Lüneburg, am Mittwoch den 18.03.2026

Feuerwehr öfter gefordert, Nachwuchs erwünscht

von Feuerwehr am 18.03.2026


Amt Neuhaus. „Tagesordnungspunkt 5: Bericht des Gemeindebrandmeisters“- was in den
vergangenen 17 Jahren selbstverständlich erschien, bekam am Freitag, 13. März 2026 auf dem
großen Saal des Hotel Hannover in Neuhaus/Elbe einen ganz besonderen Charakter. Denn
dies war der letzte zusammenfassende Bericht eines Feuerwehrjahres, den
Gemeindebrandmeister Dirk Baumann verlesen hat. Er stellt in diesem Jahr sein Amt zur
Verfügung. Nichtsdestotrotz gab er ausführlich wieder, was sich im Berichtsjahr 2025 in der
Gemeindefeuerwehr abgespielt hat.
Zu 153 Einsätzen wurden die elf Ortsfeuerwehren mit Grundausstattung und die
Stützpunktfeuerwehr Neuhaus/Elbe alarmiert. Somit liegt ein sehr einsatzreiches Jahr hinter
den Ehrenamtlichen, bei dem sich die Einsatzarten verlagert haben.
Waren es in den letzten Jahren vermehrt Brandeinsätze, so gab es in 2025 jeweils 74 Brand-
und Hilfeleistungseinsätze, sowie fünf Dienstleistungen.
Verlagerung der Einsätze auf Hilfeleistungen
An über 70 (technischen) Hilfeleistungen ist zu erkennen, wie wichtig es ist, geschultes und
ausgebildetes Personal schnell vor Ort zu haben.
Seien es nun Verkehrsunfälle oder Unterstützungen für den Rettungsdienst. Im Ernstfall
zählen Sekunden. Aus diesem Grund warb Sabrina Weinmann vom DRK-Kreisverband
Lüneburg (Ortsgruppe Neuhaus) auch für die Aktion „Mobile Retter“, welche im Notfall
(nach entsprechender Schulung und Qualifikation) alarmiert und noch vor dem Eintreffen des
Rettungsdienstes Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen sollen.
Für den Fall, dass auch einmal Helfer Hilfe benötigen, berichtet Kreisbrandmeister Mathias
Lanius zusätzlich über die kürzlich eingerichtete PSNV-E- Einheit. Die Ehrenamtlichen dieser
psychosozialen Notfallversorgung können noch während oder nach herausfordernden
Einsätzen im ganzen Landkreis für die Betreuung und mentale Versorgung der Einsatzkräfte
alarmiert werden.
Interesse des Nachwuchses an der Feuerwehr bereitet Sorgen
An mehr als 150 Einsätzen ist auch zu erkennen, wie unverzichtbar das Ehrenamt ist. Zwar
hört sich die Zahl von 334 aktiven Mitgliedern (darunter 60 Frauen) im Bericht des
Gemeindebrandmeisters Dirk Baumann viel an. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass immer
Ausfallquoten und vor allem Tagesverfügbarkeiten einzurechnen sind. Daneben zählt dann
auch noch, welche Funktionen und Aufgaben die vorhandenen Einsatzkräfte übernehmen
können.
Seine Besorgnis über die zukünftig vorhandenen Feuerwehrleute spricht
Gemeindejugendfeuerwehrwart Christian Pink offen an.
So waren in den sechs Jugendfeuerwehren nur noch 53 Jugendliche aktiv, in 2024 waren es
68 Heranwachsende. Ein gewichtiger Grund bei den Austritten war dabei die Begründung
„keine Lust mehr“. Um die Jugendfeuerwehrarbeit wieder attraktiver zu gestalten und Ideen
und Vorschläge mit einzubringen, werden die Jugendsprecher aktiv einbezogen, um die
Interessen der künftigen Feuerwehrleute zu vertreten.
Aktuell ist Noah Stöckmann Gemeindejugendsprecher und wird von Sascha Hesse, Jenny
Jahnke und Emily Dauck unterstützt.
Personell sieht es bei den Kinderfeuerwehren ein wenig besser aus. Von 66 Kindern in fünf
Kinderfeuerwehren berichtet Gemeindekinderfeuerwehrwartin Bianca Thomas. Mit
zahlreichen Bastelaktionen und Ausflügen wurden die Mädchen und Jungen bespaßt, die sich
aber auch schon vorbereitend auf die Jugendfeuerwehr mit Erster Hilfe, Brandschutz- und
Verkehrserziehung beschäftigen.
Im Bereich der Brandschutzerziehung hat sich in den vergangenen Monaten ein neues Team
zusammengefunden, bei dem Claudia Göldner die Ansprechpartnerin ist.
„Die kontinuierliche Präventionsarbeit zum Thema Brandschutz soll an Kitas und Schulen in
der Gemeinde nachhaltig verankert werden“, so beschreibt Göldner das klare und langfristige
Ziel. In einigen Klassen hat es hierzu bereits erste Veranstaltungen gegeben, die noch weiter
ausgebaut werden sollen.
Ausgebaut und modernisiert wurde im vergangenen Jahr auch der technische Bereich der
kommunalen Einsatzleitung (KEL). Zum Abschluss eines dreijährigen
Modernisierungskonzepts wurden „die EDV-Technik der KEL und des Einsatzleitwagens auf
einen zukunftsfähigen Stand gebracht, denn die bisherigen Geräte waren rund elf Jahre alt und
konnten nicht mehr auf den gegenwärtigen Stand des Betriebssystems aktualisiert werden.“,
so Christian Pink, Leiter der Kommunalen Einsatzleitung,
Besondere Ehrungen durch Regierungsbrandmeister verliehen
Wenn Regierungsbrandmeister Dirk Heindorff schon einmal zu Gast ist, soll er auch die
Möglichkeit haben, herausragende Ehrungen vorzunehmen.
Gleich zwei davon standen auf dem Plan.
So bat Heindorff zunächst Volker Voß, den stellvertretenden Ortsbrandmeister der Ortswehr
Sumte nach vorne.
Volker Voß wurde mit dem Niedersächsischen Ehrenzeichen am Bande ausgezeichnet.
Die zweite Auszeichnung wurde für außergewöhnliches Engagement und langjährigen
Verdienste in besonderer Weise verliehen.
Meilensteine, die diese Auszeichnung zugrunde legen waren die Bewältigung vier
Hochwassern und die Beschaffung von elf Einsatzfahrzeugen seit den 2000er Jahren.
Aufgrund dieses Engagements wurde der Feuerwehrkamerad mit dem Deutschen Ehrenkreuz
in Gold ausgezeichnet.
Die Ehrung galt Gemeindebrandmeister Dirk Baumann.
Weiterhin wurden Uwe Stüve mit dem Feuerwehrehrenzeichen für 50-jährige Verdienste und
Ralf Voß mit dem Feuerwehrehrenzeichen für 40-jährige Verdienste ausgezeichnet.
Wilhelm Dräger erhielt das Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für 60-
jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr.
Jan Lange wurde die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Lüneburg in Silber verliehen
und Dirk Safarik die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen in Bronze.
Sven Jedamski wurde mit dem Abzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen für
40-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr geehrt.
Matthias Neuhäuser und Sebastian Recker erhielten die Ehrennadel der Feuerwehrunfallkasse
in Gold.
Befördert wurden zudem Danny Schaurich (stellv. Ortsbrandmeister FFw Neuhaus/Elbe) und
Holger Göldner (Ortsbrandmeister FFw Zeetze) zu Oberbrandmeistern.
Henry Kruse, welcher das Amt des Sprechers der Altersabteilung mittlerweile seit 15 Jahren
bekleidet, suchte bereits im letzten Jahr einen Nachfolger für dieses Amt.
Hierzu hat sich Jörg Weber aus der FFw Laave gefunden und wurde von der Versammlung
einstimmig ernannt.
Bildunterschrift
Bild 1 Ehrung v.l: Regierungsbrandmeister Dirk Heindorff, Gem-BM Dirk Baumann, Volker
Voß
Bild 2 Sabrina Weinmann informiert über Aktion „Mobile Retter“
Bild 3 Große Beteiligung der Feuerwehrleute und Gäste an der Versammlung

Claudia Harms
Gemeindefeuerwehrpressewartin Amt Neuhaus

© Fotos: Feuerwehr


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