Lüneburg, am Montag den 02.03.2026

Ganztagsbetreuung — Eine Verbesserung, aber nicht für alle

von Carlo Eggeling am 02.03.2026


Das Angebot hört sich gut an, an den elf städtischen Grundschulen soll es nach den Sommerferien eine Ganztagsbetreuung für alle vier Klassenstufen geben. Doch Eltern der St.-Ursula-Schule fürchten, dass es schlechter laufen dürfte als jetzt. Sie sind mit dem Hort hochzufrieden, Erzieherinnen würden die Mädchen und Jungen betreuen, man könne die Kinder flexibel bringen und abholen, auch wenn sich Zeiten wegen der Arbeit oder eines Arztbesuches verschöben, seien die Mitarbeiterinnen ansprechbar und hilfsbereit. In einem Brief an Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch wünschen sich "berufstätige Mütter", dass das jetzige Angebot erhalten bleibt. Die Pressestelle im Rathaus teilt auf Anfrage mit, man sei im Gespräch.

Worum geht es? Die Stadt macht mehr als der Bund durch ein Gesetz fordert. Demnach sollen Grundschulen zunächst nur für Klassenstufe 1 das Ganztagesangebot unterbreiten und es dann ausdehnen. Lüneburg startet nach einem Ratsbeschluss aus dem vergangenen Herbst ambitionierter: Ganztag für alle Erst- bis Viertkläßler. Von den elf städtischen Grundschulen laufen sechs Schulen, nämlich Hasenburger Berg, Häcklingen, Im Roten Felde, Igelschule, Anne-Frank-Schule und St.-Ursula-Schule, bereits im Ganztagsbetrieb. Fünf Schulen sind derzeit als Halbtagsschulen organisiert. Diese sollen durch entsprechende Anträge in Ganztagsschulen umgewandelt werden. Die Stadt: Während die Grundschule Lüne wolle den Antrag selbst stellen, für Hermann-Löns-Schule, Grundschule Kreideberg, Schule Am Sandberg und Heiligengeistschule begleite die Hansestadt als Schulträger die Antragstellung.

Das Land schreibt einen Betreuungsschlüssel von 1:26 vor. Die Stadt hält das für nicht ausreichend und will mehr tun. Grundsätzlich sei vorgesehen, dass Ganztagsschulen auch die Angebote am Nachmittag mit Lehrkräften abdeckten. Die Schulen könnten jedoch auch Lehrerstunden in Geld umwandeln und davon beispielsweise Kooperationen mit Betreuungseinrichtungen in städtischer oder freier Trägerschaft finanzieren.

All das klingt Eltern der St.-Ursula-Schule zu star. Die "berufstätigen Mütter" schreiben, sie könnten jetzt neben dem regulären Unterricht Betreuungszeiten von 12 bis 17.30 Uhr, in den Ferien von acht Uhr an nutzen. Abholen könnten sie den Nachwuchs flexibel "ohne vorherige Ankündigung", es gebe einen Betreuungsschlüssel von 1:10 durch "qualifiziertes Fachpersonal".

Bei einem Informationsabend hätten die Schulleitung und Landesschulbehörde erklärt, dass ein "spontanes Abholen vor 16 Uhr nicht möglich sein wird".

Der Hort soll geschlossen werden, das Personal in Gänze sei künftig nicht so qualifiziert wie heute, monieren die alleinerziehenden Mütter. Überdies gebe es in Ferienzeiten ein eingeschränktes Angebot, der Bedarf könne nicht aufgefangen werden, selbst wenn sie es anders organisieren wollten, schreiben die Frauen, denn ihres Wissens nach, gebe es in Lüneburg keinen Hort, der von 12 Uhr an eine Betreuung anbiete.

Alles in allem sehen die Frauen in den Plänen im Vergleich zu dem, was jetzt angeboten werde, einen "Rückschritt". Sie fordern Oberbürgermeisterin Kalisch auf, sich "für uns Mütter einzusetzen". Carlo Eggeling

© Fotos: Symbolbild / ca


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