Lüneburg, am Dienstag den 14.04.2026

Mehr Tote auf den Straßen

von Carlo Eggeling am 14.04.2026


Auf den ersten Blick wirkt es dramatisch, auf den zweiten tragisch und erklärbar. Zehn Menschen starben im Jahr 2025 auf den Straßen in Stadt und Kreis. In den Jahren 2023/24 waren es vier beziehungsweise drei. 2022 nennt die polizeiliche Statistik neun getötete Unfallopfer. Bei den Schwerverletzten gab es eine leichte Senkung von 118 in 2022 auf 109 und jeweils 103 in den vergangenen beiden Jahren. Rechnet man die Zahlen zusammen, bleibt das Niveau bei schweren Unfällen über die vergangenen zehn Jahren relativ gleich. Eine Bilanz, die man aus der Präsentation der Polizei zu den Unfallzahlen ziehen kann.

In der Folge von Unfällen, sollen Straßen sicherer werden. So starben beispielsweise zwei Menschen bei einem Unglück zwischen Scharnebeck und Echem auf der K 53. Die Strecke gilt seit Jahren als riskant. Kürzlich stellte der Landkreis neue Schilder für ein Tempolimit auf, die Polizei betont, dass sie an Schwerpunkten mit entsprechenden Kontrollen reagiere. Doch manchmal helfen auch Warnungen nichts, etwa wenn Unachtsamkeit eine Rolle spielt, weil jemand zu schnell unterwegs oder mit dem Handy beschäftigt ist.

Es gab mehrere Tragödien. Im vergangenen August waren zwei 19-Jährige im Amt Neuhaus bei Zeetze mit dem Motorrad unterwegs, beide ohne Helm. Die Maschine kam von der Straße ab, prallte gegen einen Baum und einen Zaun. Der Sozius starb, der Fahrer wurde schwer verletzt. Im Oktober überquerte ein 64-Jähriger am Lüneburger ZOB die Fahrbahn und übersah einen Bus, der Mann wurde überrollt, er erlag später seinen schweren Verletzungen. Im Mai starb ein Radfahrer an den Folgen eines Zusammenstoßes. Der Mann war in Höhe Am Kreideberg/Von-Dassel-Straße beim Abbiegen mit einem VW zusammengeprallt und stürzte.

Für die Polizei präsentierten Polizeidirektor Oliver Suckow, Verkehrssicherheitsberater Martin Schwanitz sowie Kai Richter und Michel Koenemann von der Pressestelle das Zahlenwerk. Generell stieg die Zahl der Unfälle um gut viereinhalb Prozent von 4243 auf 4435. 764 leichte Unfälle verzeichnet die Statistik, ein Plus von 43. Fast ein Fünftel machen Wildunfälle aus, dort gab es eine Zunahme von knapp 100 auf 878 Fälle. Auf gleichem Level bleiben "Verkehrsunfallfluchten" mit 1215 Fällen, also zumeist der Rempler auf dem Parkplatz.

Im Blick haben die Beamten Schulwegunfälle, die von 19 auf 29 stiegen. Aber auch Unfälle, bei denen Alkohol (85) oder Medikamente oder Drogen (11) ursächlich sind.

Suckow unterstreicht, dass Polizisten intensiv geschult werden, um Konsum und Ausfallerscheinungen zu erkennen. Fahruntüchtigkeit sei immer wieder Thema, mit zunehmendem Altersdurchschnitt hätten es die Beamten öfter mit Fahrern und Fahrerinnen zu tun, denen der Schulterblick oder eine angemessene Einschätzung der Verkehrslage Probleme bereiten. Ab und an beschlagnahmen sie Führerscheine, die Führerscheinstelle beziehungsweise ein Gericht befinden darüber, ob dem Betreffenden die Fahrerlaubnis grundsätzlich entzogen werde.

Alter und Fehleinschätzungen des eigenen Könnens spielen nach Eindruck der Polizei eine Rolle bei einem Plus von 24 Prozent bei Unfälle mit Elektrorädern. Schnell, anderes Bremsverhalten -- nicht jeder kommt damit zurecht. Die zunehmende Zahl von Elektrorollern zeigt sich schmerzhaft in den Zahlen: In den drei Landkreises der Polizeiinspektion verzeichneten die Beamten 107 Unfälle mit "Kleinstfahrzeugen", ein Plus von gut 81 Prozent.

Die Hauptunfallursachen seien überhöhte Geschwindigkeit, zu geringer Abstand, Fehler beim Abbiegen und das Missachten der Vorfahrt. Die Polizei kündigt an, was sie seit Jahren als Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht: Kontrollen in Sachen Rausch und Handytippen, Radler und deren Fehlverhalten bleiben im Fokus und auch die Abenteurer auf E-Roller sollen das ein und andere Mal ausgebremst werden. Carlo Eggeling

Das Foto (ca) zeigt den tragischen Unfall am Busbahnhof. Die Feuerwehr musste das Fahrzeug anheben, um den Senior zu befreien. Er erlag später seinen Verletzungen.

© Fotos: ca


Kommentare Kommentare


Zu diesem Artikel wurden bisher keine Kommentare abgegeben.



Kommentar posten Kommentar posten

Ihr Name*:

Ihre E-Mailadresse*:
Bleibt geheim und wird nicht angezeigt

Ihr Kommentar:



Lüneburg Aktuell auf Facebook