Rauschende Feier mit der SVG
von Boldt am 03.03.2026Lüneburg. Die Nacht war kurz, die Stimmen angekratzt, bei manchem Spieler war die „Schlagseite“ noch deutlich zu erkennen – aber die Freude überwog alles. Einen Tag nach dem Pokalsieg in Mannheim feierten die Pokalsieger der SVG Lüneburg gemeinsam mit Hunderten Fans sowie Vertretern aus Stadt und Landkreis in der Ritterakademie ihren ersten großen Titel.
Moderator Dirk Böge eröffnete den Abend mit einer Mischung aus Humor und Pathos. „Wenn man so spezielle Zeiten erlebt, dann habe ich gelernt, man bekommt immer was und man muss immer was abgeben. Ich musste gestern mal ein Stück abgeben – nämlich den ersten Satz lege ich aufs Bier“, sagte er augenzwinkernd und erzählte die inzwischen legendäre 20-Jahre-Geschichte: Vor zwei Jahrzehnten habe jemand gesagt, man werde hier Bundesliga spielen. „Alle haben geschmunzelt. Zehn Jahre später haben wir in der Gellersenhalle gespielt. Und nochmal zehn Jahre später spielen wir in der großen Arena – und heute können wir sagen: Herzlich willkommen beim Deutschen Volleyball-Pokalsieger 2026!“
Dass diese Feier bewusst den Fans gewidmet war, machte Böge ebenfalls klar: „Wir wollten als Allererstes mit euch feiern. Das Team wollte euch ganz nah sehen.“ Die Rückfahrt aus Mannheim sei entsprechend unkonventionell verlaufen. Cheftrainer Stefan Hübner berichtete später: „Wir haben gefeiert, was das Zeug hält – und sind zu Fuß durch den McDrive. Das Restaurant war schon zu, es war nur noch der Drive-in offen, da standen 15 Leute.“
Hübner sprach offen über seine Gefühlslage nach dem Titelgewinn. „Ich persönlich war erst mal sehr erleichtert. Mit so einem Moment fällt die ganze Anstrengung ab“, sagte er. Als Trainer empfinde man so einen Erfolg anders als als Spieler: „Als Spieler geht es ganz viel um dich selbst. Als Trainer ist es viel Erleichterung, viel Freude für alle drumherum – für das Trainerteam, den Verein, die Fans.“ Nervosität vor dem Finale sei durchaus da gewesen. „Ich finde das eigentlich etwas Schönes, wenn man nervös ist. Das zeigt nur, dass einem das wirklich etwas bedeutet.“ Zur Atmosphäre in Mannheim meinte er: „Dieses Gefühl, diese rote Wand hinter sich zu haben und zu wissen, wenn das Momentum wieder auf unsere Seite kommt, dann sind sie alle da – das hat ganz viel ausgelöst.“ Gleichzeitig betonte er, dass der Alltag schnell zurückkehre: „Nur weil wir das gewonnen haben, werden die Spiele nicht leichter. Morgen früh geht’s wieder weiter.“
Auch Bernd Schlesinger blickte emotional auf das Finale zurück. „Ich war sehr traurig, dass das Ganze schon mit 65 Minuten zu Ende war. Ich hätte das gerne noch anderthalb Stunden genießen können“, sagte er lachend. Die Vorfreude sei groß gewesen, weil man gewusst habe, „dass wir mit der Mannschaft ganz anders dastehen als bei den Pokalfinals vorher“. Nach dem Spiel sei es eskaliert – „und danach gibt es einen schönen Moment im Bus“.
Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch sprach von einem „Mega-Sportwochenende“ und ergänzte: „Ich bin mega stolz. Mega stolz auf die SVG, mega stolz auf unsere Fangemeinschaft.“ Die Mannschaft sei längst mehr als ein sportlicher Botschafter: „Ihr seid unsere Visitenkarte – nicht nur für die Stadt, sondern weit darüber hinaus.“ Zur Frage, warum es keinen Empfang auf dem Rathausbalkon gab, erklärte sie offen: „Mehr als ein oder zwei Leute können da im Moment nicht drauf. Die Fassade ist abgestützt. Da wollten wir kein Risiko eingehen.“ Stattdessen schmückt nun ein großes SVG-Banner das Rathaus.
Landrat Jens Böther erinnerte an den langen Weg: „Zehn Jahre auf diesem Weg – und jetzt der erste Titel. Großartig.“ Der Erfolg sei auch ein Erfolg für die gesamte Region. „Das ist ein Erfolg für 185.000 Menschen im Landkreis, die diese Entwicklung mitgetragen haben.“ Public Viewing, Liveticker auf Geburtstagsfeiern, mitfiebernde Fans – der Pokalsieg habe Stadt und Landkreis gleichermaßen elektrisiert.
Geschäftsführer Andreas Bahlburg wurde schließlich mit großem Applaus auf die Bühne gebeten. Sichtlich bewegt sagte er: „Das, was man mal als Vision im Raum hatte, wurde gestern zum Teil verwirklicht. Aber wir sind noch nicht fertig. Wir haben noch viel vor.“
Am Ende dieses Abends blieb das Gefühl, dass hier nicht nur ein Titel gefeiert wurde, sondern 20 Jahre Aufbauarbeit, Geduld und Glaube an eine Vision. Oder, wie Dirk Böge es formulierte: „Gestern war Zahltag – für uns alle.“
Und am Mittwoch wartet schon das nächste Spiel der
SVG LÜNEBURG : ALTERNA SPVB POITIERS // MIT DEM CEV CUP 25/26 IN DER LKH-ARENA
Text/Fotos: Hajo Boldt
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