Inszenierung im Rathaus — Bildbearbeitung sowjetisch
von Carlo Eggeling am 09.05.2026Aufgespießt
Machen wir uns ein Bild
Die Oberbürgermeisterin braucht mehr Geld für ihre Pressestelle. Die Bildbearbeitung muss dringend verbessert werden. Anlässlich der Feier der erfolgreichen Volleyballer der SVG schickte die Pressestelle der Stadt vier Fotos, viermal mit Oberbürgermeisterin, das ist nicht ungewöhlich. Der Wähler als solcher muss sehen, wer im Rathaus die Krone trägt, pardon, die Verantwortung.
Allerdings an einer Stelle besteht dringender Handlungsbedarf: Auf der Rathaustreppe gruppieren sich Mannschaft, Trainer und Frau Kalisch. Ein genauer Blick zeigt unten links einen kleinen blauen Fleck: das Knie des Sportausschussvorsitzenden des Rates, Thomas Dißelmeyer. Der Rest des gewählten Vertreters der Bürger der Stadt fehlt. Dass er, wie die anderen Frauen und Männer von den Bürgern gewählt wurde und damit letztlich Auftraggeber und Kontrolleur der Verwaltung ist, na, hören Sie mal! Nicht so kleinlich!
Was muss der sich ins Bild drängeln?, könnten Chefin und aus Steuergeld bezahltes Gefolge gedacht haben. Das bekommen wir hin. Die Arbeit aus der Abteilung Wir-setzen-Claudia-in-Szene schafft es leider dieses Mal leider nur so grobschlächtig wie zu Zeiten des Sowjet-Diktators Joesf Stalin, der Unliebsame nicht nur in Lagern verschwinden ließ, sondern auch aus Fotos kratzen ließ, wenn sie in Ungnade fielen. Mut zur Lücke. Geschichte wird gemacht. Die Technik ist heute so viel weiter -- ein Klick aufs Fotoprogramm des Handys und -- schwupps -- verschwindet, was nicht gefällt.
Ich hoffe auf fraktionssübergreifende Anträge für die nächste Ratssitzung: mehr Schulung für die Pressestelle. Und wer hier Propaganda vermutet, kann nur mich meinen. carlo
Ps: Thomas Dißelmeyer nimmt es mit Humor, er sei halt nicht so fotogen.
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