Wehr organisiert sich neu + 70 Jahre Feuerwehrmann
von Carlo Eggeling am 09.03.2026Eigentlich sollte die Feuerwache Ost in diesem Jahr nahe des Johanneums stehen, Baumaschinen sind bis heute nicht in Sicht. Nun geht das Rathaus davon aus, dass der Bau Ende 2029 fertig sein könnte. Trotzdem läuft weiter, was mit dem neuen Standort verbunden wird: ein neues Sicherheitskonzept der Feuerwehr. Eine hauptamtliche Wachbereitschaft unterstützt künftig die Ehrenamtlichen, die Brandbekämpfer richten zudem für die Wehr Mitte einen neuen Löschzug ein, den 5. Jetzt wurde er offiziell bei der Jahresversammlung gegründet.
Mehr als 250 Kameraden aus Lüneburg, dem Landkreis und von anderen befreundeten Wehren so wie Vertreter von Polizei, Hilfsorganisationen, Politik und Verwaltung waren an die Lise-Meitner-Straße gekommen. Zur Erinnerung: In Lüneburg passen mehrere Wehren auf die Bürger auf: die Mitte im Lünepark sowie die "Südstaaten", das meint Oedeme, Rettmer und Häcklingen.
Hintergrund der neuen Organisation ist ein Gutachten. Fachleute hatten festgestellt, dass bestimmte Teile der Stadt im Ernstfall nicht in vorgegebenen Zeiten erreicht werden können. Die Folge: ein zusätzlicher Standort im Osten, also nahe der Theodor-Heuss-Straße mit Nähe zum Gewerbegebiet Hafen und der geplanten Autobahn A 39. Auch im Mittelfeld/Oedeme soll es eine kleine Wache geben.
Dafür bedarf es nicht nur der hauptamtlichen Wachbereitschaft, deren Grundstock unter anderem die Gerätewarte sind, diese Mitarbeiter decken seit Jahrzehnten einen Teil des Alltagsgeschäfts ab. Zusätzlich bedarf es neuer ausgebildeter Feuerwehrleute. Die "Profi"-Abteilung soll schließlich in der neuen Wache stationiert werden.
Dass die Helfer immer stärker gefordert werden, zeigt sich an der Zahl ihrer Einsätze -- 999mal waren sie in 2025 gefordert, berichtete Stadtbrandmeister Rainer Utermöhlen, so oft wie noch nie. Sie erledigten überwiegend alltägliches Geschäft. Denn es gab kaum schwere Stürme oder dramatische Regenfälle, die die Kräfte in anderen Jahren Aberdutzende Male ausrücken ließ.
Mit einem Film dokumentierte die Wehr spektakuläre Vorkommnisse: Das Jahr 2025 begann mit einem Kellerbrand in einem Hochhaus in Kaltenmoor, da der Qualm durch das Treppenhaus wie in einem Schornstein nach oben zog, mussten Bewohner mit der Drehleiter aus oberen Geschossen zu Boden gebracht werden. Brennende Gartenlauben, ein Mann, der unter einer wegbrechenden Mauer eingeklemmt wurde, ein schwerer Unfall am Bahnhof, wo ein Mann vom Bus überrollt wurde, waren nur einige Beispiele.
Die Ausstattung sei gut, neue Fahrzeuge würden beschafft, waren sich Wehr und Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch einig. Sie, Kreisbrandmeister Matthias Lanius wie auch Regierungsbrandmeister Dirk Heindorff sprachen Grußworte. Gut aufgestellt sieht sich die Feuerwehr bei der Nachwuchsarbeit, gute Mitgliederzahlen bei Kindern und Jugendlichen.
Für Gespött unter den Kameraden sorgten neue Dienstgradbezeichnungen, die das Land einführt. Damit verbunden sind neue Schulterstücke und Uniformen. All das würde viel Geld kosten, meinten einige, angesichts leerer Kassen hätte man die Mittel besser einsetzen können.
Teil der Versammlung ist traditionell die Sitzung des Stadtfeuerwehrverbandes, des Fördervereins der Wehr. Rolf-Rüdiger Rinke gab sein Amt als Kassenwart nach einem Dutzend Jahren ab, für seine Leistung, er vereinfachte als Bankfachmann Kontoführung und Zahlungsabläufe, erhielt er viel Anerkennung sowie die Niedersächsische Feuerwehrehrenmedaille. Seine Nachfolge tritt Susanne Glohr an.
Weitere Ehrungen standen auf dem Programm. Sage und schreibe 70 Jahre ist Manfred Westermann Mitglied der Feuerwehr. Applaus für den 95-Jährigen, der 1995 in den 2. Zug eintrat. 50 Jahre dabei sind Ernst-Dieter Podehl, Norbert Vogel, Jürgen Gause und Lutz Rosenkranz, 40 Jahre Heiko Behrens, Jörg Förster und Stadtbrandmeister Rainer Utermöhlen. Carlo Eggeling
Fotos:
Neue Schulterstücke und neue Dienstgradbezeichnungen -- Gruppenbild für die neue Ordnung
Ehrungen standen auf dem Programm für langjährige Mitgliedschaft.
Manfred Westermann ist seit 70 Jahren dabei. Kreisbrandmeister Matthias Lanius übergibt die Ehrenurkunde.
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