Lüneburg, am Dienstag den 12.05.2026

Baustellen-Impressionen von der Sparkasse

von Carlo Eggeling am 12.05.2026


Es ist ein bisschen wie beim Bergsteigen: "Vorsicht, Steinschlag!" Von oben ist das Gedröhn von Hämmern und Meißeln zu hören, ein Stockwerk tiefer rasseln Betonbrocken herunter, dazu ein Gestöber aus Staub. Wo einst Büros und Konferenzräume lagen und die Arbeitskleidung eher Kostüm und Sakko war, packen jetzt Männer in derben Klamotten, Helm und Arbeitsschuhen zu -- Baustelle der Sparkasse An der Münze. Es ist eine der prägendsten Adressen der Stadt, die ein anderes Antlitz erhalten, Handwerker regieren bekanntlich ebenfalls im IHK-Haus am Sand.

Angela Meyer betreut das 25-Millionen-Euro-Projekt für die Sparkasse, Timo Strauch ist Bauleiter für die Architekten gropp + Möller. Ortstermin. Es gehe gut voran, sind sich beide einig, man habe wenige Überraschungen erlebt, eine: Hinter der Fassade An der Münze versteckte sich Styropor. "Den hatten wir bei Probebohrungen nicht entdeckt", sagt Strauch. "Alles an Unvohergesehenem ist im Rahmen geblieben."Angela Meyer ist daher optimistisch: "Wir bewegen uns im geplanten Kosten- und Zeitrahmen." Ende kommenden Jahres soll der Neubau im Altbau wohl fertig werden, dann erfolgt die Abnahme, das Einrichten des Hauses. Im Frühjahr 2028 sollen die rund 200 Mitarbeiter zurückkehren können.

Das Ausräumen und der Abbruch des alten Gebäudes begann im vergangenen Sommer. Das Haupthaus aus den 1960er Jahren bleibt in weiten Teilen als Skelett erhalten, doch das muss Lasten künftig anders tragen, Wände verschwinden. In Decken, wie der, die Kundenhalle mit Empore und Glasdach einfasste, schneiden Handwerker Beton weg. Ein Teil der Stahlarmierungen ragt wie Stacheln heraus, wird später noch gebraucht.

Es geht durch einen Wald von Drehsteifen, Metallstangen, die Decken stützen. Denn darüber macht ein 16 Tonnen schwerer Bagger Tabula rasa. Das Gewicht müsse verteilt werden, erklärt Strauch. Ein paar Meter weiter erheben sich Spundwände -- Schutz vor dem Steinschlag.

Es sei großer Eingriff in die Statik, beschreibt der Architekt: Damals wurden Lasten durch sogenannte Überzüge eingehängt, die scheinbar frei schwebende Konstruktion der Kundenhalle musste in Gebäudeteilen verankert werden, die funktionieren wie Widerlager. Nun sollen Arbeiter das Haus quasi auf die Füße stellen, Wände und Säulen tragen – auch ein Stück Zukunftsplanung; denn stehen irgendwann wieder Umbauten an, sind die einfacher zu bewältigen.

Künftig soll der Komplex zwischen Münze, Waagestraße und Neuer Sülze lichte Innenhöfe und eine Art Kommunikationslandschaft erhalten. Arbeit habe sich verändert, Gruppen können für Meetings zusammensitzen, denn es werde durch die Digitalisierung mehr Homeoffice geben, hatte die Sparkasse zum Start ihren Ansatz umrissen. Pläne zeigen großzügige Flächen.

Ein gutes Dutzend Abbruchspezialisten arbeitet zwar mit traumhaftem Blick auf Rathaus, Kirchtürme und Dächermeer, aber die Männer arbeiten auf engem Raum. "Mehr Leute machen keinen Sinn", sagt Strauch. "Der Platz ist knapp. Denn wir brauchen Flächen, um Material zu lagern." Auch das "Drumherum" ist eng bemessen, Wand an Wand mit dem Sparkassenkomplex: "Das ist technisch anspruchsvoller als ein Neubau auf der grünen Wiese."

Die Logistik muss passen,für den Takt auf der Baustelle und aus Rücksicht für die Nachbarn. Baustellenverkehr An der Münze läuft zwischen sieben und elf, ansonsten geht es über die Neue Sülze. Kunststoffplanen sollen die Staubbelastung reduzieren.

Am Trakt, der in Richtung Waagestraße geht, klafft ein großes Loch. An drei Seiten eingefasst von Kellermauern, zu einer Seite haben die Architekten die Böschung mit Beton abstützen lassen. In den kommenden Wochen soll das Loch als Fundament für einen zweiten Baukran dienen, der mithilfe eines Autokrans in das Ensemble gehoben werden soll.

Später dient das Geviert als Regenrückhaltebecken: Kommt es durch extremen Regen zu einem sogenannten Jahrhunderthochwasser, kann das Wasser auf dem überbauten Gelände nicht versickern und die Kanalisation dürfte die Mengen nicht aufnehmen können. Es käme zu einem Rückstau. Der Puffer soll helfen.

Das "Aufräumen" geht weiter, bis nur noch das Skelett übrig bleibt, das das neu Haus trägt. Zeit für die nächsten Handwerker. Carlo Eggeling

Die Bilder geben einen Eindruck von der Baustelle. Sie finden auch ein Video auf unseren Seite.

© Fotos: ca


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