Ein Mann für schwierige Fälle
von Volker Petersen am 20.01.2026Anzeige
Berlin ohne Strom. Krise. Auch für Unternehmen. Und Berlin kann überall drohen. Können sie sich auf so ein Szenario vorbereiten. Ja, sagt Volker Petersen
Von einer Minute auf die andere kann alles anders sein, Berlin hat es erlebt: Anschlag auf die Stromversorgung, Hunderttausende müssen tagelang ohne Heizung und Energie leben, in Unternehmen läuft nichts mehr. Wie geht man mit großen und kleinen Katastrophen um? Volker Petersen sagt: "Am besten ist man gut vorbereitet." Der Deutsch Everner ist Experte für "Betriebliches Krisenmanagement" und berät bundesweit Unternehmen. Kürzlich war er als Referent und Mitorganisator bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer in Lüneburg dabei.
"Nicht jeder Vorfall verursacht eine Krise oder Katastrophe", sagt der 58-Jährige. Doch Risiken drohen von verschiedenen Seiten: Hacker blockieren oder manipulieren Datennetze, eine Leitung platzt, Produktionsanlagen stehen unter Wasser, ein Feuer vernichtet Maschinen oder Fuhrpark, ein Bombenfund legt den Betrieb lahm.
"Krise beginnt, wenn man nicht vorbereitet ist", umreißt Petersen die Lage. Unternehmen sind verpflichtet, je nachdem ob sie zur sogenannten kritischen Infrastruktur gehören oder nicht, Notfallpläne vorzuhalten. EU und deutsches Recht machen entsprechende Vorgaben. Der Strauß der systemrelevanten Bereiche ist bunt: Nahrungsmittel, Kommunikation, Trink- und Abwasser, Energie, Gesundheit, IT-Branche, Müllentsorgung, aber auch Kultur und Medien.
Wer Petersen bucht, bekommt ein Paket geschnürt. Am Anfang steht eine Analyse: Wie ist der Betrieb aufgestellt, wo könnte es Probleme geben? Wie sollte die Geschäftsleitung sich und Belegschaft vorbereiten? Wie im Fall der Fälle reagieren? Die Bestandsaufnahme ist wie ein Rundum-Check beim Arzt. Beispiele: Wie sieht die Organisation des Unternehmens aus, wie funktionieren interne und externe Kommunikation, gibt es Notstromaggregate? Wo liegen gefährdete Bereiche etwa in der Produktion?
Liegt das Ergebnis vor, kommen die nächsten Schritte. Sinnvoll ist es, einen Krisenstab zu installieren. "Wer ist für was zuständig?", sagt Petersen. "Wer übernimmt welche Aufgaben? Es geht um Führung, Entscheidungen und Kommunikation." Diskussionen um Kompetenzen kosten im Ernstfall Zeit. Und die ist knapp. Abschotten hilft wenig, denn im Zweifel stehen Reporter vor der Tür und stellen unangenehme Fragen: "Medien haben ein Recht auf Information, also muss es einen Sprecher geben, vorbereitet und trainiert, denn er muss dem standhalten und das Unternehmen gut vertreten."
Natürlich erwächst daraus eine Art Handbuch. "Aber das reicht nicht, man muss es üben", weiß Petersen. Das gelte nicht nur für den Krisenstab, das gelte für den gesamten Betrieb, um zu sehen, ob Überlegungen in der Praxis funktionieren. Er schlägt vor, Szenarien einmal im Jahr durchzuspielen.
Die Erfahrungen kennt der Unternehmensberater auch aus seinem Ehrenamt bei der Feuerwehr in der Technischen Einsatzleitung. Die Frauen und Männer proben regelmäßig, um sich beispielsweise auf Waldbrände oder Hochwasser an der Elbe vorzubereiten. Ähnliche Lagen spielen selbstverständlich Polizei, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und Bundeswehr durch -- auch in gemeinsamen Übungen.
Kommt es in einem Unternehmen zu einem großen Stör- und Notfall, kann es sein, dass das Geschehen dem Meldezentrum des Bundes weitergegeben werden muss. Die Beamten erstellen ein Lagebild, denn eine Cyberattacke kann ja koordiniert durch eine feindliche Macht oder Terroristen gesteuert werden -- Abwehr ist gefragt.
"Jeder Geschäftsführer hat eine Sorgfaltspflicht", sagt Petersen, der nach einer Ausbildung bei der Sparkasse Lüneburg an der Leuphana BWL studierte und in mehreren Unternehmen im Management arbeitete. Die gelte für das Personal, aber ebenso für die materiellen Werte der Betriebe. Im Raum stehe eine persönliche Haftung. Auch beim Schadenersatz geht es um Verantwortung: Eine Versicherung werde prüfen, ob die Geschäftsleitung genug getan habe, um einen Schaden zu minimieren -- wenn nicht, könne es teuer werden.
Haftung droht zudem von anderer Seite: Kann mein Betrieb nicht liefern, können andere vielleicht nicht produzieren und ebenfalls nicht liefern, auch das kann viel Geld kosten.
Petersen rät, sich vorzubereiten. Ein Unglück oder ein Unfall können sich trotzdem ereignen, aber die Folgen können geringer ausfallen – Krisen zu verhindern ist sein Geschäft.
Wer mehr erfahren will, erreicht Volker Petersen unter
01520 5421039
info@petersen-mbk.de
www.petersen-mbk.de
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