Von der Herausforderung, Helfern zu helfen
von Carlo Eggeling am 21.05.2026Tu' Gutes und sprich darüber. Gar nicht so einfach, wenn man zum ersten Mal für ein Anliegen werben soll. Henry Drewes und Friedrich Zechendorf, haben sich das vorgenommen als "Herausforderungsprojekt", das heißt wirklich so. 15 und 13 Jahre jung sammeln sie für ein Projekt für Straßenkinder in Kenia. Sie wollen in Lüneburg Hamburg und Hannover einen Stand in Fußgängerzonen aufbauen, sie haben Firmen angeschrieben und um Termine gebeten. Wie es so ist, wenn man an das Geld anderer Leute möchte, die sind skeptisch bis ablehnend. Entmutigen lassen gilt nicht, finden die beiden Schüler des privaten Gymnasiums Lüneburger Heide. Bei mir haben die Jungs Druck gemacht. Ich konnte nicht anders und bin nach Melbeck gefahren.
Die Geschichte geht so: Die Familie Drewes hat seit Jahrzehnten eine Verbindung nach Kenia. Henrys Großvater und Vater engagieren sich dort für das Furaha Phönix Kinderhaus. Dort finden Jungen ohne Familie eine Bleibe, mit einem ähnlich gelagerten Projekt für Mädchen arbeite man zusammen. In den Häusern leben rund 50 Jungen, sie haben dort ein Zuhause, werden schulisch betreut, einige besuchen eine öffentliche Schule im Ort, der nahe der Mombasa liegt. Nach der Schule haben die Jugendlichen die Chance, einen handwerklichen Beruf zu lernen.
Das Anliegen finden Henry und Friedrich gut. Als es darum ging, sich eine Herausforderung im Rahmen einer schulischen Veranstaltung zu suchen, war für sie klar: Es ist nicht einfach, mit Unbekannten Kontakt aufzunehmen und sie zu überzeugen. Den ersten Anlauf erledigten sie quasi im geschützten Rahmen, nämlich bei einem Tag der offenen Tür des Gymnasiums. Sie seien von einigen abgewiesen worden, andere hätten sie mit Fragen gelöchert, erzählen die beiden. Doch sie müssen überzeugend gewirkt haben: Es seien mehr als 4000 Euro zusammengekommen, ein Teil davon als Dauerauftrag einer monatlichen Zuwendung.
Bei den Anschreiben an mehr als zwanzig Firmen lief es oft enttäuschend. "Viele haben gar nicht geantwortet oder mit wir melden uns -- ohne sich zu melden", berichtet Friedrich. Die beiden gucken sich an. Henry sagt: "Wir müssen noch üben zu überzeugen." Trotzdem geben sie nicht auf und setzen darauf, mit Powerpoint-Präsentationen in Unternehmen eingeladen zu werden. Sie nutzen dafür unter anderem Kontakte ihrer Freunde, die einen kennen, der einen kennt.
Hart dürfte es auf den Straßen werden. Denn da stehen viele, die für Anliegen werben, die Bares möchten. Selbstverständlich gehen sie optimistisch an die Sache ran. Ihr stellvertretender Schulleiter, Dr. Timo Lüth, betont, dass die beiden begeistert dabei sind -- wie auch andere in der Klassenstufe 9 in ihren Vorhaben. Begleitet werden die Teams von einem Lehrer, doch agieren müssen sie selber. Und dabei eben etwas machen, was ihnen nicht leicht falle. Wenn man so will: Nicht für die Schule lernen wir, sondern fürs Leben.
Finden Henry und Friedrich gut. Vor allem finden sie es gut zu helfen, sich für andere einzusetzen. Sie bitten auch über diese Seite um Spenden, die 1 : 1 weitergegeben werden, ohne einen Abzug für Verwaltung. Einen Wunsch haben die beiden langfristignoch: Sie würden gern einmal in Kenia sehen, wie die Jungen dort leben und ihre Chancen nutzen. Carlo Eggeling
Das Foto zeigt Henry und Friedrich vor ihrer Schule.
Mehr Informationen unter
www.phoenix-kinderhaus.de
Wer helfen möchte:
FURAHA PHÖNIX Kinderhaus e.V.
Spendenkonto
IBAN: DE 83 2007 0024 0036 3606 00
BIC: DEUTDEDBHAM (Hamburg)
Deutsche Bank Hamburg
Betreff: Herausforderungsprojekt
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