Lüneburg, am Montag den 30.03.2026

Initiative bewertet Einigung kritisch

von Unser Wasser am 30.03.2026


Die Initiative Unser Wasser blickt kritisch auf die Wasserentnahme der Lüneburger Firma Paul Lohmann. Es gebe zwar Verbesserungen, aber die Initiative wünscht sich mehr. Das Schreiben der Vorsitzende n Marianne Temmesfeld im Wortlaut:

Am 16.März wurde von der Stadt Lüneburg nach einem jahrelangen Antragsverfahren der Firma Dr. Paul Lohmann eine neue „Wasserrechtliche Erlaubnis“ erteilt. Die Firma Dr. Paul Lohmann stellt in Lüneburg seit 1972 vielfältige Nahrungszusätze, Mineralsalze und Vorprodukte für Medikamente etc. her und braucht dafür reines Wasser, wie es hier in ca. 200m Tiefe zu finden ist. Der Produktionsprozess erfordert viel Kühlung, die auch mit ebendem reinen tiefen Grundwasser, das laut Erlass der Trinkwasserversorgung vorbehalten sein soll, erfolgt. Die bisherige Erlaubnis für eine Million m³, von denen nur ca.15% in die Produkte gehen und ca. 85% für die Kühlung genutzt werden, ist 2025 ausgelaufen.
Seit 2020 ist die BI Unser Wasser mit der Firma im Gespräch, um die Nutzung dieses Wassers zu diskutieren und auf eine Reduzierung hinzuwirken. Unsere Kritik und Anregungen wurden aufgegriffen und eine teilweise alternative Kühlung konzipiert, die langfristig nur halb so viel Wasser benötigt. Angesichts der Klima-Entwicklungen mit viel zu wenig Niederschlägen und künftig noch unsicherer werdender Grundwasserneubildung hat Unser Wasser nicht nur mit der Firma Dr. Paul Lohmann, sondern auch mit der Unteren Wasserbehörde und der Verwaltung der Stadt Lüneburg diskutiert. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung haben wir umfangreiche Stellungnahmen abgegeben, die auch wahrgenommen wurden. Die neue Erlaubnis wurde wieder für fast 20 Jahre und als gehobene Erlaubnis erteilt und die Wasserentnahme in einem Stufenkonzept über 7 Jahre erst(!) auf die Hälfte reduziert.
Auch wenn wir die Bemühungen der Fa. Dr. Paul Lohmann würdigen, sind wir mit dieser Entscheidung nicht glücklich. Allerdings gibt es viele Nebenbestimmungen, die über ein regelmäßiges Monitoring der Behörde die Möglichkeit geben, die Erlaubnis zu ändern, wenn Rechte Dritter beschnitten oder die Systeme der Natur geschädigt werden. Vielleicht war mehr zur Zeit nicht erreichbar.

Ein großes Thema bleibt dennoch, die Einleitung des Abwassers. Bisher wurde das Abwasser mit einer Temperatur zwischen 27 und 30°C und angereichert mit vor allem Calcium und Mangan in das Hafenbecken und damit in den Elbeseitenkanal eingeleitet. Bilanziert wurde es für diese Bundeswasserstrasse nicht. Die Landwirtschaft würde sich über diese Menge für die Beregnung freuen, wenn sie diese speichern und im Sommer zur Beregnung nutzen könnte. Günstiger wäre eine Entnahme der Menge aus dem ESK, da dann die Temperatur bereits heruntergemischt wäre. Ein Konzept hierzu liegt öffentlich noch nicht vor. Bleibt die Frage, ob die Einleitung des warmen Wassers mit erhöhter Mineralkonzentration für das natürliche Gleichgewicht des ESK schädlich ist, was bisher offenbar niemand untersucht hat.
Die Einleitung wird nicht wie die Entnahme von der hiesigen Unteren Wasserbehörde geprüft und genehmigt, sondern von NLWKN. Eine Trennung der Verfahren wird allgemein bedauert. Unser Wasser wird sich auch darum kümmern und mit allen Beteiligten versuchen, eine Nachnutzung dieses Wassers zu erreichen. Gerade in unserer Region kann eine Verschwendung solcher Wassermengen nicht hingenommen werden.

© Fotos: Pixabay


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