Lüneburg, am Freitag den 01.05.2026

Oberleitung gerissen: ICE bei Bardowick stoppt – Hunderte Fahrgäste evakuiert

von Hajo Boldt am 01.05.2026


Bardowick. Eine gerissene Oberleitung hat am Freitag (1. Mai) den Bahnverkehr zwischen Hamburg und Lüneburg massiv lahmgelegt. Der ICE 9049 auf dem Weg von Hamburg nach München musste rund 500 Meter nordwestlich des Bahnhofs Bardowick eine Notbremsung einleiten, nachdem die Oberleitung in den Fahrbereich hing.

Etwa 460 Reisende saßen zunächst im ICE auf freier Strecke fest. Die beschädigte Oberleitung lag zeitweise auf dem Zugdach – bei rund 15.000 Volt bestand akute Lebensgefahr. Feuerwehr und Notfallmanager der Deutschen Bahn mussten die Anlage zunächst erden, bevor weitere Maßnahmen möglich waren.

Wegen der warmen Temperaturen im stehenden Zug kam es bei mehreren Fahrgästen zu Kreislaufproblemen, einige wurden vom ASB medizinisch betreut. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.
Die Evakuierung erfolgte anschließend über einen parallel herangeführten Ersatzzug. Die Passagiere wechselten auf freier Strecke mithilfe von Notfalltechnik von einem Zug in den anderen.
Der Vorfall führte zu erheblichen Einschränkungen im Regional- und Fernverkehr. Die Strecke Hamburg–Lüneburg–Uelzen wurde voll gesperrt, Züge umgeleitet oder fielen aus. Auch die Metronom-Linien RE3 und RB31 waren betroffen, ein Busnotverkehr wurde eingerichtet. Eine zusätzliche Weichenstörung in Winsen verschärfte die Lage weiter.
Die Ursache für den Schaden an der Oberleitung ist noch unklar. Die Bundespolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Eine Ersatzdiesellok zum Abschleppen des ICE stand seit 14.30 Uhr auf Gleis 3 auf dem Lüneburger Bahnhof bereit.

© Fotos: Hajo Boldt


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