AfD holt Beatrix von Storch — Protest formiert sich
von Carlo Eggeling am 06.01.2026Bleckede rechnet sich die AfD beste Chancen aus, mit mehreren Vertretern in den Stadtrat einzuziehen. Ein lokaler Bauunternehmer unterstützt die Gruppierung, sie findet Raum für ihre Treffen mit Parteigrößen, Maximilian Krah war da, Tino Chrupalla, Parteichef und Co-Vorsitzender der Bundestagsfraktion auch. Ein weiteres Gesicht der Partei, Beatrix von Storch, soll ins Bleckeder Haus kommen. Am 30. Januar lädt die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch" eingestufte Partei zum Neujahrsempfang an der Elbe ein.
Der Text findet sich bei Instagram: "Neben unserem Kreissprecher und MdL Stephan Bothe und unserem Landessprecher Ansgar Schledde freuen wir uns auf Vanessa Behrendt (MdL) und Beatrix von Storch (MdB), die sich beide einen Namen im Kampf gegen die „Regenbogenideologie“ mit all ihren widerwärtigen Auswüchsen gemacht haben."
Erwartungsgemäß formiert sich Protest. Das Bündnis Bleckede blüht auf ruft zur Demo auf: "Wir gehen auf die Straße für Demokratie und Vielfalt." Auch die Lüneburger Antifa "unterstützt die Demo", Beatrix von Storch stehe für einen "reaktionären Anti-Feminismus". Gegner der AfD empfinden schon das Datum als Provokation. Am 30. Januar 1933 kamen die Nationalsozialisten mit Adolf Hitler in Deutschland die Macht, verantwortlich für den Weg in eine Diktatur und den Zweiten Weltkrieg, die Verfolgung und den Mord an Millionen von Juden in Konzentrationslagern.
Wollte die AfD sonst in kommunale Gebäude, versuchten Gemeinden und Landkreise das oftmals abzuwehren. Nicht immer mit Erfolg, die AfD klagte dagegen und gewann mehrfach. Nun erwartet die AfD Gäste im städtischen Bleckeder Haus. Bürgermeister Dennis Neumann sagt, auch andere Parteien dürften das Haus nutzen. Dafür habe man sich im Rat bewusst entschieden. Die AfD sei nicht verboten, also müsse man ihr das Gebäude zur Verfügung stellen: "Wir müssen da durch."
Im vergangenen Februar tagte die Partei schon einmal im Bleckeder Haus: "Daraus haben wir gelernt und Auflagen erlassen." Damals hatten Unbekannte Buttersäure verschüttet -- unerträglicher Gestank. Die Veranstalter müssten einen Sicherheitsdienst stellen, um das Gebäude zu schützen, auch eine Kaution verlange man. Selbstverständlich sei man mit der Polizei im Gespräch, um Sicherheit zu gewährleisten.
Durch die Politik in der Region zieht sich die Erzählung, die AfD wolle in Bleckede einen Ortsverband gründen. Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Stephan Bothe widerspricht: "Das ist nicht geplant. Ein Gerücht." Er sagt, aufgebracht habe es ein SPD-Kreistagspolitiker: "Wir haben das nie behauptet."
Bothe fordert, dass Stadt und Polizei für Sicherheit sorgen. Auch er geht von Protest aus und verweist interessanterweise auf die Demokratie, die man rechtsaußen eher abschaffen möchte: "Es gilt das Demonstrationsrecht."
Bothe hatte vor Wochen gegenüber LA erklärt, er stehe als Landratskandidat zur Verfügung, wenn seine Partei ihn nominiere. Bleibt es dabei? Die Antwort: "Kommen Sie am 30. Januar."
In Lüneburg werde die in der Region rund 200 Mitglieder starke Partei wahrscheinlich keinen OB-Bewerber benennen, es sei Aufgabe von CDU und SPD, sich gegen die Grüne Claudia Kalisch zu positionieren. Doch bislang gebe es offenbar niemanden, der für die Parteien antreten wolle. Ziel sei es, mit einer starken AfD-Fraktion in den Lüneburger Rat einzuziehen. Eben das wolle die AfD auch in Bleckede.
Konzepte der etablierten Parteien unter dem Stichwort Brandmauer waren augenscheinlich bisher auch in der Region wenig erfolgreich. Insofern sind Bothes Aussagen angesichts der allgemeinen Stimmung keine Fantasiegespinnste: Im Amt Neuhaus holte die Partei bei der Bundestagswahl Anfang 2025 fast 30 Prozent der Stimmen, mehr als die CDU. In Bleckede knapp 24 Prozent. Ostheide, Scharnebeck, Dahlenburg jeweils rund 20 Prozent. In Lüneburg waren es gut elf Prozent. Rausreißer gab es in Kaltenmoor mit dreißig Prozent.
Bothe sieht die Chancen seiner Partei dementsprechend auf dem Land und nicht in der Stadt mit ihrem universitär und bürgerlich gepägten eher grünen und linken Milieu. Im September wählt Niedersachsen Gemeinderäte und Bürgermeister. Es ist also damit zu rechnen, dass auch die AfD ihre "Prominenz" in die Säle zwischen Heide und Elbe holt. Im Gespräch ist Bundesvorsitzende Alice Weidel. Was sagt Bothe: "Warten Sie es ab, kein Kommentar." Ein Dementi klingt anders. Carlo Eggeling
Kommentare
am 08.01.2026 um 09:25:32 Uhr
Wer aus der Vergangenheit nicht gelernt hat ist gezwungen sie zu wiederholen!!!!
Es ist an uns dem entsprechenden entgegen zu wirken.
Never give up
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