Lüneburg, am Freitag den 27.03.2026

Knappe Gewerbeflächen bremsen wirtschaftliche Entwicklung

von Industrie- und Handelskammer am 27.03.2026



Die IHK Lüneburg-Wolfsburg warnt vor wachsenden Standortnachteilen in den Landkreisen Lüneburg und Harburg und fordert von Kreisen, Kommunen und Regionalplanung eine aktive Gewerbeflächenpolitik.

Die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) warnt vor einem zunehmenden Mangel an verfügbaren Gewerbeflächen in den Landkreisen Lüneburg und Harburg. Das aktuelle Gewerbeflächenmonitoring der Metropolregion Hamburg für die Jahre 2022 und 2023 zeigt: Gerade im südlichen Hamburger Umland sind kurzfristig nutzbare Flächen knapp. Im Jahr 2023 standen im Landkreis Lüneburg nur 9,3 Hektar, im Landkreis Harburg nur 8,9 Hektar sofort verfügbare Gewerbeflächen bereit. Beide Kreise liegen damit deutlich unter der Marke von 25 Hektar, unterhalb derer der Bericht von einem engen Flächenmarkt spricht. Für viele Unternehmen wird es damit schwieriger, am Standort zu wachsen, Erweiterungen umzusetzen oder Neuansiedlungen vorzubereiten.

„Wer Unternehmen in der Region halten und neue Investitionen ermöglichen will, muss ihnen auch Raum für Entwicklung geben. Wenn geeignete Gewerbeflächen fehlen, wird aus einem Standortvorteil schnell ein Standortnachteil“, sagt Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHKLW. „Das trifft nicht nur große Ansiedlungen, sondern vor allem mittelständische Betriebe, das Handwerk und logistiknahe Unternehmen, die auf verlässlich verfügbare Flächen angewiesen sind.“

Zwar weist die Metropolregion Hamburg insgesamt noch Gewerbeflächen aus. Das Monitoring macht aber zugleich deutlich, dass diese Flächen räumlich sehr ungleich verteilt sind. Während Regionen wie Schwerin oder Ludwigslust-Parchim über deutlich größere sofort verfügbare Flächenreserven verfügen, bleibt das Angebot in Hamburg und dem Umland angespannt. Besonders entlang der Verkehrsachsen rund um die Metropole ist kurzfristige Flächenverfügbarkeit eher die Ausnahme. Für die Landkreise Lüneburg und Harburg ist das ein Nachteil, weil gerade dort die Nachfrage nach gut angebundenen Standorten hoch ist.

Auch Jens Wrede, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH (WLH) und Mitglied der IHKLW-Vollversammlung, sieht dringenden Handlungsbedarf. „Wir erleben in der Praxis, dass die Nachfrage da ist, passende Flächen aber oft nicht im nötigen Umfang oder nicht zum richtigen Zeitpunkt verfügbar sind. Das erschwert Betriebserweiterungen ebenso wie Neuansiedlungen. Gerade für Kommunen wird es damit immer schwerer, wirtschaftliche Entwicklung aktiv zu gestalten. Wir brauchen schneller verfügbare, erschlossene Flächen und eine engere Abstimmung über kommunale Grenzen hinweg.“

Erschwert wird die Lage zusätzlich durch konkurrierende Nutzungsansprüche. Gewerbe- und Industrieflächen konkurrieren zunehmend mit Wohnungsbau, Verkehrsinfrastruktur, Naturschutz und der Energiewende um dieselben Räume. Gerade in verdichteten Räumen rund um Hamburg nimmt dieser Druck weiter zu. Aus Sicht der IHKLW reicht es deshalb nicht, auf einzelne freie Flächen zu verweisen. Nötig ist eine strategische und vorausschauende Flächenpolitik.

Die IHKLW appelliert deshalb konkret an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den Städten und Gemeinden, an Kreis- und Gemeinderäte sowie an die zuständigen Regionalplaner, Gewerbeflächen frühzeitig zu sichern, interkommunale Gewerbegebiete voranzubringen und Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. „Gewerbeflächen sind eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Beschäftigung und kommunale Einnahmen“, sagt Zeinert. „Wenn wir wollen, dass Unternehmen in der Region bleiben, investieren und Arbeitsplätze sichern, müssen Kreis- und Kommunalpolitik jetzt gemeinsam handeln.“

Die Ergebnisse des Gewerbeflächenmonitorings bieten nach Einschätzung der IHKLW eine gute Basis, um daraus konkrete Konsequenzen abzuleiten. Ziel müsse es sein, in den Landkreisen Lüneburg und Harburg wieder mehr realistische Entwicklungsoptionen für Unternehmen zu schaffen, damit die Region langfristig wettbewerbsfähig bleibt.
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© Fotos: Pixabay Beispielfoto


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