Job-Scamming: Datendiebstahl mit gefälschten Stellenanzeigen
von Verbraucherzentrale am 14.04.2026
Verbraucherzentrale Niedersachsen warnt vor Betrugsmasche Flexibles Arbeiten von zu Hause und damit schnelles Geld verdienen – ein verlo-ckendes Job-Angebot, aber oft steckt Betrug dahinter. Beim Job-Scamming geben sich Kriminelle als potenzielle Arbeitgeber aus und täuschen gezielt Verbrauche-rinnen und Verbraucher. Ihr Ziel: an sensible Daten gelangen, um damit Bankkonten zu eröffnen oder Kredite aufzunehmen.
Die Stellenausschreibung sieht echt aus, einen eigenen Internetauftritt hat der vermeintliche Arbeitgeber auch, der Arbeitsvertrag ist unkompliziert und schnell unter-schrieben, dann der erste Auftrag: Angeblich nur zu Testzwecken soll die Person ein Bankkonto eröffnen, um ein Video-Ident-Verfahren zu überprüfen. Der Auftraggeber versichert, das Konto werde später wieder geschlossen. Doch genau hier liegt die Falle: „Mit einem auf diese Weise eingerichteten Konto samt Ausweiskopie können Betrüger erheblichen Schaden anrichten“, warnt Kathrin Bartsch, Rechtsexpertin der Verbrau-cherzentrale Niedersachsen. Identitätsmissbrauch und rechtliche Risiken Ziel der Täter ist es, die komplette Kontrolle über ein Konto zu bekommen, das offiziell auf den Namen der betroffenen Person läuft. Dieses Konto nutzen sie anschließend zur Geldwäsche: Darüber werden Einnahmen aus Fakeshops oder anderen Betrugsmaschen abgewickelt, um deren Herkunft zu verschleiern. Die betroffene Person bemerkt es oft erst, wenn das Konto bereits missbraucht wurde – und sich etwa geschädigte Dritte an sie wenden. Oft folgen Mahnungen und im schlimmsten Fall sogar eine Anzeige bei der Polizei. „Viele unterschätzen, wie gefährlich diese scheinbar harmlose Auf-gabe ist“, erklärt Bartsch. „Wer seine persönlichen Daten oder Zugangsdaten weitergibt, riskiert, für Straftaten anderer verantwortlich gemacht zu werden.“ Messenger-Dienste für Job-Scamming Häufig nutzen Kriminelle für diese Masche Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Te-legram, um schlechter identifizierbar zu sein. „Werden Ausweiskopien, IBAN oder Selfies
über WhatsApp, E-Mail oder andere Messenger angefragt, sollten diese unter keinen Umständen übermittelt werden“, betont Bartsch. „Generell gilt es vorsichtig zu sein, wenn Arbeitgeber ein hohes Gehalt bei geringem Aufwand in Aussicht stellen und die Jobzusage innerhalb von wenigen Stunden erfolgt. Solche Versprechen sind tatsächlich oft zu schön, um wahr zu sein.“
Was Betroffene tun sollten
Wer bereits Daten weitergegeben oder ein Konto eröffnet hat, sollte sofort handeln. Zunächst ist es wichtig, die Bank zu informieren und das Konto sperren zu lassen. Es ist ebenfalls ratsam, Anzeige bei der Polizei zu erstatten und rechtliche Beratung in An-spruch zu nehmen. „Schnelles Handeln kann helfen, Schäden zu begrenzen und weiteren Missbrauch zu verhindern“, so Bartsch. Der Notfall-Check der Verbraucherzentra-len hilft dabei, den Überblick zu behalten.
Bei Fragen können sich Betroffene an die kostenlose Beratung der Verbraucherzentrale Niedersachsen wenden – vor Ort, telefonisch und per Video.
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