Lüneburg, am Donnerstag den 08.01.2026

Busgesellschaft schlittert weiter — Kritik und Erklärungen

von Carlo Eggeling am 06.01.2026


Die kreiseigene Nahverkehrsgesellschaft Moin hat an ihren ersten Tagen im Echtbetrieb mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Anzeigetafeln an den Bussen funktionieren nicht, HVV-Prepaid-Karten gibt es nicht oder nicht ausreichend, das bargeldlose Zahlungssystem ist vielen Kunden nicht bekannt. Die Politik hat die Moin mit viel Begeisterung begleitet. Doch nun rumpelt es ob der Schlaglöcher. Das ist dem Vorsitzenden des Mobilitätsausschusses des Kreises bewusst. Jakob Blankenburg sagt: "Wir werden uns die ersten Wochen der Moin anschauen, um zu gucken, ob und wo wir nachsteuern müssen. Ein bisschen Nachsicht muss haben haben, ein neues Unternehmen geht an den Start." Der SPD-Politiker betont, er sei dankbar "für Hinweise der Kunden".

Für die nicht recht ins Laufen kommende Anzeige-Tafeln an den Haltestellen heißt es von Blankenburg und der Moin, dafür sei unter anderem der Landkreis zuständig. Moin-Sprecherin Antonia Goldbeck: "Das digitale Fahrgastinformationssystem ist kein Aushangfahrplan, sondern zeigt die Abfahrtszeiten der Busse in Echtzeit an. Dafür ist es auf Echtzeitdaten angewiesen, bei deren Übertragung es momentan leider technische Schwierigkeiten gibt. Der Landkreis Lüneburg arbeitet gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Nordost-Niedersachsen (VNO) an einer Lösung." Anzumerken ist, dass die Politik so ein System bereits vor Jahren angemahnt hat, nun hängen die Tafeln seit Monaten und funktionieren gar nicht oder nur teilweise.

Während Kunden sich über mangelnde Informationen zum ausschließlich bargeldlosen Ticketsystem innerhalb der Stadt beklagen, verweist Moin darauf: "Die Regelung zur bargeldlosen Bezahlung auf den genannten Linien wurde im Vorfeld mit allen eingesetzten Partnerunternehmen verbindlich kommuniziert." Offenbar scheint dies trotzdem bei Kunden nicht angekommen zu sein.

Moin betont zudem: "Die hvv Prepaid Card ist nicht nur in der Mobilitätszentrale im Bahnhof Lüneburg, sondern auch bei über 50 weiteren Verkaufsstellen in der Region erhältlich." Allerdings schilderten Kunden am Montag, dass sie eben am Montag keine dieser Karten ergattern konnten. So berichtet ein LA-Leserin, sie habe probiert, an der einer von der Moin genannten Tankstelle in Adendorf eine Prepaid-Karte zu erhalten. Antwort: Man habe keine erhalten. Auch anderswo in Adendorf solle es keine Karten gegeben haben.

Das Büro der Moin in der Mobilitätszentrale im Bahnhof war am Montag nicht besetzt. Das räumt die Moin ein und spricht von "kurzfristig aufgetretenen technischen Problemen".

Montag war der Starttag der Moin quasi für den Betrieb unter realen Bedingungen -- für viele begann nach den Weihnachtstagen das Arbeitsleben wieder. Kunden standen dort kopfschüttelnd, weil sie keinen Ansprechpartner trafen.

Heute kamen weitere Klagen bei LA an. So soll es beim Schulbusbetrieb zu Problemen gekommen sein, berichtet eine Mutter. Auf der Facebook-Seite der Moin finden sich weitere Hinweise zu Ausfällen im Schulbusverkehr.

Unter der Rubrik Neuigkeiten auf der Internetseite der Moin hingegen findet sich dazu nichts. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hatte gestern von sich aus in einer Mitteilung darauf hingewiesen, dass es aufgrund von Schnee und Eis Probleme im Schulbusverkehr geben werden und Beispiele genannt -- in Lüneburg gab es dazu nichts.

Dass die Busse nicht nicht einheitlich im Farbton der Moin fahren, erklärt Sprecherin Goldbeck so: "Zukünftig sollen alle eingesetzten Busse im Moin-Gelb unterwegs sein. Aufgrund der sehr kurzen Zeitspanne zwischen der Vergabe der Subunternehmerleistungen sowie der Übernahme von Mehrleistungen der Moin zum Betriebsstart, war eine vollständige Neufolierung aller eingesetzten Fahrzeuge zum Start nicht umsetzbar.“ Carlo Eggeling

© Fotos: ca


Kommentare Kommentare

Kommentar von Katja Ebert
am 06.01.2026 um 20:19:30 Uhr
Wieso werden soviele Haltestellen ausgelassen... Ab sofort nur Reichsbachplatz Lüneburg oder ZOB verfügbar?!!
Kommentar von Ramona
am 06.01.2026 um 23:08:50 Uhr
Der Schulbusbetrieb zwischen Bleckede und Dahlenburg, wie auch weitere Routen war eine Katastrophe. Viele Schüler fanden sich in falschen Bussen wieder, andere kamen gar nicht erst in einen Bus, weil wegen Überfüllung vorbeigefahren werden musste und noch wieder andere warteten vergebens, weil gar nichts erst fuhr. Dazu kamen dann auch noch Probleme bei der Bezahlung, da kein Bargeld mehr genommen wird und EC- Zahlung nicht möglich ist. Von mindestens einer Schülerin ist bekannt, dass diese deshalb stehen gelassen wurde. Die Schüler, die in Dahlenburg dann trotzdem ihren Weg irgendwie geschafft haben waren teilweise völlig aufgebracht und über den Rückweg gibt es auch nichts besseres zu sagen. Das muss sich schnell ändern! Wie kann man so einen Start hinlegen? Und da kann auch niemand sagen, dass es an den Witterungen lag, denn die Straßen sind inzwischen alle frei und wunderbar passierbar.
Kommentar von Mario La
am 07.01.2026 um 19:51:57 Uhr
Er ist dankbar für die Hinweise???
Im Ernst, die Menschen müssen mehrere Male mit dem Bus fahren und es funktioniert einfach nichts, was ist das mit einer schlechten Vorbereitung?
Warum holt man solche Politiker, die nichts hinkriegen und sie sind dankbar für die Hinweise, anstatt sich zu entschuldigen!!!
Jakob, es wäre besser, wenn du dein Kopf im Sand reinsteckst
Kommentar von Florian Kreul
am 07.01.2026 um 21:11:33 Uhr
Ich finde es unzumutbar, dass man nicht mehr bar bezahlen kann. Ich möchte anonym für eine in Anspruch genommene Leistung zahlen, NICHT irgendwelche Verbindlichkeiten im Vorfeld aufnehmen. So kann ich eben kein Bus mehr nutzen. Fertig.
Kommentar von Penda
am 08.01.2026 um 08:41:35 Uhr
Unglaublich! Über 40 Minuten draußen in der Kälte warten – kein Bus! Der Embsen-Bus muss viel häufiger fahren, nicht nur einmal pro Stunde. Wir zahlen viel Geld für nix. Denkt an uns oder versetzt euch in unsere Lage.
Danke
Kommentar von Ute Ostertag
am 08.01.2026 um 09:11:02 Uhr
Busse, die kommentarlos ausfallen, ohne dass die Website der MOIN informiert.
Fahrer, die ihren Streckenverlauf nicht kennen und fragende Passagiere falsche Auskünfte geben, sodass Fahrgäste aus der eigentlich richtigen Linie wieder aussteigen.
Fahrer, die so unzureichend Deutsch oder Englisch sprechen, dass sie Fragen der Passagiere gar nicht beantworten können.
Fehlende Fahrtrichtungsanzeigen an den Bussen.
Chaos bei den Bezahlmöglichkeiten, aber MOIN "bietet ihren Passagieren von Anfang an ein komfortables Bezahlerlebnis" ... Das ist blanker Hohn, verpackt in in schillernden Wortblasen der Mandatsträger.
Kurz zusammengefasst: Der Busverkehr in Stadt und Landkreis ist eine hausgemachte Katastrophe und eine Zumutung für alle, die auf diese Verbindungen angewiesen sind.
Ich hoffe, Herr Blankenburg, dass dieser Hinweis für Sie aufschlussreich genug ist, um Sie und andere Verantwortliche zum Handeln zu bewegen.


Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook