Lüneburg, am Mittwoch den 14.01.2026

Erweiterungspläne für Designer Outlet Soltau bleiben ein Risiko für Innenstädte

von Philipp Meyn am 14.01.2026


Grundstückskauf ändert nichts an klarer landesplanerischer Entscheidung

Hannover / Lüneburg, Januar 2026 – Die jüngsten Berichte über den Erwerb eines Nachbargrundstücks durch die Betreiber des Designer Outlets Soltau (DOS) ändern nichts an der grundsätzlichen Bewertung der geplanten Erweiterung. Das Land Niedersachsen hat die Ausweitung der Verkaufsfläche von derzeit rund 9.900 auf 15.000 Quadratmeter aus guten Gründen abgelehnt. Diese Entscheidung bleibt richtig und notwendig.

„Der Kauf zusätzlicher Flächen mag ein wirtschaftliches Signal der Betreiber sein, er ersetzt jedoch keine rechtliche Grundlage“, erklärt der SPD-Landtagsabgeordnete Philipp Meyn. „Die klare Ablehnung des Landes basiert auf den Zielen der Raumordnung – und diese gelten unabhängig davon, wem welches Grundstück gehört.“ Das Landes-Raumordnungsprogramm sieht vor, großflächigen Einzelhandel vorrangig in integrierten Lagen zu entwickeln, um Innenstädte und bestehende Versorgungsstrukturen zu schützen. Genau hier liegt das Kernproblem des Designer Outlets Soltau: Seine Lage außerhalb des Stadtzentrums widerspricht diesen Zielen. Eine Erweiterung würde zusätzlichen Wettbewerbsdruck auf die Innenstädte der Region ausüben – gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten.

“Die Belebung unserer Innenstädte hat für uns hohe Priorität, wofür wir erhebliche Anstrengungen unternehmen und entsprechende Förderprogramme aufgelegt haben. Die geplanten Erweiterungen des Outlets würden diesen grundlegenden Ansatz jedoch fundamental untergraben.”

„Unsere Innenstädte kämpfen mit Leerständen, steigenden Kosten und verändertem Kaufverhalten. In dieser Situation zusätzliche Verkaufsflächen auf der grünen Wiese zu schaffen, wäre das falsche Signal“, so Meyn. Die kritischen Stimmen aus dem Einzelhandel, dem Citymanagement und von Industrie- und Handelskammern unterstreichen diese Einschätzung.
Dass die Stadt Soltau nun juristisch gegen die Entscheidung des Landes vorgeht, ändert für Meyn nichts an der politischen Verantwortung: „Am Ende wird ein Gericht entscheiden. Unabhängig davon bleibt es Aufgabe der Landespolitik, faire und verlässliche Rahmenbedingungen für alle Kommunen und Händler zu gewährleisten. Sonderwege für einzelne Standorte dürfen nicht zur Regel werden.“

Mit Blick auf den Einstieg eines internationalen Investors bei der Betreibergesellschaft des DOS mahnt Meyn zudem zur Vorsicht: „Starke internationale Akteure verfolgen legitime wirtschaftliche Interessen. Umso wichtiger ist es, dass öffentliche Planungshoheit und regionale Entwicklungsziele nicht unter Druck geraten.“ Philipp Meyn abschließend: „Ich stehe weiterhin klar für den Schutz unserer Innenstädte und für eine ausgewogene Regionalentwicklung. Die Entscheidung des Landes gegen die Erweiterung des Designer Outlets Soltau war richtig – und sie sollte Bestand haben.“

© Fotos: outlet


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