Lüneburg, am Sonntag den 22.02.2026

130 Jahre Licht

von Carlo Eggeling am 23.01.2026


Aufgespießt
Leuchten

Lüneburg hat sein Lichterkleid übergeworfen, festliche Stimmung, Giebel im Licht -- hach, wie war das muckelig, als wir die Formulierungen im November und Dezember lesen durften. Wortgirlanden, die knitterten wie Omas gebrauchtes Geschenkpapier, weil zu gut zum Wegwerfen.
Wie gut, dass die stille Zeit zu Ende geht, denke ich regelmäßig, wenn Tannenbäume im Bioabfall landen. Auch die Stadt rüstet ab. Also fast. Aus einem Fördertopf namens Resiliente Innenstadt kam ordentlich Geld, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken, das meint der Begriff nämlich unter anderem. 34 "leuchtende Giebel" verschönerten daraufhin Laternenmasten. 71 000 Euro kosteten die in Form gebrachten Lichterketten. Stabsstellenleiter Carl-Ernst Müller, ganz nah dran am irgendwie immer geplanten Wandel und Aufschwung von Lüneburgs Mitte, hatte bei einer Vorstellung im Rathaus verkündet, die filigranen Leuchtschlangen könne man aufgrund ihrer Betriebsdauer 130 Jahre funzeln lassen. Das ist ohne Zweifel nachhaltig. Zwischendurch wird man es über dieses Jahrhundert als von gestern empfinden, dann als historisch und toll. Mehr geht nicht.

Schön ist auch die Multifunktionalität. Denn es giebelt noch immer LED-mäßig an den Laternen. Das passt auch, denn auch zu Ostern kann man so ein Lüneburg-Gefühl aufdimmen. In den ersten Supermärkten dürften demnächst Schoko-Osterhasen skurrilerweise Ostereier ausbrüten. Ich freue mich auf die nächste Pressekonferenz zum Thema, bei der Marketing-Experten dem staunenden Publikum ausmalen, wie clever das Ganze ist. Quasi das Osterei des Kolombus. Echte Leuchten eben. carlo

© Fotos: ca


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