Lüneburg, am Dienstag den 31.01.2023

Lebensgefährlicher Tortenheber

von Carlo Eggeling am 25.01.2023


Lebensgefährlicher Streit zweier Großfamilien
Der Mann nahm die Vorladung nicht so ernst und fehlte zum Prozessauftakt am Dienstagmorgen vor dem Lüneburger Landgericht. Am Nachmittag konnte das Verfahren dann doch starten: Die Polizei stöberte ihn in Uelzen auf, brachte ihn in den Gerichtssaal zum Vorsitzenden Richter Michael Herrmann und seinen Kollegen. Künftig erscheint der Angeklagte pünktlich zur Verhandlung -- er kassierte einen Haftbefehl und sitzt nun in einer Zelle.
Wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes müssen sich seit Dienstag sieben Männer im alter von 54, 42, 31, 30, 29, 24 und 20) Jahren vor dem Lüneburger Landgericht verantworten. Es geht um zwei Großfamilien, die im Juni 2021 in Lüchow aneinander geraten sein sollen. Die Angeklagten sollen eine Wohnung gestürmt haben und auf die andere Familie, die Bezüge nach Nordenham hat, losgegangen sein: mit Fäusten, Baseballschlägern und gar einem Tortenheber. Ein der Anwesenden soll mit dem Tode bedroht worden sein.
Die Familien sind den Ermittlern aus anderen Verfahren gut bekannt. Eine Familie besitzt Verbindungen nach Lüneburg, hier war sie in spektakuläre Straftaten darunter eine Schießerei verwickelt. Ermittelt hat in dem Fall die Stader Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für die Verfolgung von Clan-Kriminalität. Der Prozess wird am 7. Februar fortgesetzt.

Organisierte Täter aus Georgien
Offenbar hatte die Polizei das Trio schon länger in Verdacht: Anfang Dezember schlugen die Beamten zu, das Mobilie Einsatzkommando aus Lüneburg griffen sich die Spezialisten die 25, 29 und 30 Jahre alten Männer auf dem Gelände einer Tankstelle in Faßberg. Die Georgier waren kurz zuvor in Ebstorf im Kreis Uelzen in ein Haus eingestiegen und hatten fette Beute gemacht: Schmuck und Uhren im Wert von 180 000 Euro. Fahnder verfolgten sie.
Gerade hat sich die den Fall ermittelnde Polizei aus dem Heidekreis an die Öffentlichkeit gewandt, weil sie bei Durchsuchung weitere Gegenstände gefunden hatte -- mutmaßlich alles gestohlen.
Auf Nachfrage bestätigt Polizeisprecher Olaf Rothardt in Soltau, dass seine Kollegen davon ausgehen, dass sie es mit einem Fall von organisierter Kriminalität zu tun haben. Dafür sprächen das Vorgehen, zudem ist einer der Beschuldigten bereits im Ausland aufgefallen. Zu Einzelheiten will die Polizei im Moment nichts sagen. Aus anderen Verfahren ist bekannt, dass organisierte Gruppen aus Georgien regelmäßig in Westeuropa und gern auch in Deutschland auf Beutezug gehen.

Die drei mutmaßlichen Einbrecher sollen zwischen Oktober und Dezember mindestens 14 Taten begangen haben, mutmaßlich mehr. Die Tatorte lagen im in Munster, Soltau, Hodenhagen, Uelzen, Ebstorf, Bergen und Faßberg. "Nachweislich hielten sich die Beschuldigten auch in den Landkreisen Verden und Harburg sowie in Hannover und in Hamburg auf, sodass nicht auszuschließen ist, dass sie dort ebenso Wohnungseinbrüche begangen haben, die noch nicht der Serie zugeordnet werden konnten", berichtet Rothardt. Bei den Taten soll ein schwarzer Alfa Romeo eiine Rolle gespielt haben. Die drei Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Sehr ehrlich

Ein Umschlag mit der Aufschrift 19 000 Euro lag in Rotenburg auf der Straße. Eine 59-Jährige glaubte am Dienstagnachmittag zunächst an einen Scherz, als sie nachschaute, knisterten allerdings tatsächlich Scheine in dem Kuvert. "Sie ging zur Polizei", berichtet Polizeisprecher Heiner van der Werp. Und dort wiederum meldete sich ein 67-Jähriger: Er habe den Umschlag auf sein Autodach gelegt und sei losgefahren -- riesen Schreck. Er konnte die Stückelung nennen und bekam sein Geld zurück. ca

© Fotos: ca


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