Lüneburg, am Sonntag den 19.04.2026

Martin Lühmann wechselt zur CDU und kandidiert für den Rat

von Carlo Eggeling am 19.04.2026


Den Grünen hat er ihr Parteibuch zurückgegeben, im Stadtrat hat er sein Mandat behalten, jetzt passiert, was schon länger klar war: Martin Lühmann ist ein Schwarzer, er tritt bei der im Herbst für die CDU an. Der Wirt des Anno 1900 in der Altstadt steht im Wahlbereich 1, der Teile der Altstadt abdeckt, auf Platz 3 der CDU-Liste hinter dem Wirtschaftsbeauftragten Alexander Schwake und dem Ortsverbandsvorsitzenden Heiko Eggers.
Der Kneipier rechnet sich gute Chancen aus, ins Stadtparlament zu kommen.
Lühmann hat einen Vorteil, den viele andere nicht mitbringen: Er kennt halb Lüneburg, wenn nicht mehr. Und die Leute kennen ihn. Vor allem reden selbst die mit ihm, die auf Politiker schimpfen und der AfD nahe stehen -- trotzdem Lühmann sich klar von der in weiten Teilen rechtsextremen Partei abgrenzt.
Insofern könnte er einige überzeugen, ein Kreuz bei ihm und bei der Union zu machen.
Dass der Ur-Lüneburger, der mit rustikaler Sprache, rauhem und sicher nicht immer politisch korrektem Charme auftritt, Wähler ziehen kann, war in anderen Parteien klar. Er habe Gespräche mit anderen Lagern geführt, sagt Martin, sich dann für die CDU entschieden. Allerdings bleibe er bist zum Ende der Ratsperiode parteilos.
Der Unternehmer findet die Konservativen wirtschaftsnah, ihm gefällt, dass sie wie er die Verpackungssteuer ablehnen und dass sie den umstrittenen Fahrradring infrage stellen: "Ich bin für mehr Pragmatismus. Mobilität bleibt in Lüneburg eins der wichtigsten Themen." In Sachen Mobilität müsse manches neu betrachtet und verhandelt werden.
Ob er künftig und damit in der laufenden Wahlperiode auch der CDU-Fraktion im Rat angehören werde, sei noch nicht klar: "Das wird rechtlich geprüft." Es geht dann auch darum, ob und wie Ausschüsse neu besetzt werden.
Auf die letzten Monate bis zur Wahl im September verschieben sich damit eventuell Mehrheiten. Denn in der Linken gab es ebenfalls gerade eine Veränderung. Michael Bugenhagen ist aus der Fraktion ausgetreten, hat aber trotz Protest aus seiner ehemaligen Partei sein Ratsmandat behalten. Das bedeutet für die Linke, dass sie durch einen anderen Status Sitze in Ausschüssen verliert, möglicherweise auch im Verwaltungsausschuss, dem sogenannten Kleinen Rat. Dort muss das Los entscheiden, der Sitz könnte an die bislang nicht stimmberechtigte FDP gehen. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook