Wenn es im Wald brennt
von Feuerwehr am 20.04.2026Feuerstellen im Wald bei Neu Sülbeck sind zu sehen, große geländefähige Feuerwehrfahrzeuge schnellen zum Einsatz. Am 18. April nur eine kommunale Übung der Landeseinheit zur Vegetationsbrandbekämpfung, aber die letzten Jahre zeigen es: Es lohnt sich auf Vegetationsbrände vorzubereitet zu sein.
Die GFFF-V Einheit IV Lüchow-Dannenberg und Lüneburg besteht aus Einsatzkräften beider Landkreise und hat Fahrzeuge in unterschiedlichen Kommunen verteilt. GFFF-V steht für Ground Forest Firefighting using Vehicles. Die Tanklöschfahrzeuge französischer Bauart (CCFM 3000 „Niedersachsen“), die speziell für Wald- und Vegetationsbrände ausgestattet und konstruiert sind, stehen in Bleckede, Quickborn, Gorleben und in Wendhausen (Ostheide). Es sind weiter ein Kommandowagen in Reppenstedt und ein Gerätewagen-Logistik in Gartow stationiert.
Diese Fahrzeuge können und werden auch vor Ort eingesetzt, sind aber so standardisiert, dass man die ausgebildeten Kräfte europaweit auf diesen Fahrzeugen einsetzen kann. Dazu braucht es viel Übung und Vorbereitung aller in dieser Einheit. Zugführer Olaf Wildung unterstrich: „Das ist Handwerk, was wir hier machen. Man muss selbst Entscheidungen treffen und an Tagen wie heute Erfahrungen sammeln.“
Um dies zu gewährleisten hatte der stellv. Zugführer Torben Stolte vier Stationen im Bilmer Strauch ausgearbeitet. Angenommen wurde ein Feuer kommend aus Richtung des Elbe-Seitenkanals mit Wind im Rücken bei sommerlichen Temperaturen. An den Stationen galt es, schnell Glutnester mittels Handwerkszeuges und Wasser zu löschen oder an Hängen zu arbeiten und das Kuppeln unter Druck stehender Schläuche zu üben. Zur Verteidigung von Gebäuden wurde der weithin sichtbare Funkturm bei Neu Sülbeck als Übungsobjekt genutzt. Im Ernstfall hätte man hier ggf. Brandlast mittels Motorsäge entfernt, im Übungsfall deutete man dies natürlich nur an.
Auch das Abgeben von Wasser bei langsamer Fahrt des Fahrzeugs, dem sogenannten Pump and Roll, übten die Einsatzkräfte. Hierbei ist die Kommunikation entscheidend: Sieht der Fahrende die Person am Strahlrohr nicht mehr, ist sofort zu stoppen.
Ein wenig Fahrtraining gehörte daher auch dazu. Das Rückwärtsfahren im unübersichtlichen Gelände war zu absolvieren, da im Ernstfall die Einsatzstelle ggf. so angefahren wird. Damit ist eine Flucht nach vorn möglich und gibt Sicherheit.
Bei der handwerklichen Arbeit kamen alle Teilnehmenden ins Schwitzen, weshalb zu Recht vorab auf das regelmäßige Trinken hingewiesen wurde. Im Falle eines Vegetationsbrandes herrschen in der Regel weitaus höhere Temperaturen und eine länger andauernde körperliche Belastung. Man rechnet etwa einen Liter Wasser je Stunde pro Person.
Torben Stolte gab sich am Ende zuversichtlich: „Ziel der Übung war es, die Grundtätigkeiten bei Vegetationsbränden, die Kommunikation untereinander und das selbständige Entscheiden zu üben. Wir gehen hier alle mit Erkenntnissen raus und haben etwas gelernt. Vielen Dank allen Beteiligten.“
Herzlicher Dank gilt an dieser Stelle auch den Niedersächsischen Landesforsten und der DFMG Deutsche Funkturm GmbH für die Bereitstellung der Übungsflächen und die Unterstützung.
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