„Das System kassiert zuverlässig – nur der Gläubiger geht leer aus“
von Winfried Machel am 28.04.2026„Das System kassiert zuverlässig – nur der Gläubiger geht leer aus“
600 Euro. Keine Riesensumme, kein Wirtschaftskrimi. Einfach Geld, das jemand einem schuldet. Seit Januar 2024 läuft der Vorgang: Mahnungen, Inkasso, Vollstreckung, Vermögensauskunft. Ergebnis bis heute: Beim Gläubiger ist kein Cent angekommen.
Aber immerhin wurde „mehrfach gepfändet“. Klingt spektakulär. In der Realität bedeutet das oft nur weitere Schreiben, weitere Akten und weitere Bearbeitungsschritte – während der Schuldner weiter Werbung schaltet, Veranstaltungen organisiert und wirtschaftet.
Und genau da wird es interessant. Denn vermutlich kennen viele kleine Unternehmer oder Selbstständige in Lüneburg solche Situationen. Man sieht volle Außenterrassen, Social-Media-Kampagnen und neue Events – und wartet gleichzeitig auf offene Rechnungen.
Die eigentliche Satire liegt dabei im System selbst: Alles läuft „ordnungsgemäß“. Die Akte wird bearbeitet, gepfändet, geprüft und verwaltet. Nur das eigentliche Ziel scheint manchmal nebensächlich geworden zu sein: dass der Gläubiger am Ende tatsächlich sein Geld bekommt.
So lernt man in Deutschland offenbar zweierlei: Wer pünktlich zahlt, ist zuverlässig. Wer nicht zahlt, braucht vor allem Geduld. Das System arbeitet schließlich bereits daran. Seit über zwei Jahren.
Kommentare
Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.
_Mai23.jpg)
_ubiMaster1.jpg)
_Banner_Winsen_und_Lueneburg_Aktuell_Hausverwaltung__.jpg)
_wernieNovember2.jpg)