Anschlag von Mölln
von Marienau am 27.02.2026Das teilt das Gymnasium Marienau mit:
Das Internatsgymnasium Marienau hat mit einem eindrucksvollen Abend am 25. Februar ein deutliches Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Als Teil des bundesweiten Netzwerks ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ verpflichtet sich die Schule, Diskriminierung aktiv entgegenzutreten und demokratische Werte nachhaltig zu stärken.
Zu Gast waren Ibrahim Arslan und Yasmina Alaoui. Ibrahim Arslan ist Überlebender des Brandanschlags von Mölln im Jahr 1992. Bei dem rassistisch motivierten Attentat kamen drei Angehörige seiner Familie ums Leben. Bereits im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13 anhand des Films „Der zweite Anschlag“ mit der Thematik beschäftigt. An diesem Diskussionsabend setzten sie sich vertieft mit den Perspektiven der Betroffenen auseinander.
Yasmina Alaoui ist Marienauer Altschülerin. Sie begleitete den Abend als Patin des Netzwerks ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘.
In seinem Vortrag berichtete Arslan eindringlich von den traumatischen Erfahrungen und ihren langfristigen Folgen. Er sprach über strukturellen und alltäglichen Rassismus und machte deutlich, wie wichtig es sei, Diskriminierung klar zu benennen. „Schweigen macht krank“, betonte er und forderte dazu auf, Zivilcourage zu zeigen und für andere einzustehen.
Gemeinsam mit Yasmina Alaoui diskutierte er mit den Jugendlichen über persönliche Erfahrungen mit Ausgrenzung. Dabei ging es auch um historische Zusammenhänge: Viele sogenannte Gastarbeiter seien in den 1960er- und 1970er-Jahren als Arbeitskräfte angeworben worden und hätten unter schwierigen Bedingungen gearbeitet. Ihre Kinder hätten häufig früh Verantwortung übernehmen müssen.
Ein bewegender Moment war Arslans Hinweis auf über 200 Solidaritätsbriefe aus der Bevölkerung, die seine Familie nach dem Anschlag nie erhielt. Erst Jahrzehnte später wurden diese Dokumente öffentlich bekannt und aktuell aufgegriffen im preisgekrönten Film „Die Möllner Briefe“.
Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie schulische Bildungsarbeit zur Sensibilisierung der Gesellschaft beitragen kann. Begegnung, Dialog und das bewusste Erinnern an die Opfer rassistischer Gewalt sind dabei zentrale Elemente.
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