Lüneburg, am Samstag den 28.02.2026

Moin nimmt Stellung — Anfangsprobleme

von Carlo Eggeling am 14.01.2026


Die Beschwerden reißen nicht ab, der Start, der seit Jahresbegin für den Busverkehr zuständigen kreiseigenen Gesellschaft Moin, scheint schlaglochreich. Bei LA, aber auch auf anderen Kanälen im Netz, finden sich Klagen über ausfallende Verbindungen, digital nicht aufeinander abgestimmte Angebote anderer Anbieter wie der Bahn und des HVV. Offensichtlich hat man inzwischen bei der Moin und im Kreishaus erkannt, dass man öffentlich Stellung nehmen muss. Anfragen, wann es eine Pressekonferenz geben solle, wurden beim Landkresi als auch bei der Moin, negativ beschieden. Nun wollen Landrat Jens Böther, Kreisrat Rainer Müller, Moin-Geschäfstführer Nikolas Wenzel sowie Mareike Harlfinger-Düpow (Fachdienstleiterin Mobilität Landkreis Lüneburg) am Freitag Stellung nehmen.

Unabhängig davon hat LA einen Fragenkatalog an die Moin geschickt. Die Antworten:


+ Bei uns gehen reihenweise Beschwerdenein. In den Bussen erzählen die Fahrer, dass sie die Routen nicht kennen und fragen die Fahrgäste nach dem Weg. Angeblich notieren sie sich handschriftlich den Ablauf.

Oberstes Ziel ist es, den Busbetrieb für die Fahrgäste zuverlässig aufrechtzuerhalten. Um kurzfristige Ausfälle zu vermeiden, wurden in wenigen Fällen zusätzliche Fahrer eingesetzt, die sich noch in der Streckeneinarbeitung befinden. Weitere begleitende Schulungen und Unterstützung sind vorgesehen, damit zügig die notwendige Routine entsteht.

+ Zudem erzählen die Fahrer, dass es zu wenig Personal gibt und die Moin zusammenklaubt, was sie von anderen Unternehmen bekommen kann. Man sei massiv unterbesetzt.

Der Markt für Fahrpersonal ist bundesweit angespannt, was kurzfristige Nachsteuerungen erforderlich machen kann. Unser Ziel ist mittel- bis langfristig ein stabiler Betrieb mit fest eingeplantem Personal. Die MOIN befindet sich in der Anlaufphase, in der es zu Engpässen beim Fahrpersonal gekommen ist. Oberste Priorität hat die Sicherstellung des Busverkehrs. Um Fahrtausfälle zu vermeiden und den Verkehr weiterhin aufrechtzuerhalten, wurden ergänzend zusätzliche Fahrer angefragt und eingesetzt.

+ Es komme immer wieder zu Verspätungen und Ausfällen aufgrund dieser Situation, die nichts mit Schnee und Eis zu tun hat. Anzeigen, auch im Netz funktionieren nicht. Sie räumen ein, dass Sie große Probleme haben mit digitalen Schnittstellen haben. Wie stellen Sie sich zu den Vorwürfen?

Eine Betriebsübernahme in dieser Größenordnung, wie sie die MOIN zum 1. Januar 2026 hingelegt hat, läuft nie ohne gewisse „Störgeräusche“ ab. Den Großteil unserer Kundinnen und Kunden befördern wir seit knapp zwei Wochen sicher und zuverlässig von A nach B. Viele Fahrgäste sind mit dem Service sehr zufrieden. Wo es noch hakt, bessern wir zeitnah nach: So konnten wir beispielsweise technische Schwierigkeiten bei der Darstellung in der DB Navigator-App oder der hvv-App bereits erfolgreich beheben.
Jedem Hinweis, der bei uns eingeht, gehen wir nach.

+ Die Anfrage leite ich auch an den Landkreis weiter mit der Frage, wer die politische Verantwortung übernimmt und der Frage, wie der Gesellschafter eingreift und ob das Konsequenzen für die Geschäftsführung hat, denn die -- so der Vorwurf -- sei zuvor auf die Softwareprobleme hingewiesen worden.
Mit der MOIN hat der Landkreis Lüneburg den Busverkehr im Kreisgebiet zu Jahresbeginn rekommunalisiert. Unser kreiseigenes Unternehmen ist nach dem zuvor geltenden Notfahrplan des Notfahrplans vom Notfahrplan aus dem Stand in die volle Busverkehrsleistung mit den vorgesehenen 20-Minuten-Takten für den Stadtbusverkehr gegangen. Mit anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten und technischen Hindernissen war zu rechnen, das Gros der Verspätungen und Ausfälle ist allerdings auf die winterlichen Witterungsverhältnisse zwischen dem 3. und 12. Januar zurückzuführen.
Der Landkreis Lüneburg als Aufgabenträger des ÖPNV und als alleiniger Gesellschafter steht in engem Austausch mit der MOIN, um das Projekt "Rekommunalisierung des Nahverkehrs" wie geplant zum Erfolg zu führen. Alle Verantwortlichen arbeiten daran, noch bestehende Schwachpunkte im System zu identifizieren und zu beheben. Carlo Eggeling

© Fotos: Moin


Kommentare Kommentare

Kommentar von Ingo Schatz
am 14.01.2026 um 17:01:36 Uhr
In dem Moment war’s nervig. Aber insgesamt ist das Projekt eine gute Sache. Etwas „Einarbeitungszeit“ bin ich als Kunde gerne bereit zu gewähren, gerade auch bei solchen Bedingungen.
Ich fänd personelle Konsequenzen überzogen und etwas mehr good will angebracht. Die Stabilität des Netzes auf LANGE Sicht ist wichtig! Nicht der Start zu unbestreitbar erschwerten Bedingungen.
Kommentar von Miriam K
am 14.01.2026 um 18:58:20 Uhr
Täglich liest man im WhatsApp Kanal von Ausfällen aufgrund technischer Probleme. Sa würde es mich schon interessieren,was da los ist. Manche sind ja auch drauf angewiesen und nicht jeder Arbeitsgeber ist so kulant das nun in der zweiten Woche so zu tolerieren.
Kommentar von Reiser iris
am 14.01.2026 um 19:06:43 Uhr
Also ihr könnte auch mal wegen den Bargeldlosen bezahlen euch was einfallen lassen den nicht keder hat oder kann sich so eine aufladbare karte leisten .Zumal man im mom keine nekommt weil die alle ausberkaufr sind .
Kommentar von krause
am 14.01.2026 um 19:08:03 Uhr
Ich finde das die Moin in den Bereich Verkauf von Fahrscheine alles so lassen sollen wie es vorher war und sich bevor man ein neues
Busunternehmen gründet noch einmal sich mit der KVG Lüneburg an ein Tisch setzen sollen und reden um Probleme zu lösen und nicht einfach den Vertrag mit der KVG zu kündigen und ein neues Unternehm der KVG vor zu setzen
Kommentar von Susanne Buchholtz
am 14.01.2026 um 20:47:59 Uhr
Ich finde es eine Frechheit das man die 2 Euro fürs Ruftaxi bezahlen muss (hin 2 Euro zurück 2 Euro).
Brauchte man beim Rufbus nicht!!!
Kommentar von Busfahrer 0815
am 14.01.2026 um 21:48:39 Uhr
Sehr guter Text! Respekt! Gar nicht auszumalen wie viele Ausfälle noch dazukommen würden, wenn nicht die KVG (ja genau, DIE KVG) bereits seit Tagen Leistungen von der RBB & MOIN zusätzlich fahren würde. Aber das darf niemals an die Öffentlichkeit kommen, wie steht man sonst da? Ach ja, ich dachte die MOIN fährt mit hochmodernen Fahrzeugen, wie kann es denn täglich zu zig Ausfällen wegen "technischer Problemen" kommen... Fragen über Fragenen... aber auch dafür gibt es sicherlich gute (politische) Ausreden...
Kommentar von Christopher
am 15.01.2026 um 10:45:27 Uhr
Die Linie 5903 ist eine einzige Katastrophe ! Die Grundschüler werden teilweise garnicht abgeholt oder der Bus kommt , wenn eigentlich schon Unterrichtsbeginn wäre. Seit Anfang des Jahres habe ich 1x erlebt das der Bus kam und pünktlich war. Teilweise wurden die GRUNDSCHÜLER 1. KLASSE noch nicht mal bei der Schule in Brietlingen abgeholt und wir Eltern mussten los. Guckt man in den WhatsApp Kanal wird das noch nicht mal erwähnt. Eine einzige Frechheit und Sauerei ist das gerade. Da gibt es auch keine Ausrede , das ist BOCKMIST ! Heute war zum Glück der LINIENBUS so freundlich und hat die Kinder mitgenommen. Sonst hätte man wieder gucken müssen.
Kommentar von Iris Winter-Becker
am 15.01.2026 um 15:50:56 Uhr
Ich bin 75 Jahre alt, wohne in Vögelsen und bin auf den ÖPVN angewiesen um mich versorgen. Seit Moin muss ich wenn ich am Sande mit dr 5019 zurück nach Vögelsen fahren möchte mit meinem schweren Einkaufsbuggy am ZOb nochmal umsteigen, sprich meinen Buggy noch mal raus und reinwuchten , warten um dann mit einer anderen 5019 nach Vögelsen zu fahren.Mit der KVG konnte ich durchfahren. Auch ist die Rufmobil Verbindung von vögelsen nach Reppenstedt ,Fahrzeit 10 Min gestrichen. Buchung per Hop Taxi ist mit dem Hinweis, es besteht eine Busverbindng nicht möglich. Die Busverbindung ist mit der 5019 zum Sande, dann mitder 5013 nach Reppenstedt Dauer fast eine Stunde .hin und zurück 2 Stunden.Es sind nicht nur technische und Anfangsschwierigkeiten, sonder auch Verschlechterungen in der ganzen Netzplanung für die Kunden eingetreten .


Kommentar von Rita Richert
am 16.01.2026 um 07:30:05 Uhr
Ich fahre seit Ende Oktober 2024 mindestens. 6 x/Woche, aus Hamburg kommend, mir dem 5200 (Salzhausen) nach Luhmühlen und zurück. Alternativ mit dem 5201, der zu KVG Zeiten bis Salzhausen Schulzentrum fuhr.
Warum der nun nur noch bis Kirchgellersen fährt wurde bisher nicht beantwortet. Nun, mit KVG Bussen, geht das wieder. Am Mittwoch stand ich ab 16.10 Uhr bei kurz vor 0° an der Haltestelle am Brink, Luhmühlen, um zurück zum ZOB LG. mur dem 16.17 Uhr Bus zu fahren. Der kam nicht. Ich muss weiter nach Hamburg...Auf Nachfrage, was los ist, werde mir mitgeteilt, das der Bus bereits 11.20 Uhr in der WhatsApp als Ausfall aufgrund eines technischen Defekts mitgeteilt wurde. Diese App kam bei mir nicht an. In der DB App gab es keine Info wie zu KVG Zeiten. Der "Witz" ist, ich rief ca. 12.30 Uhr an ZOB LG. aus Hamburg kommend bei Mojn (mal wieder) an um mich bzgl. des 5201 zu erkundigen und fragte zusätzlich, ob der 5200 sowohl 16.17 als auch 16.17 Uhr Am Brink abfährt. "JA, die Fahrten finden statt". Seit 11.20 Uhr war aber die Fahrt um 15.17 Uhr gestrichen...Ich war froh, das es nicht Sonnrag bei Minus 11° eine Stunde rumstehen Am Brink war. Frage: Weiss dort überhaupt jemand etwas? Was ich seit Abfang des Jahres erlebt habe reicht um das Vertesuwn in Day Untehnehmen im Minusbereich ansiedeln muss. Der hop Betrieb ist dort offenbar nicht zuständig. Näheres konnte auch in 3 Gesprächen nicht erfahren werden. Was, wenn es mal der letzte Bus abends ist, der ausfällt? Strassenrand übernachten? Wer tahlt mir 60€ fürs Taxi? Wenn es nicht anders geht, müsse ich das wohl übernehmen, war die Antwort. Fazit: Eine Blamage und Peinlich für Lüneburg . War bisher die Frage: Was macht der Metronom heute, ist es nun die Unsicherheit, komme ich mit dem Bus hin - und auch wieder zurück??Das Monaticket ist teuer. Da kann ich Zuverlässigkeit zumindest erwarten. Sie vorauszusetzen wäre wohl zuviel. Fahrplanauskunft von Drittanbietern, die in Bayern im Homeoffice sitzen und von Salzhausen und den Linien nichts wissen/kennen grenzt an Lächerlichkeit, wenn man nur nicht ernsthaft eine Auskunft bekommen möchte...
Kommentar von Sven-Thorsten Rung
am 16.01.2026 um 08:16:28 Uhr
Ich bin alleinerziehender Papa aus Vastorf und aufgrund der sehr schlechten Anbindung auf das Rufmobil angewiesen aber wenn ich jetzt laut App über 6€ für mich und meinen 2 jährigen Sohn pro Fahrt von Barendorf nach Vastorf und umgekehrt zahlen soll macht mich sprachlos.
Wozu habe ich mich nochmals für das Deutschland-Ticket entschieden wenn ich für alles extra zahlen soll.

Des weiteren war von vornherein klar das nicht ausreichend Personal für die Busse zur Verfügung steht, das war weitreichend bekannt damit hatte schon die KVG Ihre Aufgaben aber die hohen Herren / Frauen sind ja der Meinung alles besser zu können. Die jetzt eingesetzten Fahrer müssen nun leider den Unmut der Fahrgäste ausbaden weil Sie weder die Haltestellen noch die Streckenführung kennen und das war schon vor dem Start eindeutig abzusehen.
Kommentar von Michael K.
am 16.01.2026 um 10:44:16 Uhr
Hab erst jetzt mitbekommen,das man im Bus nicht mehr bezahlen kann.Haben keine Landeszeitung wo wir es vielleicht gelesen hätten.Hätte man evtl.besser kommunizieren können.Ich bin jetzt kein Mensch der über Handy bezahlt und werde das auch in Zukunft nicht machen.Diese Fahrscheine die man erwerben kann,gibt es hier auf dem Dorf nicht.Also werde ich vom Busfahren wieder Abstand nehmen.Unverständlich,warum man kein Bargeld nutzen kann.
Kommentar von Michael Krüger
am 16.01.2026 um 14:03:32 Uhr
Ich sehe es so wie Ingo Schatz,
Nun gebt den Leuten von der MOIN doch mal etwas Zeit das Projekt ans laufen zu bekommen. Dieses ewige Meckern ist wirklich nervig!
Kommentar von Mene
am 22.01.2026 um 13:46:40 Uhr
Hallo, seit letztem Jahr Sommer fahre ich regelmäßig Morgens und Abends mit dem Bus von Scharnebeck nach Lüneburg (5500) und zurück (5503 und manchmal auch 5500). Morgens kam der Bus eigentlich immer ziemlich pünktlich, aber seitdem sich das jetzt alles geändert hat kommt der Bus zu spät oder 2 mal auch garnicht. Wenn der Bus garnicht kommt, müssen wir den Bus um 7:20 nehmen, der aber viel zu spät am ZOB ankommt. Wenn wir dann Mittags wieder zurück nach Scharnebeck wollen, haben wir immer die Nummer 5120 (ehemals) genommen und jetzt nach der Änderung die 5503. Wir haben uns meist für die 5120 entschieden, weil es ein langer Bus ist und er meist ein paar Minuten früher, als der andere an unserer Haltestelle ankam. Jetzt nach der Änderung allerdings kommt dieser immer mindestens 6 Minuten zu spät.
Kommentar von Mohammad
am 23.01.2026 um 12:41:49 Uhr
Diese Busse sehen uns und fahren weg und die sehen uns und fahren weg und es ist zu kalt
Kommentar von Susanne Willke
am 31.01.2026 um 09:05:39 Uhr
Die ländliche Region hat durch diesen Wechsel verloren. Statt eine bessere Anbindung zu bekommen, wurde u.a. Pommoissel wieder abgebunden. Mit der KVG konnte ich alle 2h von Hamburg dorthin. Jetzt ist es eine Riesenkatastrophe- entweder fährt von Dahlenburg nichts oder ich soll über Bleckede (90 min…Statt 14 min) oder mit dem hopp Taxi fahren, was mich mit einem normalen HVV Einzelticket noch mal €6,10 mindestens kostet.
Der Rufbus war eine sehr gute und sinnvolle Einrichtung.

Ich verstehe nicht, warum ein gut entwickeltes Unternehmen, was über Jahrzehnte dieses System entwickelt hat, einfach kündigt statt zu reden. Ich verstehe noch weniger, warum ein neues Unternehmen so unvorbereitet in diesen Wechsel geht. Erst recht verstehe ich nicht, wie die Politik laut propagiert, dass die ländliche Gegend mehr Anbindung bekommen soll und genau das Gegenteil passiert: jetzt haben wir einen Stand von vor 10 Jahren… Ich werde gerade gezwungen mir ein Auto zu kaufen…
Kommentar von Jean Pierre Van lunteren
am 05.02.2026 um 09:29:06 Uhr
Ich sehe sie Stadtauswärts fahren und Stadteinwärts Fehlanzeige. Ruft mann an wird mitgeteilt das der Bus ausfällt. Und nicht mal eine Minute später kommt einer. Die wissen nicht was sie tun.


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