Lüneburg, am Donnerstag den 01.01.2026

Fährkonzept für die Elbe

von Land Niedersachsen/ Landkreise am 17.11.2025


Erfolgreicher Auftakt an der Elbe:
„Handlungsprogramm Fährverkehre Neu Darchau und Bleckede“

Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen hat gemeinsam mit
Vertreterinnen und Vertretern des Amts für regionale Landesentwicklung Lüneburg, des
Landwirtschaftsministeriums sowie kommunalen Spitzen einen wichtigen Schritt zur Ver-
besserung der Fährsituation im Raum Bleckede/Darchau eingeleitet.
Im Rahmen eines konstruktiven Dialogs unter Leitung von Staatssekretär Matthias Wunder-
ling-Weilbier wurde die Grundlage für ein regionales Handlungsprogramm geschaffen, das
die Fährverbindungen über die Elbe in den Blick nimmt und weiterentwickeln soll. Der Titel
lautet „Handlungsprogramm Fährverkehre Neu Darchau und Bleckede“. Ziel ist es, die
Querung der Elbe für die Menschen kurzfristig zu verbessern und die vorhandene Expertise
vor Ort systematisch zu nutzen.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die Vorstellung einer gemeinsamen Zielsetzung zur
Verlässlichkeit des Fährbetriebs, die Sammlung konkreter Maßnahmenvorschläge sowie
die Verabredung zur weiteren Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden verständigten sich da-
rauf, themenbezogene Arbeitsgruppen (beispielsweise zum verlässlichen Fährbetrieb, zu
Tarifmodellen/Bezahlsystemen und zur Instandhaltung der Fahrrinnen) zu bilden, die bis
zum Frühjahr 2026 konkrete Inhalte erarbeiten sollen. Eine Abschlussveranstaltung ist für
Mai 2026 geplant.
Die beiden Ministerien begrüßen die positive Entwicklung in der Region und werden den
Prozess weiterhin aktiv begleiten. Die Ergebnisse zeigen, dass ein sachlicher Austausch
möglich ist – und dass die Region gemeinsam an einem Strang zieht.
Erste konkrete Schritte zur Verbesserung der Fährverbindungen sind bereits erfolgt. So hat
der Landkreis Lüneburg für die Verbindung Bleckede/Neu Bleckede eine neue Fähre auf-
tragt. Parallel dazu werden die Anleger mit Unterstützung des Landes ertüchtigt. Die Inbe-
triebnahme der neuen Fähre ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Auch der Landkreis
Lüchow-Dannenberg und die Gemeinde Neu Darchau treiben die Beschaffung einer neuen
Fähre für die Verbindung Neu Darchau/Darchau voran. Das Land Niedersachsen hat hier-
für eine Förderung aus dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in
Aussicht gestellt. Die Maßnahme ist bereits für das Jahresprogramm 2026 angemeldet.
Wirtschafts-Staatsekretär Matthias Wunderling-Weilbier freut sich darüber, dass alle
Beteiligten so gut und lösungsorientiert im Austausch sind: „Der Tag hat gezeigt, dass die
Region bereit ist, gemeinsam an einer deutlichen Verbesserung der Situation zu arbeiten.
Das ist ein starkes Zeichen für die Zukunft der Mobilität an der Elbe. Wir wollen die Ideen
und Erfahrungen der Kommunen bündeln und in einem strukturierten Prozess weiterentwi-
ckeln.“

Jens Böther, Landrat des Landkreises Lüneburg: „Als Übergangslösung – bis die Brücke
in Darchau/Neu Darchau fertiggestellt ist – die Verfügbarkeit der Fährverbindung zu verbes-
sern, ist dringend notwendig. Vor allem auf die sich in diesem Jahr dramatisch erhöhten
Ausfallzeiten müssen wir im Sinne der Menschen in der Region Antworten finden. Das Gespräch dazu mit allen Beteiligten war ein vielversprechender Auftakt."

Dagmar Schulz, Landrätin des Landkreises Lüchow-Dannenberg: „Wir arbeiten gemein-
sam an einen Fährkonzept für die Menschen auf beiden Seiten der Elbe. Durch enge Ko-
operation der Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, zusammen mit den Anlieger-
gemeinden Neu Darchau und Amt Neuhaus und den Fährbetrieben, sollen die Fährverbin-
dungen verbessert werden. Die notwendige Elbquerung für Berufstätige, Schülerinnen und
Schüler, landwirtschaftlichen Verkehr sowie Tourismus soll durch engere Zusammenarbeit
verbessert werden. Vor allem für die Menschen im Amt Neuhaus ist das eine wichtige Er-
leichterung im Alltag.“

Martina Weber, Abteilungsleiterin Raumordnung im Landwirtschaftsministerium: „Im Koali-
tionsvertrag der Landesregierung ist die Verbesserung der Fährverbindung mit innovativen
Handlungsansätzen verankert. Für uns stellt sie keine Übergangslösung dar, sondern die
realistischste, schnellste Lösung. Die vertrauensvolle Atmosphäre aller Beteiligten hat ge-
zeigt, dass die Kommunen, die beiden Landkreise und die Landesregierung zwar differen-
zierte Haltungen haben, bei Gemeinsamkeiten aber zum Wohle der Menschen ins Handeln
kommen.“

Dennis Neumann, Bürgermeister der Stadt Bleckede: „Die Stadt Bleckede begrüßt die Auf-
nahme konstruktiver Gespräche und Überlegungen, wie die beiden Fährverbindungen ver-
bessert werden können. Ich versuche bereits seit geraumer Zeit dafür zu werben, dass
beide Fährbetriebe Synergien und Optimierungen miteinander erörtern und auch umsetzen.
Die Stadt Bleckede beteiligt sich mit vielen Ideen und Ansätzen zu diesem Thema und ich
bin davon überzeugt, dass viele Chancen zur Verbesserung der Mobilität durch eine ge-
meinsame Fährenausrichtung für die Region bestehen. Insofern sollte es allen Akteuren
daran gelegen sein, dass Bewusstsein und die Chancen auf die bestehenden Fährverbin-
dungen zu richten.“

Andreas Gehrke, Bürgermeister der Gemeinde Amt Neuhaus: „Der Termin am Freitag zu-
sammen mit dem Staatssekretär Wunderling-Weilbier zeigte, wie geeint bereits alle Verant-
wortlichen von der linken und rechten Elbseite an diesem Thema arbeiten. Es müssen nun
die kurzfristigen Maßnahmen bestimmt werden, so dass eine Verbesserung der Elbquerung im Bereich Darchau und Neu Darchau erreicht werden kann. Besonders wichtig ist, dass
die Förderung der Flachwasserfähre nicht in Behinderung zur Förderung der Elbbrücke vor
Ort steht.“

© Fotos: Symbolfoto ca


Kommentare Kommentare

Kommentar von Jörg Sohst
am 18.11.2025 um 15:38:57 Uhr
Im Namen des Fördervereins Brücken bauen e.V. begrüße ich die Absicht, ein Handlungsprogramm Fährverkehre Neu Darchau Bleckede zu erstellen, um die bestehenden Mängel bei der Elbquerung in unserer Region zu mildern, bis die Elbbrücke steht. Dazu ist jedoch keine neue Niedrigwasserfähre erforderlich, deren Förderung möglicherweise die Förderung der Brücke blockieren könnte. Beunruhigt hat uns jedoch die Äußerung von Frau Martina Weber vom grünen Landwirtschaftsministerium, die die Fähre als Dauerlösung ansieht. Damit würden die strukturellen Schwächen dieser Region, die Unzuverlässigkeit der Flussquerung und die ungleichen Lebensverhältnisse beiderseits der Elbe zementiert. Die strukturelle Entwicklung der Region darf nicht vom Wasserstand der Elbe abhängen! Deshalb bleibt der Brückenbau auf der Grundlage des gültigen LROP vorrangiges Ziel für die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger im Nordosten Niedersachsens.
Mit freundlichen Grüßen
Jörg Sohst


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