Schluss mit Steuer auf Steuer – ein Vorschlag aus Lüneburg
von Winfried Machel am 26.03.2026Wer aktuell in Lüneburg tankt oder seine Stromrechnung öffnet, fragt sich unweigerlich: Wie kann das alles noch bezahlbar bleiben? Die Preise steigen – und die Erklärungen wirken oft kompliziert. Dabei liegt ein Teil des Problems direkt vor uns. Wir machen Energie in Deutschland künstlich teurer, weil wir Steuern mehrfach berechnen.
Konkret bedeutet das: Auf Benzin zahlen wir nicht nur Energiesteuer und CO₂-Abgabe. Auf diese staatlichen Abgaben wird zusätzlich noch einmal Umsatzsteuer erhoben. Das Gleiche passiert beim Strom. Auch hier wird die Mehrwertsteuer auf alles berechnet – inklusive der staatlichen Bestandteile.
Das Ergebnis ist absurd, aber real: Wir zahlen Steuern auf Steuern.
Für einen Liter Benzin summiert sich dieser Effekt schnell auf rund 10 bis 15 Cent. Bei einem durchschnittlichen Pendler aus dem Landkreis Lüneburg kommen so im Jahr mehrere hundert Euro zusammen – nur durch diese doppelte Belastung. Geld, das weder in bessere Straßen noch in bessere Energie fließt, sondern allein durch ein System entsteht, das so nie bewusst entschieden wurde.
Gerade in unserer Region ist das besonders spürbar. Viele Menschen pendeln täglich – nach Hamburg, Uelzen oder in die umliegenden Gemeinden. Der ÖPNV ist nicht immer eine echte Alternative. Das Auto ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Und genau hier greift diese versteckte Mehrbelastung jeden Tag.
Dabei gäbe es eine einfache Lösung: Die Umsatzsteuer sollte nur auf den tatsächlichen Energiepreis erhoben werden – nicht auf staatliche Abgaben wie Energiesteuer oder CO₂-Preis.
Das wäre keine komplizierte Reform, kein milliardenschweres Förderprogramm und keine neue Bürokratie. Es wäre schlicht eine Korrektur eines systematischen Fehlers.
Die Wirkung wäre sofort spürbar: niedrigere Spritpreise, günstigere Stromkosten und vor allem mehr Transparenz. Bürgerinnen und Bürger könnten endlich nachvollziehen, wofür sie wirklich zahlen.
Natürlich würde der Staat dadurch Einnahmen verlieren. Aber die entscheidende Frage lautet: Muss ein Staat wirklich daran verdienen, dass er seine eigenen Steuern noch einmal besteuert?
Unser Vorschlag aus Lüneburg ist klar: Schluss mit der Steuer auf Steuer.
Entlastung muss nicht kompliziert sein. Man muss nur anfangen, offensichtliche Fehler zu korrigieren.
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