Lüneburg, am Sonntag den 22.02.2026

Steffen Gärtner will doch Landrat werden

von Carlo Eggeling am 12.12.2025


Steffen Gärtner tritt im kommenden Jahr doch als Landratskandidat an. Der CDU-Mann und Samtgemeindebürgermeister von Gellersen hatte in den vergangenen Wochen gemeinsam mit Kreisvorsitzenden Felix Petersen die Stimmung ausgelotet und für sich geworben. Positive Signale empfing er beispielsweise auch bei den Unabhängigen Wählern auf Kreisebene. Unterstützung wird er brauchen, allein dürfte die CDU nicht stark genug sein, um Gärtner ins Ziel zu bringen.

Der gelernte Industriekaufmann und studierte Wirtschaftsingenieur arbeitete bei einer Lüneburger Firma und war ehrenamtlicher Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Südergellersen, bevor er mit 28 Jahren auf den Chefsessel im Reppenstedter Rathaus wechselte. Dort regiert er seit 2019. Ende Juni 2025 hatte Gärtner noch erklärt, er bleibe in Gellersen. Vorbei.

Am Freitagnachmittag stellte er kurz nach 17 Uhr eine Video-Botschaft in CDU-Chatgruppen online: Er kandidiere nun doch, wolle sein kommunalpolitisches Wissen und seine Erfahrungen künftig auf Landkreisebene einbringen, er sei pragmatisch und lösungsorientiert.

Genau diesen Ruf hat er über CDU-Grenzen hinaus. Ein Beispiel: Als mit dem Ukraine-Krieg wieder mehr Flüchtlinge kamen, schaffte es Gärtner binnen Wochen, Container als Unterkünfte zu organisieren. Anders als in Lüneburg mussten keine Turnhallen zu notdürftigen Bleiben umgewidmet werden. Die konnte er binnen eines Jahres wieder abbauen lassen, weil er die Menschen inzwischen in die Dörfern unterbringen konnte. In der CDU musste Gärtner einige überzeugen, es gab auch andere Interessen. Doch jetzt steht die Partei hinter ihm. Der Stadtverband Lüneburg stellt sich hinter ihn. Vorsitzender Heiko Eggers sagt, was andere ambitionierte Schwarze ähnlich sehen: "Der richtige Mann im richtigen Amt."

Nicht umsonst dürfte Gärtner am Mittwochabend beim weihnachtlichen Abend von webnetz im Hinterhof der Krone mit Gästen angestoßen haben. Eingeladen hatte MIT-Chef Patrick Pietruck, an seiner Seite seine Partnerin, die Landtagsabgeordnete Anna Bauseneick -- und eben einige bekannte CDU-Leute aus Stadt und Kreis. Doch auch die SPD war vertreten mit den Landtags- und Bundestagsabgeordneten Philipp Meyn und Jakob Blankenburg, quasi das Kraftfeld der lokalen Sozis.

Die SPD hat André Schuler als Landratskandidaten benannt. Der hat nun eine Herausforderung mehr, er ist zwar ein versierter Verwaltungsmann, der beim Landesrechnungshof arbeitet, aber trotz ehemaligem Stadtratsmandat in Lüneburg und nach einem Umzug nun Fraktionschef im Rat Ilmenau lange nicht so präsent und bekannt wie Gärtner, der volksnah überall mitmacht wie beispielsweise bei der Feuerwehr.

Für die AfD will Stephan Bothe antreten, der dürfte mit Blick auf die Wahlergebnisse der vergangenen Bundestagswahl und den Stimmanteilen beispielsweise in Neuhaus, Bleckede und Dahlenburg stark abschneiden und daher eine Rolle spielen. Aber es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass er schließlich vorn liegt. Auch die Grünen sollen inzwischen eine Kandidatin in petto haben, doch ob die angesichts der allgemein eher bescheidenen Stimmung für ihre Partei an Erfolge vergangener Zeiten anknüpfen kann, ist fraglich.

Gärtner, der im Landespräsidium der CDU sitzt, hat also nicht die schlechtes Chancen in die höchstwahrscheinliche Stichwahl zu gelangen. Die CDU steht aber vor einer neuen Aufgabe: Wen präsentiert sie in der Samtgemeinde Gellersen als Kandidaten für den wichtigsten Stuhl im Rathaus? Carlo Eggeling

© Fotos: ca. / Screenshot CDU-Video


Kommentare Kommentare

Kommentar von Gesine Schmitz
am 13.12.2025 um 12:28:57 Uhr
„…nicht die schlechtes Chancen in die höchstwahrscheinliche Stichwahl zu gelangen“?

Eine Stichwahl wird es nicht geben. Steffen Gärtner dürfte schon im ersten Wahlgang deutlich über 60% der Stimmen holen.





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