*Digitalisierung bewahrt Erinnerung: Projektvorstellung im Brömsehaus*
von Hajo Boldt am 07.02.2026Im Brömsehaus Lüneburg wurde am 4. Februar das landesweite Digitalisierungsprojekt „Virtualisierung historisch ostdeutscher Heimatsammlungen in Niedersachsen – Orte der Erinnerung an die Heimat im Osten“ öffentlich vorgestellt. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einer Einführung in Geschichte und Bedeutung des Brömsehauses durch Editha Kroß. Gastgeberin war die Carl-Schirren-Gesellschaft/Deutsch-Baltisches Kulturwerk, begrüßt von Geschäftsführerin Felicitas Wende.
Initiiert und umgesetzt wird das Projekt von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, die bereits zwischen 2019 und 2023 insgesamt 35 Heimatsammlungen in Nordrhein-Westfalen und Hessen digitalisiert hat. Nun folgt – auf Initiative und mit Förderung des Landes Niedersachsen – die Ausweitung auf niedersächsische Heimatsammlungen. Ziel ist es, gefährdete oder nur eingeschränkt zugängliche Sammlungen dauerhaft zu sichern und einer breiten Öffentlichkeit online zugänglich zu machen.
In Grußworten und Impulsen – unter anderem von Dr. Ernst Gierlich (Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung) und Barbara Kämpfert (wissenschaftliche Referentin) – wurde die große Bedeutung der Heimatsammlungen für die Erinnerungskultur hervorgehoben. Die oft ehrenamtlich betreuten Sammlungen dokumentieren Geschichte, Alltag und Kultur der deutschen Vertriebenen aus Ost- und Südosteuropa und sind zugleich Zeugnisse von Flucht, Verlust und Integration nach 1945.
An der Veranstaltung nahmen auch Eckhard Pols, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und langjähriger Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion, sowie Heiko Schmelzle, Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen des Bundes der Vertriebenen, teil. Beide unterstrichen die politische und gesellschaftliche Bedeutung der Heimatsammlungen als Orte des kollektiven Gedächtnisses. Ebenfalls anwesend war Lüneburgs Bürgermeisterin Hiltrud Lotze, die die Verankerung des Projekts in der kommunalen Erinnerungsarbeit würdigte.
Die Virtualisierung ermöglicht es, Objekte, Geschichten und Kontexte unabhängig von Ort und Öffnungszeiten erlebbar zu machen – auch dann, wenn Originale eingelagert oder bedroht sind. Virtuelle Rundgänge erlauben zudem eine deutlich komplexere Darstellung als im realen Raum: Ergänzende Texte, Dokumente, Filme oder Tonquellen vertiefen die Inhalte und sprechen neue Zielgruppen an, insbesondere jüngere Nutzerinnen und Nutzer.
Am Nachmittag schloss sich ein Besuch im Ostpreußisches Landesmuseum an. Kurator Dr. Eike Eckert führte durch die Deutsch-Baltische Abteilung und ordnete das Projekt in die museale Landschaft ein.
Fazit: Die Virtualisierung ostdeutscher Heimatsammlungen eröffnet neue Perspektiven für ein bedrohtes kulturelles Erbe – sichtbar, dauerhaft gesichert und offen für kommende Generationen. Weitere Informationen und virtuelle Sammlungen sind unter
www.heimatsammlungen.de
abrufbar.
Text/Foto/Video: Hajo Boldt
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