Lüneburg, am Freitag den 22.05.2026

Messen am Schanzenweg

von Carlo Eggeling am 22.05.2026


In einer Präsentation im Bauausschuss war vor Monaten die Rede von zig Messpunkten am Schanzenweg, doch es werden laut Stadtverwaltung lediglich fünf, "weil nicht alle Eigentümer zugestimmt haben. Die Messpunkte sind dafür da, das Senkungsverhalten in einem Gebiet darzustellen." Sie sollen sich künftig in das Netzwerk bestehender Messpunkte im Stadtgebiet einfügen, eine zeitliche Begrenzung sei nicht geplant.

Wie berichtet, soll am Schanzenweg -- und damit einen Steinwurf entfernt von abgängigen Ochtmisser Kirchsteig -- ein Bauprojekt mit rund 100 Wohnungen entstehen. Anwohner fürchten, dass Erschütterungen und Lasten auch ihr Fleckchen Erde in Bewegung bringen könnten. Die Stadt hält das für eher unwahrscheinlich.

Das Bauprojekt soll sich in zwei Bereichen entwickeln: Der alte Gewerbehof in Richtung Neuetorstraße erhält eine neue Anmutung, dazu sollen Neubauten entstehen. Eine Bürgerinitiative vermutet, dann auf der Schattenseite des Lebens zu zu Hause zu sein, erdrückt von dem Komplex, der höher ausfallen soll, als die Einfamilienhäuser, die dort seit langem stehen.

Allerdings mussten Nachbarn, die gegen das Vorhaben klagten, Niederlagen hinnehmen, Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht erkannten das Vorgehen der Stadt als rechtmäßig an. Die Verwaltung nahm wie die Investoren die mehrgeschossigen Gebäude Vor Mönchsgarten als Vergleichsmöglichkeit.

Das Verfahren für den Komplex schreitet langsam voran. Aus dem Rathaus heißt es: "Die Bauherrin reichte die geforderten Statikunterlagen für den Blockinnenbereich im Januar 2026 fristgerecht ein. Die Prüfung der Unterlagen ist noch nicht abschließend erfolgt. Für die zwei Neubauten des Blockrandbereiches steht der geotechnische Bericht GK3 mit den Statikunterlagen noch aus."

Daher macht aus Sicht der Bauverwaltung die von Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch angekündigte Bürgerversammlung keinen Sinn. Anwohner vermuten, sie wolle das Thema aus dem Wahlkampf halten. Die Pressestelle der Verwaltung hingegen antwortet: "Um das Bauvorhaben und die damit verbundenen technischen Herausforderungen vollumfänglich mit den entsprechenden Experten darzustellen, sind der geotechnische Bericht und auch die geprüfte Statik unverzichtbar. Gerade für diese noch fehlenden Untersuchungen interessieren sich die Anwohnenden. Aufbauend auf dem geotechnischen Bericht kann die Bauherrin dann z.B. ihr geplantes Beweissicherungsverfahren darlegen. Wann diese Unterlagen vorliegen, hängt von der Bauherrin ab."

Es kann also noch dauern. Anwohner hoffen im anderen Punkt auf Bewegungslosigkeit -- möglichst keine Veränderung an den Messpunkten. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


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