Lüneburg, am Mittwoch den 28.01.2026

Kritik an Alkoholverbotszone: Symbolpolitik statt sozialer Lösungen

von Thorben Peters, Oberbürgermeisterkandidat am 28.01.2026



Die Linke Lüneburg kritisiert die geplante Alkoholverbotszone in der Lüneburger Innenstadt scharf. Statt soziale Probleme nachhaltig anzugehen, setzt die Stadt auf ordnungspolitische Maßnahmen, die vor allem zur Verdrängung wohnungsloser und suchtkranker Menschen führen. Fachliche Wohnungslosenhilfe und Suchthilfe warnen seit Jahren davor, dass solche Verbote Probleme nicht lösen, sondern lediglich räumlich verschieben, oft mit verschärften Folgen.

Thorben Peters, Oberbürgermeisterkandidat der Linken kritisiert:

„Alkoholverbotszonen schaffen keine Sicherheit, sie verdrängen Menschen in Not lediglich aus dem Sichtfeld und sind zugleich reine Symbolpolitik zum Schaden der Ärmsten. Wer den Menschen den Platz in der Altstadt nimmt, drängt sie zwangsläufig in Wohngebiete und ruhigere Viertel. Das kann doch nicht ernsthaft das Ziel einer verantwortungsvollen Stadtpolitik sein.“

Fachliche Positionen der Wohnungslosenhilfe, unter anderem der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW) sowie Verbände der Suchthilfe, sprechen sich seit Jahren gegen rein ordnungspolitische Maßnahmen aus und fordern stattdessen sozialpolitische und gesundheitsorientierte Lösungen im Umgang mit Wohnungslosigkeit und Suchterkrankungen.

„Verbotszonen halten Menschen gezielt von niedrigschwelligen Hilfsangeboten fern und verschlechtern ihre gesundheitliche Situation“, so Peters weiter. „Betroffene werden in abgelegenere Bereiche verdrängt, wo Sozialarbeit sie kaum noch erreicht, Hilfebeziehungen abbrechen und Alkohol oft schneller und riskanter konsumiert wird. Gleichzeitig treiben Bußgelder und Ordnungsstrafen viele tiefer in Armut und Ausgrenzung.“

„Die Linke Lüneburg fordert den Stadtrat auf, von der Einführung der Alkoholverbotszone abzusehen und stattdessen konsequent auf soziale Lösungen zu setzen“, ergänzt Marianne Esders, Mitglied des Stadtrats für Die Linke. „Dazu gehören der Ausbau von Streetwork und niedrigschwelliger Suchthilfe, mehr Wohnangebote nach dem Prinzip ‚Housing First‘ sowie betreute Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum. Nur durch gezielte Investitionen in soziale Infrastruktur lassen sich Konflikte nachhaltig entschärfen und die Lebenssituation der Betroffenen verbessern.“

© Fotos: Ki generiert


Kommentare Kommentare

Kommentar von Lühmann Martin
am 28.01.2026 um 11:21:51 Uhr
Ist leider so, bringt nichts !
Verdrängen von Problemen !
Das ist so wie eine Einwegsteuer!


Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook