Lüneburg, am Mittwoch den 14.01.2026

Moin nimmt Stellung — Anfangsprobleme

von Carlo Eggeling am 14.01.2026


Die Beschwerden reißen nicht ab, der Start, der seit Jahresbegin für den Busverkehr zuständigen kreiseigenen Gesellschaft Moin, scheint schlaglochreich. Bei LA, aber auch auf anderen Kanälen im Netz, finden sich Klagen über ausfallende Verbindungen, digital nicht aufeinander abgestimmte Angebote anderer Anbieter wie der Bahn und des HVV. Offensichtlich hat man inzwischen bei der Moin und im Kreishaus erkannt, dass man öffentlich Stellung nehmen muss. Anfragen, wann es eine Pressekonferenz geben solle, wurden beim Landkresi als auch bei der Moin, negativ beschieden. Nun wollen Landrat Jens Böther, Kreisrat Rainer Müller, Moin-Geschäfstführer Nikolas Wenzel sowie Mareike Harlfinger-Düpow (Fachdienstleiterin Mobilität Landkreis Lüneburg) am Freitag Stellung nehmen.

Unabhängig davon hat LA einen Fragenkatalog an die Moin geschickt. Die Antworten:


+ Bei uns gehen reihenweise Beschwerdenein. In den Bussen erzählen die Fahrer, dass sie die Routen nicht kennen und fragen die Fahrgäste nach dem Weg. Angeblich notieren sie sich handschriftlich den Ablauf.

Oberstes Ziel ist es, den Busbetrieb für die Fahrgäste zuverlässig aufrechtzuerhalten. Um kurzfristige Ausfälle zu vermeiden, wurden in wenigen Fällen zusätzliche Fahrer eingesetzt, die sich noch in der Streckeneinarbeitung befinden. Weitere begleitende Schulungen und Unterstützung sind vorgesehen, damit zügig die notwendige Routine entsteht.

+ Zudem erzählen die Fahrer, dass es zu wenig Personal gibt und die Moin zusammenklaubt, was sie von anderen Unternehmen bekommen kann. Man sei massiv unterbesetzt.

Der Markt für Fahrpersonal ist bundesweit angespannt, was kurzfristige Nachsteuerungen erforderlich machen kann. Unser Ziel ist mittel- bis langfristig ein stabiler Betrieb mit fest eingeplantem Personal. Die MOIN befindet sich in der Anlaufphase, in der es zu Engpässen beim Fahrpersonal gekommen ist. Oberste Priorität hat die Sicherstellung des Busverkehrs. Um Fahrtausfälle zu vermeiden und den Verkehr weiterhin aufrechtzuerhalten, wurden ergänzend zusätzliche Fahrer angefragt und eingesetzt.

+ Es komme immer wieder zu Verspätungen und Ausfällen aufgrund dieser Situation, die nichts mit Schnee und Eis zu tun hat. Anzeigen, auch im Netz funktionieren nicht. Sie räumen ein, dass Sie große Probleme haben mit digitalen Schnittstellen haben. Wie stellen Sie sich zu den Vorwürfen?

Eine Betriebsübernahme in dieser Größenordnung, wie sie die MOIN zum 1. Januar 2026 hingelegt hat, läuft nie ohne gewisse „Störgeräusche“ ab. Den Großteil unserer Kundinnen und Kunden befördern wir seit knapp zwei Wochen sicher und zuverlässig von A nach B. Viele Fahrgäste sind mit dem Service sehr zufrieden. Wo es noch hakt, bessern wir zeitnah nach: So konnten wir beispielsweise technische Schwierigkeiten bei der Darstellung in der DB Navigator-App oder der hvv-App bereits erfolgreich beheben.
Jedem Hinweis, der bei uns eingeht, gehen wir nach.

+ Die Anfrage leite ich auch an den Landkreis weiter mit der Frage, wer die politische Verantwortung übernimmt und der Frage, wie der Gesellschafter eingreift und ob das Konsequenzen für die Geschäftsführung hat, denn die -- so der Vorwurf -- sei zuvor auf die Softwareprobleme hingewiesen worden.
Mit der MOIN hat der Landkreis Lüneburg den Busverkehr im Kreisgebiet zu Jahresbeginn rekommunalisiert. Unser kreiseigenes Unternehmen ist nach dem zuvor geltenden Notfahrplan des Notfahrplans vom Notfahrplan aus dem Stand in die volle Busverkehrsleistung mit den vorgesehenen 20-Minuten-Takten für den Stadtbusverkehr gegangen. Mit anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten und technischen Hindernissen war zu rechnen, das Gros der Verspätungen und Ausfälle ist allerdings auf die winterlichen Witterungsverhältnisse zwischen dem 3. und 12. Januar zurückzuführen.
Der Landkreis Lüneburg als Aufgabenträger des ÖPNV und als alleiniger Gesellschafter steht in engem Austausch mit der MOIN, um das Projekt "Rekommunalisierung des Nahverkehrs" wie geplant zum Erfolg zu führen. Alle Verantwortlichen arbeiten daran, noch bestehende Schwachpunkte im System zu identifizieren und zu beheben. Carlo Eggeling

© Fotos: Moin


Kommentare Kommentare

Kommentar von Ingo Schatz
am 14.01.2026 um 17:01:36 Uhr
In dem Moment war’s nervig. Aber insgesamt ist das Projekt eine gute Sache. Etwas „Einarbeitungszeit“ bin ich als Kunde gerne bereit zu gewähren, gerade auch bei solchen Bedingungen.
Ich fänd personelle Konsequenzen überzogen und etwas mehr good will angebracht. Die Stabilität des Netzes auf LANGE Sicht ist wichtig! Nicht der Start zu unbestreitbar erschwerten Bedingungen.


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