Argumente für Elbbrücke ins Amt Neuhaus
von Carlo Eggeling am 31.03.2026Eine Mitteilung des Fördervereins für eine Elbbrücke:
Zur Wirtschaftlichkeit der geplanten Elbbrücke Neu Darchau hatte sich der Landtagsabgeordnete Detlev
Schulz-Hendel (Grüne) im Interview mit Hans Herbert Jenckel am 27.02.2026 wie folgt geäußert :
„Nein, eine Wirtschaftlichkeit ist angesichts der Verkehrsprognose nicht auch nur
ansatzweise erkennbar, geschweige dann belegbar. Bei rund 2000 Fahrzeugen am Tag
und rund 100 Millionen Baukosten ist das Projekt Brücke meilenweit von einem
positiven Nutzen-Kosten-Wert entfernt.“Für Kreisstraßen ist eine formale Nutzen-Kosten-Untersuchung
(NKU) nicht vorgeschrieben.
Der Förderverein Brücken bauen e. V. hat die Aussage des Herrn Schulz-Hendel gleichwohl einer fachlichen
Plausibilitätsprüfung unterzogen. Maßgeblich für eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) ist danach nicht die
absolute Verkehrsmenge, sondern der Nutzen je Verkehrsteilnehmer: Ein Pendler spart durch die feste Querung
jährlich ca. 110 Stunden Zeit – das entspricht fast drei Arbeitswochen gewonnene Lebenszeit. Hinzu kommen die
Vermeidung teurer Umwege und die Einsparung von Fahrzeugbetriebskosten sowie die erhebliche Klimawirkung
durch CO² -Reduktion.
Obwohl für Kreisstraßen eine NKU nicht vorgesehen ist, lässt sich die Wirtschaftlichkeit anhand einer
vereinfachten Modellrechnung unter Verwendung zentraler Elemente der Standardisierten Bewertung
nachvollziehbar darstellen.
Dabei wurden bewusst konservative Annahmen gewählt, insbesondere ein verkürzter Betrachtungszeitraum von 30
Jahren (statt der üblichen Lebensdauer von Brückenbauwerken von 80 Jahren).
Das Ergebnis korrigiert die Darstellung von Herrn Schulz-Hendel deutlich: Den jährlichen Kosten von ca. 3,69
Mio. € steht ein volkswirtschaftlicher Nutzen von ca. 6,45 Mio. € (inkl. CO²-Effekt) gegenüber.
Daraus ergibt sich ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,75 (inkl. CO²).
In der Verkehrsplanung gilt jedes Projekt mit einem Wert über 1,0 als wirtschaftlich sinnvoll. Die Elbbrücke liegt
somit weit über der Rentabilitätsschwelle.
Der fiskalische Hebel für den Landkreis:
Aufgrund der Förderquote von rund 75 % des Landes Niedersachsen für das Brückenprojekt beläuft sich der
Eigenanteil des Landkreises auf ca. 24 Mio. €. Setzt man diesen Eigenanteil ins Verhältnis zum gesellschaftlichen
Nutzen, ergibt sich ein Faktor von 4,4. Das bedeutet: Jeder eingesetzte Euro Eigenmittel erzeugt einen mehrfach
höheren Nutzen für die Bürger der Region.
Die Aussage, das Projekt sei „meilenweit von einem positiven Nutzen-Kosten-Wert entfernt“, hält einer sachlichen
Überprüfung nicht stand. Eine nachvollziehbare Berechnung auf Basis etablierter Bewertungsansätze führt
vielmehr zu einem klar positiven Ergebnis.
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