Lüneburg, am Montag den 30.03.2026

Der Rink-Tausch — wie die Stadt Büros reduzieren will

von Carlo Eggeling am 30.03.2026


Kämmerer Matthias Rink blickt optimistisch auf die Pläne für das ehemalige Lünebuch-Haus: Ende Juni zieht das Theater aus dem Erdgeschoss aus, dann soll das aus den 1960er-Jahren stammende Gebäude in ein Verwaltungszentrum umgebaut werden. Ende kommenden Jahres könnten Mitarbeiter einziehen, wenn alles klappe. Im einem Gespräch mit Lüneburg aktuell sagte der städtische Finanzminister, dass sich das Projekt für die Stadt rechne. Die Umbaukosten kalkuliert Rink mit 3,5 Millionen Euro, der Kauf lag bei 2,2 Millionen Euro. Da langfristig Mieten gespart würden, gehe die Sache auf.

Im Erdgeschoss soll der Dialograum einziehen, den die Stadt derzeit an der Grapengießerstraße betreibt. Ebenfalls finden dort ein Saal mit rund 100 Plätzen für Veranstaltungen, eine Art Café mit W-Lan-Verbund und eine Bleibe. Zur geplanten Bürgerfreundlichkeit passt ein Service-Punkt, den die Lüneburger ansteuern können, wenn sie Fragen an die Verwaltung haben.

In den oberen Etagen sollen "multifunktionale" Arbeitsplätze entstehen. Rink erläutert den Ansatz: Rund 30 Prozent der Bürostühle blieben im Durchschnitt täglich leer, weil Kollegen krank oder im Urlaub sind, Termine wahrnehmen. In digitalisierten Büros brauche es nicht unbedingt den festen Schreibtisch. Mitarbeiter könnten an verschiedenen Orten ihre Aufgaben erledigen. Dementsprechend brauche es weniger Räume.

Am Rande des Marktplatzes liegt quasi ein Startblock. Denn mit diesem Haus soll der Lauf in die Zukunft beginnen. Die Stadt habe mangels eigener Flächen mehr als zwei Dutzend Immobilien angemietet. Es steht, wenn man so will, ein "Rink-Tausch" an. Der Kämmerer will die aktuell nicht nutzbaren Flächen an der Reitenden-Diener-Straße herrichten, so dass dort Kollegen einziehen können. Die neuen Kapazitäten am Markt spielen dabei als Ausweich eine Rolle. Auch andere Büros sollen Stück für Stück hergerichtet werden.

Rink geht davon aus, dass sich so der Ankauf der ehemaligen Buchhandelung binnen zehn Jahren refinanziert haben sollte. Ob das aufgeht, wird die Zeit zeigen. Skeptiker hatten beim Kauf des Gebäudes darauf hingewiesen, dass Rink sportlich rechne. So würden andere Projekte wie Zuschüsse für den Neubau eines Frauenhauses zurückgestellt. Auch würden Handwerkerleistungen teurer und zudem steige die Zahl städtischer Beschäftigter, es brauche also mehr Büros.

Ein Argument seiner Kritiker will Rink widerlegt haben. Die hatten moniert, dass der Tageslichteinfall für Büros zu gering sei, das Haus am Markt besitze nur an zwei Seiten Fenster. Das reiche nicht bei den Anforderungen des Arbeitsschutzes. Der Kämmerer meint, es sei angesichts der Konzept der Großraumbüros alles im grünen Bereich. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


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