Lüneburg, am Donnerstag den 23.04.2026

Die Lage der Unternehmen in Nordostniedersachsen bleibt angespannt.

von Industrie- und Handelskammer am 23.04.2026


„Die Lage der Unternehmen in Nordostniedersachsen bleibt angespannt. Der Nahost-Konflikt verschärft die Unsicherheit zusätzlich: Energiepreise steigen, Lieferketten werden unsicherer, Investitionen geraten weiter unter Druck. Umso wichtiger sind im Inland entschlossene Maßnahmen für niedrigere Energie- und Arbeitskosten, weniger Bürokratie und endlich bessere Bedingungen für Investitionen und Wachstum“, sagt IHKLW-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert.

Maßgeblich für den Rückgang des Konjunkturklimas sind schlechtere Lagebewertungen und vor allem deutlich pessimistischere Erwartungen der Unternehmen. Nur noch 20 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 48 Prozent als befriedigend und 32 Prozent als schlecht. Noch skeptischer fällt der Blick auf die kommenden Monate aus: 40 Prozent der Unternehmen rechnen mit schlechteren Geschäften, nur zwölf Prozent erwarten eine Verbesserung. Auch die Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben auf niedrigem Niveau. Die Folge: Unternehmen halten sich bei Investitionen zurück und planen beim Personal zurückhaltend.

Besonders deutlich wird die verschärfte Lage beim Blick auf die Geschäftsrisiken: 66 Prozent nennen die Inlandsnachfrage als größtes Geschäftsrisiko, nach 57 Prozent im Vorquartal. 62 Prozent sehen hohe Energie- und Rohstoffpreise als Top-Risiko (Vorquartal: 38 Prozent). Ebenfalls 62 Prozent bewerten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Risiko (Vorquartal: 68 Prozent).

„Die Ergebnisse zeigen, wie breit die Verunsicherung inzwischen in der Wirtschaft angekommen ist: Die Nachfrage bleibt schwach, Energie und Rohstoffe verteuern sich erneut und gleichzeitig fehlen vielen Unternehmen verlässliche wirtschaftspolitische Signale. Diese Gemengelage bremst Investitionen, kostet Vertrauen und trifft die Industrie besonders hart“, sagt Zeinert.

Die angespannte Stimmung zieht sich durch alle großen Wirtschaftsbereiche. Im Großhandel steigt der Konjunkturindex zwar um sechs auf 73 Punkte, im Einzelhandel um einen auf 78 Punkte. Beide Werte liegen jedoch weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Dienstleistungswirtschaft steht mit 86 Punkten vergleichsweise stabil da, fällt gegenüber dem Vorquartal jedoch um fünf Punkte zurück. Besonders stark unter Druck steht die Industrie: Ihr Klimaindex sinkt um acht auf 72 Punkte. 44 Prozent der Industriebetriebe berichten von rückläufigen Auftragseingängen. Beim Export erwartet keines der befragten Industrieunternehmen eine Verbesserung, jedes zweite erwartet sogar sinkende Ausfuhren.

Neben dem Konjunkturbericht für Nordostniedersachsen legt die IHKLW gemeinsam mit der IHK Braunschweig auch einen Konjunkturbericht für den Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg vor. Beide Berichte mit weiteren Daten, Grafiken und Erläuterungen sind unter www.ihklw.de/konjunktur zu finden

© Fotos: Industrie- und Handelskammer


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