängel erwiesen sich als schwerwiegender. Jetzt haben die Spezialisten mitgeteilt: Das Rädchen kann nicht repariert werden, sondern muss vollständig ersetzt werden – zusammen mit weiteren mechanischen Bauteilen. „Nur durch den vollständigen Austausch der Glockenspielsteuerung können wir künftig eine korrekte Wiedergabe der Melodien sicherstellen“, so Schülke. Erhalten bleiben sollen derweil das alte Bandspielgerät einschließlich des Glockenspieltisches als besonderes technisches Zeitzeugnis.

Mit der Reparatur des Glockenspiels wird parallel eine Pendelsteuerung eingebaut. Diese korrigiert das mechanische Turmuhrwerk aus dem 19.Jahrhundert durch ein Anhalten des Pendels, ohne dass dadurch das mechanische Turmuhrwerk beeinträchtigt wird. Zeitgleich werden die Porzellanglocken neu befestigt, um künftig ein noch genaueres Anschlagen der Glocken zu ermöglichen.



Durchgeführt werden können alle Arbeiten laut beauftragter Fachfirma voraussichtlich Mitte August. Dann haben die Lüneburger nicht nur endlich ihre beliebte Tradition zurück, sondern dann können sich auch wieder auf die Uhrzeit verlassen, die die Rathausuhr ihnen anzeigt. „Aktuell geht die Uhr regelmäßig vor, obwohl ich die Uhrzeit ständig korrigiere“, so Schülke. „Witterungsbedingt läuft die Uhr mal schneller und mal langsamer, das wird normalerweise durch die Steuerung korrigiert.“



Archiv-Fotos: Hansestadt Lüneburg


© Fotos: Hansestadt Lüneburg

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