Lüneburg, am Freitag den 12.04.2024

Die Wende: Unfug darf bleiben

von Carlo Eggeling am 12.05.2023




Es war unmöglich, eine Wohnwagensiedlung zwischen Waldfriedhof und Kaltenmoor einzurichten — diese Haltung des Rathauses ist Geschichte: Das Projekt Unfug soll eine sogenannte Duldung durch die Stadt erhalten. Entsprechende Anfragen, die LA in den vergangenen Tagen gestellt hat, haben beide Seiten bestätigt.



Die Pressestelle der Stadt formuliert es so: „Die Hansestadt Lüneburg beabsichtigt, dem Wohnprojekt Unfug einen sogenannten „Duldungsbescheid“ zu erteilen. Damit kann ein kleiner, begrenzter Teil des Grundstücks von dem Wohnprojekt weiterhin zum Abstellen von Bauwagen genutzt werden. Der Bescheid wird keine Aussage zur Anzahl der zulässigen Bauwagen enthalten. Allerdings wird die Anzahl der zulässigen Bauwagen durch die Grundstücksgröße und die einzuhaltenden bauordnungsrechtlichen Grenzabstände begrenzt.“

Man habe eine gemeinsame Lösung entwickelt, heißt es. Unfug-Mitbewohner Sven Schupp fasst die Sicht des Projekts zusammen: „Wir freuen uns über den Duldungsbescheid. Er ist das sichtbare Ergebnis von konstruktiven Gesprächen mit Politik und Verwaltung. Ein Ergebnis, das Unfug langfristig absichert und auf das wir weiter aufbauen können. In den letzten eineinhalb Jahren haben wir offene Fragestellungen benannt und gemeinsam mit der Verwaltung Stück für Stück Lösungswege gefunden. Der Duldungsbescheid entspricht einerseits rechtlichen und sicherheitstechnischen Vorgaben, andererseits eröffnet er uns Räume alternative Lebens- und Wohnweisen zu ermöglichen.“

Die Auflagen der Verwaltung, die auch fraktionsübergreifend von Ratsparteien getragen werden: „Im Rahmen der von ihnen übernommenen Verkehrssicherungspflicht müssen die Bewohnenden von Unfug die an die Bauwagen angrenzenden städtischen Waldflächen bis auf die doppelte Baumlänge zweimal jährlich durch Fachpersonal kontrollieren und etwaige Gefahrenquellen in Abstimmung mit der Stadt beseitigen. Außerdem müssen Feuerungsanlagen und dergleichen vor ihrer Inbetriebnahme durch den Schornsteinfeger abgenommen werden.“

Und weiter: „Hierzu ist gemeinsam mit den Mitgliedern des Wohnprojektes eine gut vertretbare Lösung entwickelt worden. Durch die Einhaltung des Grenzabstandes und durch Auflagen zu Einrichtungen zur Verhinderung von Funkenflug ließen sich die brandschutzrechtlichen Bedenken bewältigen. Das Wohnprojekt übernimmt die Verkehrssicherungspflicht für die nahe stehenden Bäume auf den angrenzenden Waldflächen. Auch die übrigen sicherheitsrelevanten Gesichtspunkte konnten gemeinsam gelöst werden.“

Mitbewohner Sven Schupp sagt: „Wir hoffen, dass die Politik auf Landes- und Bundesebene in den nächsten Jahren Rahmenbedingungen schafft, die Wohnformen wie unsere fördern. Erstmal werden wir den Duldungsbescheid genauer analysieren und entsprechende Schritte einleiten. Aktuell bauen wir unseren Wohnraum weiter aus und suchen neue Mitbewohner*innen. Unfug bleibt erhalten. Die Freude darüber ist bei uns und unseren Freund*innen und Bündnispartner*innen groß.“ Carlo Eggeling

Die Bilder zeigen die Situation der Anlage. Das Haupthaus wird gerades saniert, darum stehen einige Bauwagen.

© Fotos: ca


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