Lüneburg, am Dienstag den 05.05.2026

Sie wollen sich nicht behindern lassen

von Carlo Eggeling am 05.05.2026


Die Bahn repariert über Monate Fahrstühle am Lüneburger Bahnhof, nicht nur einmal. Wer im Rollstuhl sitzt, hat keine Chance, das Gleis nach Hamburg zu erreichen -- vergangenes Jahr haben das Menschen mit Beeinträchtigungen erlebt. Zig wirtschaftliche Gründe nannte der Konzern, das Recht auf Teilhabe zur Seite zu schieben. Cecile Lecomte wehrte sich damals dagegen, und sie zeigte ihren Protest heute erneut. Die Französin baute mit einem Seil und Gurten einen Aufzug, um sich samt ihres Rollstuhls in die Höhe zu ziehen. Am heutigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung versammelten sich Dutzende Betroffene und Vertreter von Organisationen im Clamart-Park auf ihre Lage und Forderungen aufmerksam zu machen.

Der Behindertenbeirat hatte in der Stadt an Zugängen und Treppen mit aufgesprühter Kreide auf Hindernisse zu zu Geschäften und Praxen aufmerksam gemacht. Ausgesperrt zu bleiben ist für viele Alltag. Doch nicht nur ein Treppe ist ein Hindernis: Aktuell diskutiert die Politik darüber, unter anderem bei der Eingliederungshilfe zu kürzen. Also bei Leistungen den Rotstift anzusetzen, die es braucht, damit Menschen mit Beeinträchtigungen am Arbeitsleben teilnehmen können.

"Wir werden als Last gesehen, nicht als Menschen mit Grundrechten", sagt Cecile Lecomte. Eben die sehen sie und andere schon jetzt als eingeschränkt an, würden Mittel zusammengestrichen, verschärfe sich die Situation noch. Daher müsse man für seine Rechte einstehen.

Im Clamartpark waren unter anderem die Lebenshilfe, der SOS-Hof Bockum, der Birkenhof aus Neu Neetze und Vertreter verschiedener anderer Organisationen vertreten. Carlo Eggeling

© Fotos: ca


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