Lüneburg, am Sonntag den 22.02.2026

Greenpeace protestiert gegen Wegwerfmode

von Carlo Eggeling / Hajo Boldt am 19.12.2025


Greenpeace protestiert gegen Wegwerfmode

Mit einer öffentlichen Aktion hat Greenpeace am Freitag, 19. Dezember 2025, in der Lüneburger Innenstadt auf die Folgen der sogenannten Fast-Fashion-Industrie aufmerksam gemacht. Aktivistinnen und Aktivisten protestierten vor dem Gebäude Am Sande 22 mit einem Symbolbild gegen Überproduktion, Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung.
„Fast Fashion steht für eine massive Überproduktion von Kleidung in Mengen, die man sich kaum vorstellen kann“, sagte Jannick Reimer von Greenpeace Lüneburg. Dieses Geschäftsmodell nehme bewusst in Kauf, dass Landstriche und Flüsse vermüllt würden und riesige Kleiderberge in Wüsten und an Küsten entstünden. Teilweise werde Kleidung sogar verbrannt.
Nach Angaben von Greenpeace wird ein großer Teil der produzierten Kleidung kaum oder gar nicht getragen. Sie werde entsorgt oder in Länder des Globalen Südens exportiert. Dort blieben enorme Müllmengen zurück, etwa in Accra (Ghana), wo sich einer der größten Altkleidermärkte der Welt befindet. Der nicht mehr verwertbare Anteil verbleibe dauerhaft in der Umwelt.
Kritisiert wird zudem der Einsatz giftiger Chemikalien entlang der gesamten Produktions- und Entsorgungskette. „Diese Stoffe gelangen an die Umwelt, an die Menschen, die die Kleidung herstellen, an uns als Konsumentinnen und Konsumenten und an diejenigen, die den Müll entsorgen müssen“, so Reimer.

Ein weiteres zentrales Problem sei das vielerorts zusammengebrochene Altkleidersystem in Deutschland. Viele Textilien seien nicht recyclingfähig und bewusst so produziert, dass sie nach wenigen Waschgängen unbrauchbar würden. Laut Greenpeace werde rund 40 Prozent der weltweit produzierten Kleidung nie getragen.
Mit der Aktion fordert Greenpeace politische Konsequenzen. Reimer verwies auf Frankreich, wo bereits Gesetze gegen Fast Fashion gelten. Diese sehen unter anderem Einschränkungen der Werbung für Wegwerfmode in sozialen Medien, höhere Abgaben für die Industrie sowie verbindlichere Vorgaben zur Wiederverwertung von Textilien vor. Vor Ort wurde für eine entsprechende Petition geworben.

Bewusst sei die Aktion in die Vorweihnachtszeit gelegt worden, da die Fast-Fashion-Industrie in dieser Phase besonders hohe Umsätze erziele. Greenpeace ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, ihr Konsumverhalten zu überdenken und auf langlebigere Alternativen zu setzen.

© Fotos: Hajo Boldt


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Kommentar von Waltraud Mohr
am 20.12.2025 um 10:53:57 Uhr
"Greenpeace ruft Verbraucherinnen und Verbraucher dazu auf, ihr Konsumverhalten zu überdenken und auf langlebigere Alternativen zu setzen." Ja, das ist der Knackpunkt. Wie wäre es, wenn wir die KonsumentInnen dieser Ware ernst nehmen. Puritanische CO2 neutrale Kleidung kostet auch seinen Preis, wenn sie über die Haltbarkeitszeit hinaus ihren Wert erhöhen soll. Ich habe Kleidung aus dem Ökohandel der 80/90er. Die passen immer noch und halten, wie der feine Anzug oder das teure Kostüm unserer Großelten, ein Leben lang, für viele Gelegenheiten. Das Fashion Motto sollte nicht lauten: "wow was Neues?, sondern "ey, das Teil sieht immer noch hight an dir aus" .
Sagt mal liebe KonsumentInnen, Warum braucht ihr diesen Wechselwahn in Sachen Klamotten?




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