Lüneburg, am Samstag den 28.02.2026

Mehr Betreuung, Familien brauchen eigenen Bereich

von SPD / Carlo Eggeling am 28.02.2026


Ein Mann starb nach einer Auseinandersetzung in der Gemeinschaftsunterkunft in Rettmer, die Polizei ermittelt in einem Tötungsdelikt. Was für Konsequenzen sollte die Stadt und vor allem die Sozialverwaltung aus der Tragödie ziehen? Dazu hat die Stadtratsfraktion der SPD eine Meinung. Antje Henze vertritt die Partei im sozialausschuss. Die Erklärung im Wortlaut:


Nach den Ereignissen in der GU Rettmer: Jetzt gemeinsam nach vorne schauen
„Die jüngsten tragischen Ereignisse in der Gemeinschaftsunterkunft Rettmer haben viele Menschen in Lüneburg erschüttert. Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen. In dieser Situation ist es wichtig, besonnen zu bleiben und den Blick nach vorne zu richten: Wie können wir die Unterbringungssituation verbessern und Menschen frühzeitig besser unterstützen, damit Krisen gar nicht erst eskalieren?”, kommentiert die Lüneburger Stadtratsfraktion die jüngsten Entwicklungen in Rettmer.

Sie weist darauf hin, dass sie sich seit Langem für eine dezentralere Unterbringung sowie für ein verbindliches Gesundheits- und Betreuungskonzept in Gemeinschaftsunterkünften einsetzt. Diese Forderungen wurden immer wieder in politischen Gremien eingebracht. Die aktuellen Ereignisse zeigen leider, wie dringend solche Strukturen gebraucht werden.
Die Ortsvorsteherin von Rettmer, Carmen Bendorf, erklärt:

„Die Ereignisse sind für alle schwer zu ertragen. Uns geht es jetzt nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, Lehren zu ziehen. Wir haben schon lange darauf hingewiesen, dass große Sammelunterkünfte besondere Risiken bergen. Dezentrale Lösungen und bessere Unterstützung vor Ort sind aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt, um die Situation für alle sicherer zu machen.“

Auch die SPD-Ratsfrau Antje Henze betont den Blick nach vorne:
„Wir fordern seit Jahren ein klares Gesundheits- und Betreuungskonzept für Unterkünfte wie in Rettmer. Die tragischen Vorfälle zeigen, dass wir hier schneller vorankommen müssen. Es geht darum, Menschen mit psychischen Belastungen frühzeitig zu erreichen und gleichzeitig Familien, Kinder und Mitarbeitende besser zu schützen. Das ist eine gemeinsame Aufgabe von Stadt, Landkreis und allen Beteiligten.“

Die SPD spricht sich dafür aus, nun zügig konkrete Verbesserungen auf den Weg zu bringen: mehr niedrigschwellige medizinisch-psychosoziale Hilfe vor Ort, klarere Schutzkonzepte in den Unterkünften und eine schrittweise Entlastung großer Gemeinschaftseinrichtungen durch dezentrale Unterbringung.

„Unser Ziel ist es, aus dieser schwierigen Situation konstruktiv zu lernen“, so Bendorf und Henze gemeinsam. „Nur mit mehr Prävention, besserer Betreuung und tragfähigen Strukturen können wir ähnliche Eskalationen in Zukunft verhindern.“

**Antrag an den Sozialausschuss / Rat der Hansestadt Lüneburg**
**Thema: Mehr Sicherheit und bessere Betreuung in der Gemeinschaftsunterkunft Rettmer**

### Kurzfassung der Forderungen:

* Regelmäßige psychiatrische Hilfe direkt in der Unterkunft (1–2 Mal pro Woche)

* Frühzeitige Erkennung und Behandlung psychischer Krisen

* Bericht nach sechs Monaten zur Wirksamkeit des Angebots

* Klare Abläufe und Zuständigkeiten bei Krisen und Gewalt

* Regelmäßige Fallbesprechungen und verständliche Notfallwege

* Räumliche Trennung von Familien mit Kindern und alleinstehenden Erwachsenen

* Möglichst keine Zweibettzimmer für psychisch stark belastete Personen

* Bessere Schulung des Personals im Umgang mit psychischen Krisen, Sucht und Aggression

* Frühzeitige Konfliktprävention

* Überprüfung des Sicherheitsdienstes

* Stärkere Investition in präventive soziale und psychologische Betreuung

* Entwicklung eines Konzepts für mehr dezentrale Unterbringung

* Langfristige Entlastung großer Sammelunterkünfte

© Fotos: SPD / Antje Henze


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook