Jungheinrich-Streik beschäftigt Arbeitsgericht
von Carlo Eggeling am 02.02.2026Die Kollegen sollen einen Lkw nicht oder nicht schnell genug durchgelassen haben soll -- Blockade beim seit zweieinhalb Monaten dauernden Streiks bei Jungheinrich. Am Donnerstag, 5. Februar, beschäftigt sich das Arbeitsgericht Lüneburg mit dem Vorfall, der Konzern zieht gegen die IG Metall und Betriebsrat vor den Kadi. Das Gericht beschreibt den Vorwurf des Unternehmens so: "Am 15.01.2026 sei im Rahmen des Streikes die Zufahrt zum Werk der Antragstellerin in Lüneburg über ca. fünfeinhalb Stunden blockiert worden. Die Blockade sei erst auf Intervention der hinzugerufenen Polizei aufgehoben worden. Die örtlichen Gewerkschaftsvertreter hätten angekündigt, die Eskalation weiter hochzufahren. Die Antragstellerin ist der Auffassung, eine mehrstündige Totalblockade stelle eine offensichtlich unverhältnismäßige Maßnahme dar, die vom Streikrecht nicht mehr gedeckt sei. Nach der einschlägigen Rechtsprechung seien allenfalls kurzzeitige Zugangsbehinderungen zulässig, um Arbeitswillige und Dritte anzusprechen und über den Arbeitskampf zu informieren. Aufgrund der Ankündigung der Gewerkschaftsvertreter sei mit weiteren Blockaden zu rechnen."
Mit einem Eilantrag will Jungheinrich verhindern, dass sich solche Blockaden wiederholen. Offenbar misst die IG Metall dem Gerichtstermin nur bedingt Bedeutung bei, denn zur gleichen Zeit lädt sie mit lokaler Besetzung zur Pressekonferenz nach Hamburg ein: "Wir werden dort über den aktuellen Stand des Arbeitskampfes informieren. Darüber hinaus stellen wir die zentralen Eckpunkte eines eigenen, tragfähigen Zukunftskonzepts für den Standort Lüneburg vor." Stellung nehmen Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Lennard Aldag, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Celle-Lüneburg, Sven Nolte, Betriebsratsvorsitzender bei Jungheinrich in Lüneburg sowie Steffen Schwarz, Stellvertreter Betriebsratsvorsitzender bei Jungheinrich in Lüneburg sowie Aufsichtsratsmitglied.
Das klingt nicht nach einem Ende des Arbeitskampfes, sondern nach durchhalten. Und es klingt auch nicht danach, dass die angebliche Rettung von rund 40 Jobs in Lüneburg, die Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch mit dem Management Ende vergangener Woche die Arbeitnehmer als Erfolg werten. Schon nach einem freundlichen Artikel in der LZ hatten sich Arbeitnehmer aus dem Lager der Streikenden kritisch geäußert: Die Grüne sei ihnen durch Beitrag und Auftritt mit dem Konzern in den Rücken gefallen.
Die Beschäftigten verweisen darauf, dass Jungheinrich nach ihrer Kenntnis nach von Anfang an 133 Stellen in Lüneburg halten wollte, die Produktion solle geschlossen werden. Die rund 140 Stellen, die am Wochenende verkündet wurden, seien also kein Zugeständnis gewesen, auch wenn Jungheinrich das anders darstelle. Wie berichtet, strukturiert der Gabelstapler-Produzent seine Standorte in Deutschland neu und anders. Auch in anderen Städten protestieren Mitarbeiter gegen die Linie des Konzerns. Carlo Eggeling
Kommentare
am 02.02.2026 um 16:09:22 Uhr
Die Bereitschaft zum Arbeitskampf ist ungebrochen, wenn nicht sogar gestiegen seit dem Artikel in der LZ.
am 02.02.2026 um 21:37:21 Uhr
Endlich wurden die Einzelheiten wahr wiedergeben.
Ein Arbeitgeber kann sich also doch nicht mit Geld in verzerrten Artikeln über ehrliche Fakten hinwegsetzen
am 03.02.2026 um 07:38:04 Uhr
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