Lüneburg, am Mittwoch den 25.02.2026

Nach Dienstaufsichtsbeschwerde kommt Bewegung in Kita-Streit

von Carlo Eggeling am 25.02.2026


Dahlenburger Politiker scheint das Thema nicht zu interessieren, Eltern perlen mit ihren Sorgen nach eigener Aussage ab: Dauerzoff um die Kita in Tosterglope. Wieder mit einer in der Samtgemeinde scheinbar beliebten Dienstaufsichtsbeschwerde und dem Vorwurf, im Rathaus habe man die Probleme nicht im Blick. Es geht um zwei weitere Punkte. Eine entsprechende Anfrage von LA an Samtgemeindebürgermeisterin Uta Kraake findet erneut keine Antwort. Ein erstaunlicher Vorgang, den man aus anderen Rathäuser so nicht kennt.

Worum geht es? Laut Eltern gibt es bei den "Wurzelzwergen" für rund 15 Kinder seit Oktober keine vertraglich zugesicherte Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr. Das stellt Mütter und Väter vor Herausforderungen, sie setzen darauf, den Nachwuchs unterbringen zu können, um arbeiten zu können. Schreiben den Verantwortlichen im Rathaus und an Bürgermeisterin Kraake verpufften aus Sicht Betroffener. Sie kündigten rechtliche Schritte an.

Eltern berichten, die Verwaltung begründe den Ausfall mit Krankheitsfällen und der fehlenden Leitung. Das solle sich voraussichtlich zum 1. April ändern, dann komme eine neue Chefin nach Tosterglope. Betroffene fragen sich, ob neues Personal dazustößt, denn die Leitung alleine werde das Problem kaum lösen können.

Zur Erinnerung: Seit Monaten gärt es in Tosterglope. Im Kreuzfeuer stand die damalige Leiterin der Kita. Mehrere Mitarbeiter kündigten beziehungsweise meldeten sich langfristig krank, weil sie unter diese Umständen nicht im Kindergarten arbeiten wollten. Die Chefin ging -- nun erzählen Eltern, diese Frau solle im Sommer wiederkommen: "Dann sind kritische Eltern weg." Entsprechende Nachfragen im Rathaus bleiben ohne Antwort.

Der zweite Fall liegt LA im Schriftwechsel zwischen einer Familie und dem Rathaus vor. Ein absurdes Protokoll. Die Mutter wendet sich im Herbst vergangenen Jahres an die Verwaltung, um ihre Tochter mit Ende der Krippenzeit für April 2026 in Tosterglope anzumelden. Vater und Mutter benötigen aufgrund ihrer Arbeit eine Frühbetreuung von 7 Uhr an für die dann Dreijährige. Da es die wohl in Tosterglope nicht geben solle, wollen sie die Kleine alternativ in Dahlenburg unterbringen. Antwort: Geht nicht, da sie im Einzugsbereich Tosterglope leben.

Auszug aus dem Schreiben der Mutter: "Seit Ende November 2025 versuche ich, hierzu eine verbindliche Auskunft und Lösung zu erhalten. Erzieher des Kindergartens Tosterglope, sowie Frau XY des Kindergartens Dahlenburg verwies mich an Herrn M. Trotz schriftlicher und telefonischer Anfragen, habe ich bislang keine inhaltliche Rückmeldung erhalten. Telefonisch wurde ich am 21.11.2025 von Herrn M. auf die nächste Woche vertröstet.
Ein Rückruf seinerseits zu der Thematik erfolgte nicht. Kontaktmöglichkeit in Form meiner Handynummer ist bei Herrn M. Bekannt. Schriftlich antwortet Herr M. weder auf E-Mails noch auf einen Brief. Leider hat auch eine E-Mail direkt an die Gemeinde Tosterglope gewandt keine Antwort oder Lösung gebracht."

Die Mutter schreibt am 13. Februar Samtgemeindebürgermeisterin Kraake und Herrn M. an. In den Schreiben verweist sie auf die Rechtslage, nach der Kindern von dritten Lebensjahr an ein Betreuungsplatz zusteht. Das Schreiben hat es in sich, Verweis auf Paragraphen und Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts. Die Frau kündigt an, sie und ihr Mann würden im Fall der Fälle für einen Verdienstausfall die Samtgemeinde in Regress nehmen zu wollen.

Zudem legt sie Dienstaufsichtsbeschwerde gegen M. ein. Sollte sie diesen Weg gehen und bekäme Recht, könnte dies ziemlich teuer für Dahlenburg werden -- andere Eltern dürften folgen.

Nun ist Bewegung in die Sache gekommen. Der Gesamt-Kindergarten-Chef antwortet kurz darauf: Es sei "wohlüberlegte Absicht" gewesen, sich Zeit zu nehmen, da er eine "eingehende Prüfung" vor der "Unterrichtung vorzunehmen" beabsichtigt habe. die "Entscheidungsfrist" erachte er für ausreichend.

Kann allerdings auch sein, dass ein klares Eltern-Schreiben eine beschleunigende Wirkungen haben könnte. Inzwischen spielt der Einzugsbereich Tosterglope keine Rolle mehr. Die Kleine bekomme entweder dort von sieben Uhr an einen Platz oder -- was vorher nicht ging -- in Dahlenburg.

Nun könnte man denken, dass all das für andere Eltern rund um Dahlenburg interessant sein könnte und deshalb eine Information auf eine entsprechende Medienanfrage sinnvoll sein könnte. Im Rathaus kommt Bürgermeisterin Kraake zu einem anderen Schluss. Ihre Antwort: "Wir stehen im direkten Austausch mit den Eltern und Kolleginnen der Kindertagesstätte und wir werden uns zu Ihren Anfragen in dieser Sache nicht weiter äußern. Ich bitte um Verständnis."

Die betroffenen Eltern hatten auf Nachfrage kein Verständnis. Carlo Eggeling

© Fotos: Leser


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