Lüneburg, am Dienstag den 31.01.2023

Nächtliche Spaziergänge und tägliche Schreibarbeit: Heine-Stipendiat Federer verabschiedet

von Winfried Machel am 07.12.2022


HANSESTADT LÜNEBURG. – Drei Monate lang genoss er die Ruhe in der kleinen Wohnung im Herzen der Stadt, schrieb an einem Theaterstück und trieb sein neues Romanprojekt voran. Zum Abschluss seines Lüneburg-Aufenthaltes hat Bürgermeisterin Christel John den Heine-Stipendiaten Yannic Han Biao Federer jetzt im Rathaus verabschiedet.

 

„Wir hatten ein lockeres Gespräch, in dem ich meine Bewunderung für Schriftsteller ausgesprochen habe“, sagt John. „Was Herrn Federer besonders gefallen hat, war die zentrale Lage seines Appartements. Dadurch war für ihn eine Teilnahme am Stadtleben möglich und die Lebendigkeit unserer Innenstadt hat ihm ganz besonders gefallen. Normalerweise liegen die Unterbringungen der Stipendiaten nicht in den Zentren der Städte.“

 

Das Heinrich-Heine-Stipendium unterstützt seit 1993 Schriftsteller in ihrer Arbeit. Es wird vom Land Niedersachsen zusammen mit der Hansestadt Lüneburg vergeben. Das Literaturbüro Lüneburg übernimmt alle organisatorischen Aufgaben und betreut die Stipendiat:innen, die auch in einer Lesung präsentiert werden. In Erinnerung an den Namensgeber, dessen Eltern eine Zeit lang im Heine-Haus gelebt haben, wo er sie des Öfteren besucht hat, können Autor:innen in einer kleinen Wohnung im Anbau des Hauses eine Zeit lang ihrer Arbeit nachgehen.

 

Diese Zeit hat auch Yannic Han Biao Federer, der ansonsten im Raum Köln lebt und arbeitet, produktiv genutzt. Vom 1. September bis 30. November hatte der Autor als Ausgleich zur sitzenden Schreibarbeit lange Spaziergänge unternommen und Lüneburg bei Nacht erkundet.

 

Infos zum Autor:

 

Yannic Han Biao Federer, geboren 1986 in Südbaden, studierte Germanistik und Romanistik in Bonn, Florenz und Oxford. Für seine literarischen Texte erhielt er u.a. das Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln 2017, den Preis der Wuppertaler Literatur Biennale 2018 und den 3sat-Preis 2019 im Rahmen der 43. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt.

 

Mit dem Roman „Und alles wie aus Pappmaché“ debütierte er 2019 bei Suhrkamp Nova und erhielt im gleichen Jahr das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg.

 

Seit 2018 war er im Literaturhaus Köln tätig, seit 2020 ist er freischaffender Autor und Literaturvermittler. Er ist Lehrbeauftragter an der Universität Bonn und leitet dort das Seminar „Werkstatt Literarisches Schreiben. Für den Deutschlandfunk Büchermarkt schreibt er Rezensionen, für den WDR- und SWR-Hörfunk Radio-Essays.

 

Sein zweiter Roman „Tao“ erschien im März 2022 im Suhrkamp Verlag und wurde mit dem Bayern 2-Wortspiele-Literaturpreis ausgezeichnet.

 

BU: Yannic Han Biao Federer trägt sich im Beisein von Bürgermeisterin Christel John ins Gästebuch der Hansestadt Lüneburg ein.


© Fotos: Literaturbüro Lüneburg


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