Lüneburg, am Montag den 20.04.2026

Urzeitliche Holzkohle beleuchtet den Umgang früher Menschen mit Feuer

von Leuphana Universität Lüneburg am 20.04.2026


Ein internationales Forschungsteam unter der Mitwirkung von Prof. Dr. Brigitte Urban von der Leuphana Universität Lüneburg hat in der Fachzeitschrift Quaternary Science Reviews neue Einblicke in das Leben früher Menschen am Acheuléen-Fundplatz Gesher Benot Ya'aqov (GBY) in Israel veröffentlicht.


Durch die Analyse von rund 266 außergewöhnlich gut erhaltenen Holzkohlefragmenten konnten die Wissenschaftler*innen zeigen, wie unsere Vorfahren vor etwa 780.000 Jahren die Reste verschiedener Pflanzen als Brennmaterial für ihre Feuer nutzten.


Die Ergebnisse belegen: Homininen am Ufer des prähistorischen Hula-Sees sammelten gezielt Treibholz, unter anderem von Esche, Weide, Olivenbaum, Pistazie und sogar Granatapfel – das ist der älteste Nachweis für diese Art im Nahen Osten. Die Auswahl des Feuerholzes richtete sich vor allem nach dem Angebot am Seeufer.


„Die Studie zeigt außerdem“, erklärt Professorin Urban, „dass Feuer eine zentrale Rolle im Alltagsleben der Homininen spielte: Es diente nicht nur zum Kochen – so fanden sich Holzkohlereste zusammen mit Fischknochen und Ansammlungen verbrannter Feuerstein-Mikroartefakte –, sondern auch zum Schutz und zur Lebensmittelverarbeitung.“


Die Forschenden betonen, dass die stete Verfügbarkeit von Feuerholz ein wichtiger Faktor für die wiederholte Platzwahl der Homininen am Seeufer war. Die Ergebnisse unterstreichen die fortschrittlichen Fähigkeiten früher Menschen im Umgang mit Feuer und Ressourcen.


© Fotos: Leuphana Universität Lüneburg


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