Lüneburg, am Mittwoch den 14.01.2026

Surfen im Schneckentempo

von Verbraucherzentrale Niedersachsen am 14.01.2026


Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Niedersachsen

Hannover, 14. Januar 2026

Surfen im Schneckentempo

Stichprobe bestätigt Probleme mit mobilem Internet

Verbindungsabbrüche, eine langsame Geschwindigkeit oder gar keine Verbindung – Mobiles Internet bereitet immer wieder Probleme, wie Beschwerden bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen zeigen. Insbesondere bei Netzumstellungen kommt es mitunter zu Komplettausfällen. Für Betroffene ist es oft schwer, ihre Rechte durchzusetzen. Das zeigt auch eine nicht repräsentative Online-Umfrage der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Wie steht es um das mobile Internet? Welche Erfahrungen machen Betroffene bei Störungen? Die Verbraucherzentrale Niedersachsen fragte auf ihrer Website nach und 229 Verbraucherinnen und Verbraucher antworteten. Das Ergebnis: Über die Hälfte der Teilnehmenden (120) hatte in den zurückliegenden zwei Monaten Störungen beim mobilen Internet. Nur ein Viertel der Betroffenen konnte die Probleme lösen. Bei über 40 Prozent bestanden die Störungen unverändert fort, während sie weiterhin an den Vertrag gebunden waren. „In unserer Beratung schildern Verbraucherinnen und Verbraucher oft ähnliche Erfahrungen“, erklärt Jana von Bibra, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Teilweise haben sie mehrere Wochen oder Monate nach Netzumstellungen am Wohnort kaum Empfang mehr. Dennoch lassen Anbieter sie nicht aus dem Vertrag, argumentieren damit, dass es wenige Kilometer weiter funktioniere.

Rechtliche Möglichkeiten selten ausgeschöpft

Die Umfrage zeigt, dass Mobilfunkprobleme häufig pragmatisch gelöst werden. „Viele Betroffene arrangieren sich mit schlechtem Empfang, statt ihre rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Sie wechseln den Standort, nehmen Einschränkungen hin oder suchen selbst nach technischen Alternativen“, so von Bibra. Tarifwechsel, Rückerstattungen oder Kündigungen werden hingegen kaum genutzt. Das liege auch daran, dass Anbieter oftmals nur vertrösten, statt eine Lösung anzubieten.

Ein weiterer möglicher Grund sei mangelndes Wissen über die eigenen Rechte: Rund drei Viertel der Betroffenen gaben an, nicht zu wissen, welche Ansprüche sie bei Störungen des mobilen Internets haben. „Wer seine Rechte nicht kennt, kann sie nicht durchsetzen“, sagt von Bibra. Umso wichtiger ist es, Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu informieren und ihnen aufzuzeigen, was sie bei anhaltenden Problemen tun können.

Forderungen an Politik und Anbieter

Noch besser sei es natürlich, wenn Störungen gar nicht erst auftreten. „Ein verlässliches Internet darf keine Frage des Standorts sein. Aus unserer Sicht braucht es verstärkt Investitionen in den Mobilfunkausbau, um Funklöcher zu schließen und Kapazitätsengpässe zu beseitigen“, sagt die Expertin. Gleichzeitig braucht es klar formulierte Vorgaben, damit Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Rechte einfacher durchsetzen können. Dazu gehört, eindeutig festzulegen, wann eine Minderleistung vorliegt und leicht verständliche, faire Messverfahren anzubieten.

Zur Stichprobe: Die Online-Umfrage lief vom 28. August bis zum 6. Oktober 2025 auf der Website der Verbraucherzentrale Niedersachsen (www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de). In neun Fragen wurden Erfahrungen mit dem mobilen Internet, dem Vorkommen von Störungen und deren Abhilfe abgefragt. Insgesamt haben 229 Verbraucherinnen und Verbraucher an der nicht repräsentativen Umfrage teilgenommen.

Weitere Informationen zur Online-Umfrage sowie den Ergebnisbericht
verbraucherzentrale-niedersachsen.de/stichprobe-funkloecher-langsames-netz

© Fotos: Symbolfoto


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