Jedem OB Kandidaten und jeder OB Kandidatin habe ich folgende Frage gestellt

von Lüneburg Aktuell im September 2021

Schaffen es nur Reiche auf den Posten eines Oberbürgermeisters? oder

“Wes Brot ich ess, des Lied ich sing?“

Viele oder einige Kandidaten und Kanditatinnen für die Position des Oberbürgermeisters müssen ihren Wahlkampf selbst bezahlen. Nach meinen Recherchen können das dann schon mal 50- bis 70.000 Euro sein. Häufig wird da im Wahlkampf über Unabhängigkeit gesprochen. Ist das realistisch oder wird der eine oder die andere gesponsert? Plakate, Anzeigenkampagnen, Zeitaufwand der Helfer, Druckkosten, Werbung Online und in Printmedien und so weiter und so fort. Auf den Tischen der Wahlkampfverantwortlichen müssen sich die Rechnungen sammeln. Wer bezahlt das alles? Darüber hinaus spielt die Zeit eine große Rolle.Wie schafft man das trotz eines Anstellungsvertrages oder einer selbstständigen Tätigkeit? Diese Frage hat einer der Kandidaten selbst ins Spiel gebracht. Für unsere Leser, also die Bürger der Stadt Lüneburg stellt sich generell die Frage nach der Unabhängigkeit? Nicht selten finde ich das Thema in den verschiedenen sozialen Medien und auch in persönlichen Gesprächen wieder. Da diese oder ähnliche Fragen mich vermehrt erreichen, wäre ich dankbar für eine Stellungnahme damit wir die Fragen und natürlich auch die jeweiligen Antworten veröffentlichen können und hoffentlich dürfen.“ Mit freundlichen Grüßen Winfried Machel

Hier die Antwort von Don William Kerber

Sehr geehrter Herr Machel, von einer „Materialschlacht“ habe ich nicht nur aus Kostengründen Abstand genommen. Ich bin überzeugt davon, dass eine solch intensive Plakatierung selten eine Wahlentscheidung beeinflusst. Im Gegenteil kann sie sogar Betrachter abschrecken, wie mir von vielen Seiten berichtet worden ist. Um als Neuling bekannt zu werden, reichen die Printmedien ebenso wie das Internet. Benachteiligt fühle ich mich allerdings durch die Zeitung. Ich hatte bereits im vergangenen Jahr einer Journalistin zu meiner beabsichtigten Kandidatur ein Interview gegeben, was nicht veröffentlicht wurde mit dem Hinweis, dass ich bis dahin politisch noch nicht in Erscheinung getreten war. Hinzu kommt meine späte Nominierung, weshalb ich u. a. aus Termingründen zu einer Veranstaltung des NDR nicht eingeladen worden bin. Da ich von keiner Partei unterstützt werde und auch bisher kein politisches Amt innehatte, musste ich Unterstützerunterschriften sammeln, durfte damit aber auch erst nach der Wahlbekanntmachung beginnen. Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich die Medien bereits ausschließlich um die übrigen Bewerber gekümmert. Eine ganz klare Benachteiligung von Kandidaten, die von keiner Partei unterstützt werden. Am teuersten war meine Wahlwerbung in 2 Ausgaben von Quadrat Lüneburg. Und am meisten gekostet hat es Zeit. Meine Zeit, und die Zeit vieler Freunde und Bekannte, denen ich es auch verdanke, dass sie mich zu meiner Kandidatur gedrängt und mir immer wieder Mut gemacht haben, die Sache bis zum Wahltag durchzustehen. Mit freundlichen Grüßen Don William Kerber


© Fotos: Privat

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