Lüneburg, am Freitag den 19.07.2024

Umstrittene Pläne für Kaltenmoor

von Carlo Eggeling am 20.06.2024


Nachdem Lüneburg aktuell berichtet hat, dass die Verwaltung plant, kein Stadtteilzentrum in Kaltenmoor in der ehemaligen AWO-Kita einzurichten und sich damit über einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2018 hinweg setzt, der bislang nicht formal aufgehoben wurde, greift nach der SPD nun auch die Linke das Thema auf und will es in der heutigen Ratssitzung diskutieren. ca

Ratsfrau Marianne Esders schickt dazu eine Erklärung:

Stadtteilhaus in beengten Räumlichkeiten kann nur erster Schritt sein - Wir brauchen ein Versorgungszentrum und integrative Stadtteilentwicklung in Kaltenmoor


In der Ratssitzung am 20. Juni 2024 wird die Umsetzung eines Stadtteilhauses für den Stadtteil Kaltenmoor diskutiert und beschlossen. Dazu sagt Marianne Esders, Mitglied des Stadtrates für Die Linke:

„Ich sehe die vorgeschlagene Anmietung der Räumlichkeiten im Ökumenischen Zentrum Kaltenmoor nur als einen Baustein eines integrierten Konzeptes zur Stadtteilentwicklung in Kaltenmoor. Daher darf der Umbau der AWO-Kita inklusive der dazugehörigen Fördermittel nicht als Option verfallen, sondern sollte zusätzlich zu einer schnellstmöglichen Anmietung der Räumlichkeiten St. Stephanus weiterhin Bestandteil eines integrierten Handlungskonzeptes bestehen bleiben.

Es ist mir ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass die betreffenden Akteur*innen in Kaltenmoor in den Planungs-, Entscheidungsfindungs- und Umsetzungsprozess bisher kaum eingebunden wurden und ohne Möglichkeit der Mitsprache bzw. Mitbestimmung vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf.

Da es noch weitere Themen in Kaltenmoor gibt, die adressiert werden müssen, (z.B. die Absicherung der medizinischen Grundversorgung), sollte Ziel der Bestrebungen die Planung und Umsetzung eines Versorgungszentrums unter Einbeziehung der betreffenden Akteur*innen sein sowie eine umfassende Stadtteilentwicklung vorangetrieben werden.

Der Mietvertrag zwischen St. Stephanus, St. Marien und Frau Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch ist schon vorformuliert und aufgesetzt, bevor der VA und Rat eine finale Entscheidung getroffen haben. Es entsteht der Eindruck, die Stadtverwaltung wolle im Zeitraffer Versäumnisse nachholen. Dabei versäumt sie selbst die Möglichkeit, mit den vom Stadtteilhaus angesprochenen Akteur*innen ins Gespräch zu gehen, um sich den nötigen Einblick in lokale Bedürfnisse zu verschaffen, diese in der Umsetzung ausreichend abzubilden und breite, auf Langfristigkeit angelegte konzeptionelle Überlegungen anstreben zu können.

Der Stadtteil Kaltenmoor braucht keine weiteren beengten Räumlichkeiten, die angemietet werden, um schnell ein halbwegs zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Was Kaltenmoor braucht, ist ein regionales Versorgungszentrum. Ein solches Versorgungszentrum, das gut durchdacht und umgesetzt wird, könnte als Modellprojekt gelungener Stadtteilarbeit auch problemlos die nötigen Fördermittel anziehen. Dafür braucht es eine Kommunikationsleistung, die eine gute Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit den betreffenden Akteur*innen in Kaltenmoor und eine Integration dieser Akteur*innen in die Planungs-, Entscheidungsfindungs- und Umsetzungsprozesse gewährleistet.“

© Fotos: ca


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