Lüneburg, am Sonntag den 22.02.2026

*Hohnstorfer Eiswette 2026: „De Elv geiht!“*

von Hajo Boldt am 04.01.2026



Winter wie aus dem Bilderbuch: Schnee, eisige Luft und an den Ufern erste Eisschollen – bei minus drei Grad wurde am Sonntag, 4. Januar 2026, wieder traditionell gewettet: „Steit de Elv“ (steht die Elbe, ist sie zugefroren) – oder „Geit de Elv“ (sie fließt)?

Es war der „etwas andere Neujahrsempfang“ der Gemeinde Hohnstorf/Elbe. Bürgermeister Dirk Lindemann begrüßte die vielen Besucherinnen und Besucher am Fähranleger mit einem Augenzwinkern: Man solle die Eiswette „nicht zu ernst nehmen“. Mit einem Einstein-Zitat stimmte er auf das neue Jahr ein: Wenn das alte Jahr erfolgreich war, freue man sich aufs neue – und wenn nicht, „dann erst recht“.
Lindemann stellte anschließend zahlreiche Ehrengäste vor – darunter den Lauenburger Bürgermeister Thorben Brackmann, Vertreter der Schifferbrüderschaft Lauenburg/Elbe (von 1635), Mitglieder der Schiffervereinigung Udine, die Damenkönigin des Schützenvereins Hittbergen samt Adjutantin sowie Vertreter aus Feuerwehr und Deichverband. Auch Kommunalpolitik und Landtag waren vertreten: Detlef Schulz-Hendel (Grüne) und Philipp Meyn (SPD) waren ebenso gekommen.
Landrat Jens Böther musste in diesem Jahr passen und ließ sich vertreten: Lindemann begrüßte den stellvertretenden Landrat Moritz Meister (Grüne), der – wie es in der Rede hieß – konsequent mit Bahn und Shuttle anreiste. Das sorgte für Lacher, ebenso wie mehrere Seitenhiebe auf die „ÖPNV-Liebe“ des Gastes.

In seinem Grußwort wünschte Thorben Brackmann ein frohes neues Jahr und räumte humorvoll mit dem Gerücht auf, Hohnstorf sei „nur ein schöner Vorort von Lauenburg“. Er erinnerte an frühere Neckereien – von einer gehissten Lauenburg-Flagge auf einer Elbsandbank bis zu TV-Berichten, in denen das Ufer „versehentlich“ als Lauenburg bezeichnet worden sei.

Ernst wurde Brackmann beim Thema Elbbrücke: Die Sanierung werde die Region weiter beschäftigen. Mit Blick auf die Debatten scherzte er, man könne die Eiswette fast umbenennen in: „Steit de Brück“ oder „Geit de Brück“.
Dann ging es um den Kern der Tradition: Die Wettpaten Thomas Lohmann und Eckhard Panz waren zuvor zur „Inspektionstour“ unterwegs. Lohmann erzählte in seiner Rede mit viel Humor von „Klimakonferenz, Nordpol und Südpol“ – am Ende aber zählte nur der Blick auf die Elbe. Trotz Eis am Rand und winterlicher Kulisse lautete das Urteil der Experten:

„De Elv geiht!“

Bürgermeister Lindemann kommentierte lachend, das komme „überraschend“ – man sei „auf einem guten Weg“ gewesen, aber für „Steit de Elv“ reichte es eben nicht.
Pegel-Sonderwette: 4,30 Meter – Einnahmen für die Jugendarbeit

Wie in den Vorjahren gab es zusätzlich die Pegel-Sonderwette: Getippt wurde der Wasserstand am Hohnstorfer Pegel um 11.30 Uhr. Laut Angabe des WSV lag er bei 4,30 Metern. Die Beteiligung war deutlich höher als im Vorjahr: 173 Tipps (2025: 101). Der Hauptpreis: 600 Euro als „Hohnstorfer Wunschgutschein“, einlösbar bei zahlreichen Betrieben vor Ort.

Die Einnahmen aus den Wetten fließen – wie betont wurde – erneut in die Kinder- und Jugendarbeit (unter anderem zur Unterstützung von Jugendangeboten).
Der Betrag wurde von Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn noch um 1500 Euro erhöht.
Ausklang im Fährhaus

Nach der Auswertung und Auslosung ging es zum geselligen Teil: Im (ehemaligen) Fährhaus wurde bei Essen und Getränken weitergefeiert.

Text/Foto/Video: Hajo Boldt

© Fotos: Hajo Boldt


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