Lüneburg, am Montag den 30.03.2026

Ü 60 - Eine Lebensphase voller Möglichkeiten

von Beirat der Seniorinnen und Senioren in der Hansestadt Lüneburg am 30.03.2026


Ü 60 - Eine Lebensphase voller Möglichkeiten
Zwischenbilanz und Ausblick des Lüneburger Beirats für Seniorinnen und Senioren

Rund ein Fünftel der Lüneburger sind Ü60. Ältere leben heute so vielfältig wie nie zuvor. Sie sind eine demografische Herausforderung und sie bereichern das Leben in der Stadt mit ihrer Lebenserfahrung, ihrem Wissen und ihrem Engagement.

Seit zwei Jahren engagiert sich der Beirat der Seniorinnen und Senioren der Hansestadt Lüneburg (SBR) tatkräftig für die Belange älterer Menschen.

Ein guter Zeitpunkt für eine Zwischenbilanz. „Uns ist es wichtig, dass Seniorinnen und Senioren in Lüneburg selbstbestimmt, aktiv und gut unterstützt leben können“, betont die neue Vorsitzende Barbara Schmidt.

„Gutes Altern beginnt früh und ist ja ein lebenslanger Prozess. Also sollte ich nicht erst mit 60 anfangen, darüber nachzudenken, wie, wo und mit wem ich in der 3. Lebensphase leben möchte – das liegt im Bereich der Selbstverantwortung. Wo Selbstverantwortung aber nicht mehr greifen kann, ist die Stadtgesellschaft gefragt, für die Unwägbarkeiten des -meistens dann höheren- Alters vorzusorgen. Die demografischen Entwicklungen zeichnen sich seit langem ab. Ich erlebe uns da in vieler Hinsicht ziemlich unvorbereitet.“

Eine kommunale Seniorenpolitik fordert und fördert nicht nur die Potenziale der Älteren, sondern nimmt auch die Risiken des Alters in den Blick. Sie sorgt Altersarmut, Pflegebedürftigkeit und gesundheitlichen Einschränkungen vor.

In diesem Sinne ist der Seniorenbeirat ein aktiver und impulsgebender Teil des inzwischen großen Netzwerkes der Stadt. Wir machen die seniorenrelevanten Themen in den verschiedenen Lebensbereichen sichtbar und orientieren uns dabei am ganzheitlichen Modell der altersfreundlichen Stadt der WHO, der Weltgesundheitsorganisation.

In den vergangenen Jahren hat der SBR zahlreiche Projekte angestoßen und die Interessen der Älteren erfolgreich vertreten:

ÖPNV – Mit konstruktiver Kritik und einer Stellungnahme zum Konzept der MOIN haben wir uns eingebracht und sind Ansprechpartner für die vielfältigen Probleme und Schwierigkeiten beim MOIN-Start.
Kritische Punkte aus den Bereichen Pflege und Gesundheitsdienstleistungen haben wir in die Ratsausschüsse getragen. Eine würdevolle Pflege muss in allen Bereichen gewährleistet sein. Dabei setzen wir uns auch für die Entlastung der pflegenden Angehörigen ein.
Wir brachten den Pflegebericht des Landkreises in die öffentliche Diskussion und haben Sitz und Stimme bei der Regionalen Pflegekonferenz REKAP im Landkreis.
Wohnen im Alter: Das große Interesse an unseren diversen Veranstaltungen zeigt, wie sehr dieses Thema viele ältere LüneburgerInnen beschäftigt. Es gibt einen Bedarf an kleinen, bezahlbaren, barrierearmen Wohnungen.
Unsere neue Internetseite zeigt gebündelt, wo es für die unterschiedlichen Lebenslagen im Alter Ansprechpartner und Hilfen gibt. Mit unserem kostenlosen Newsletter weisen wir auf Veranstaltungen hin, informieren wo etwas los ist. Es gibt in Lüneburg vielfältige, Angebote und Möglichkeiten sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen – wir helfen, sie bekannt zu machen.
Lüneburgs Stadtteilhäuser in den Quartieren sind wichtige soziale Treffpunkte, die für Ältere über kurze Wege besonders wichtig sind. Wir arbeiten gerne mit den StadtteilmanagerInnen zusammen, berichten bei Seniorentreffen von unserer Arbeit, nehmen aber auch Themen von dort mit, um sie in die Verwaltung zu tragen.
Teilhabe bedeutet für uns auch, ältere Menschen zu befähigen, sich mit der Digitalisierung der Gesellschaft auseinander zu setzen und in der digitalen Welt klarzukommen. Zusammen mit der VHS und anderen Institutionen entwickeln wir alternsgerechte Angebote mit.
Der Seniorenbeirat engagiert sich für eine resiliente, nachhaltige und generationengerechte Stadtentwicklung. Dazu gehören konsumfreie Sitzplätze, inklusive Trinkbrunnen, gepflegte WC-Anlagen sowie Aufenthaltsorte bei hoher Hitzebelastung.
Im Netzwerk Demenz unterstützt der SBR die Idee einer demenzfreundlichen Stadtgesellschaft und bringt Vorschläge für eine inklusive Infrastruktur ein.
Die größten Herausforderungen sehen wir aktuell bei den Themen Mobilität, Wohnen und Pflege:




Mobilität:

Der ÖPNV muss einfach klappen. Uns erreichen viele Klagen, dass die neuen z.T. sehr langen Wege zu MOIN-Haltestellen nicht zu leisten sind, sie nicht barrierefrei und ohne Sitzgelegenheiten sind.

Stadtteile werden aufgrund von Baustellen für Wochen vom ÖPNV abgeschnitten. Wie sollen sich die Menschen da versorgen?
Die Innenstadt muss für alte Menschen erreichbarer und auch begehbarer werden.

Erreichbar bedeutet auch bezahlbar: Ein Hin- und Zurückticket in die Stadt kostet 5,80. Ältere die Grundsicherung empfangen -es sind überwiegend Frauen- können sich das kaum leisten um Ärzte aufzusuchen, einzukaufen oder einfach mal unter Leuten zu sein. Unser Vorschlag hierzu ist, gezielt diese überschaubare Gruppe mit einem Zuschuss zum Deutschlandticket von monatlich 30,00 zu unterstützen.


Wir wünschen uns einen Innenstadt-Shuttle (wie es zur Weihnachtszeit ja möglich ist) und einen Ringverkehr um den Stadtkern, Straßenquerungen und Fusswege, die mit Rollatoren und Rollstühlen zu bewältigen sind.




Wohnen:

Altersgerechtes Wohnen mit bezahlbaren Mieten auch für diejenigen, die zwar kein Wohngeld erhalten, aber mit ihrer Rente keine großen Sprünge machen können. Beratungs- und Unterstützung zum Wohnungswechsel.




Pflege:

Wir drängen darauf, in der Stadt und /oder im Landkreis Lüneburg die Errichtung einer Einrichtung für die Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege zu schaffen. Dies ist auch die Handlungsempfehlung des Pflegeberichts.
Nützlich wäre die strategische Vernetzung und Kooperation der Einrichtungen, Anbieter und Ausbildungseinrichtungen.
Wir begrüßen das Beratungsangebot des Pflegestützpunktes in den Stadtteilen.
Die verlässliche Koordination der vielen Ehrenamtlichen bei der Arbeit von und mit Seniorinnen und Senioren wird noch an Bedeutung gewinnen.

Wir werden uns auch weiterhin dafür einsetzen, bei den zentralen Handlungsfeldern Mobilität, Wohnen und Pflege nachhaltige Verbesserungen zu erreichen. Fragen hierzu werden wir auch den Kandidatinnen und Kandidaten mit unseren Prüffragen zur Kommunalwahl stellen.

Nach zwei Jahren als Vorsitzende wechselte Sibylle Bollgöhn in die Rolle der stellvertretenden Vorsitzenden. Anfang März wurde die frühere Stellvertreterin Barbara Schmidt zur neuen Vorsitzenden des SBR gewählt. Die bewährte, enge Zusammenarbeit setzt sich also fort. Gemeinsam mit den anderen Beiratsmitgliedern Ulrich Mädge, Heyner Heyen und Petra Sarnes arbeiten sie daran, dass Lüneburg sich weiter zu einer altersfreundlichen Stadt entwickelt.

Seniorinnen und Senioren wollen in dieser Stadt selbstbestimmt, als Teil der Stadtgesellschaft und in Würde ihr Leben leben können.

Eine altersfreundliche Stadt stärkt nicht nur das Leben älterer Menschen, sondern fördert Lebensqualität für jung und alt und das Miteinander der Generationen.

© Fotos: Pixabay Beispielfoto


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