Umweltschützer wollen Feuerwerk verbieten — Lichterglanz gehört zum Volksfest
von Carlo Eggeling am 25.03.2026Die Sorge um den Kalkberg treibt Umweltschützer seit Jahrzehnten um, Feuerwerke auf den Sülzwiesen würden Fledermäuse und Vögel stören, die auf dem zerklüfteten Gipshut zu Hause sind. Jetzt haben die Organisationen BUND und Nabu im Rathaus eine Petition an Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch übergeben. Die Forderung, die gut tausend Unterschriften trägt: Zum Frühjahrsmarkt und zum Oktoberfest solle es kein Feuerwerk mehr geben. Die Initiatoren meinen: „Vor allem die Licht- und Knalleffekte haben besonders negative Auswirkungen auf die geschützte Tierwelt." Haustiere litten auch. Zudem haben sie die Befürchtung: Brennende Raketen- und Böllerteile könnten Schäden an Häusern und in Gärten anrichten. Eine Alternative sei eine Drohnenschau wie kurz zu Weihnachten von der Deutschen Umwelthilfe über dem Markt an den Himmel gezeichnet.
Der Schaustellerverband kann die Sorgen nicht nachvollziehen. In den vergangenen Jahren habe man einiges getan, um Auswirkungen der Volksfeste für den Kalkberg zu reduzieren, sagt Verbandschef Benno Fabricius. Fahrgeschäfte und deren Scheinwerfer habe man aunders ausgerichtet. Beim Feuerwerk sei man quasi leiser geworden, weil anderes Material eingesetzt werde. Auch leuchten die Effekte über dem Platz und nicht über dem rund 60 Meter hohen Hügel.
Die Schausteller verweisen zudem auf Untersuchungen ihrer Standesorganisation, die beispielsweise die Feinstaubbelastung als relativ gering einschätzen: "Ein Höhenfeuerwerk mit Kilo Nettoexplosivmasse erzeugt circa 34 Kilo CO2 – das entspricht dem Abbrand von 10 Kilo Grillkohle." Die professionellen Feuerwerker, die sie engagieren, kümmerten sich darum, dass Abfall entsorgt werde.
Die Schausteller freuen sich jedes Mal auf Tausende Gäste auf den Sülzwiesen, die zuschauen und Abertausende, die sich den Lichterzauber von zu Hause aus beobachten. "Feuerwerk gehört zum Volksfest dazu", sagt Fabricius. "Es ist ein Dankeschön von uns ans Publikum."
Nabu und BUND meinen, die Stadt Lüneburg möge ein Zeichen und auf Drohnen setzen. Die Unternehmer der rollenden Betriebe halten dagegen: "Das Feuerwerk bezahlt nicht die Stadt, sondern wir." Es geht auch um Geld: Das klassische Feuerwerk schlage mit rund 3500 Euro zu Buche, die Drohnenschau koste deutlich mehr als 10 000 Euro und je nach Aufwand auch zwei- bis dreimal so viel. Auch locke das Feuerwerk am Freitagabend viel auf den Platz -- ein Wirtschaftsfaktor in Zeiten, in denen die Branche zu kämpfen hat
Die Reaktionen auf die Drohnen-Alternative im Dezember fiel eher bescheiden aus. Die 200 Flieger waren für viele schlecht zu sehen, zudem hätten sie nicht den Effekt erzielt wie ein klassisches Feuerwerk. Wie berichtet, hatte die Deutsche Umwelthilfe zu einem Spektakel in die Innenstadt gebeten.
Am Ende muss die Politik entscheiden, ob und wie es künftig zweimal im Jahr über Lüneburg leuchten darf. Carlo Eggeling
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