Wer darf was auf dem Kreideberg — Streit um Ganztagsangebot
von Carlo Eggeling am 23.05.2026Das Konzept gibt es seit 2016, es wurde überarbeitet, aus Sicht der Eltern mit Beteiligung der Stadt, da ein Mitarbeiter des Schulamtes mit am Tisch saß. Im März sei man davon ausgegangen: läuft. Doch nun heiße es, geht nicht. Die Ideen seien keine Lösung. Ruck zuck müsse etwas Neues her, um ein Betreuungsangebot der Ganztagsschule umzusetzen -- die Väter und Mütter der Grundschule vom Kreideberg, die zu einem Treffen mit LA gekommen sind, reagieren fassungslos bis frustriert.
Bekanntlich wollen Rathaus und Politik etwas Gutes, eben eine Betreuung über die Unterrichtszeiten hinaus. Lautet die Vorgabe des Landes, das Angebot beginnt in Klassenstufe 1 und werde dann Jahr um Jahr ausgeweitet, Lüneburg möchte für alle vier Jahrgänge diese Form der Betreuung gleich umsetzen. Genau das loben Miriam Kaschel für den Stadtelternrat und Marco Sievers für den Kreiselternrat. Im Sozialdezernat gäben sich die Mitarbeiter viel Mühe, alles gut umzusetzen. Doch am Kreideberg hakt es.
Denn dort nutzt die IGS Räume der Grundschule, die Integrierte Gesamtschule wird um die Oberstufe erweitert, Bauarbeiten laufen. Allerdings, so empfinden es die Eltern in der Runde, bestimmen die Gäste, wie sie ihre Grundschule nutzen wollen, das täten sie seit mehr als zehn Jahren, damals als Christiani-Realschule. Die Grundschule möchte ihre Mädchen und Jungen jahrgangsweise zusammenfassen samt Gruppenräumen, bräuchte dafür, einfach gesagt, jeweils eine Etage. Da die IGS einen ähnlichen Ansatz verfolge und mit angebotenen ausgebauten Räumen im Keller nicht einverstanden sei, gehe das Konzept nicht auf. Die Väter und Mütter empfinden es zudem als nicht gut, wenn Grundschüler mit pubertierenden Teenagern im Dauerkontakt sind, eine Trennung wäre pädagogisch wünschenswert und sinnvoll.
Dazu kommt, dass man gern eine Mensa hätte, in der die Kinder Mittag essen können, dort läge aber ein Raum für Naturwissenschaften -- geht nicht, weil die IGS den haben möchte.
Sozialdezernentin Gabriele Scholz habe bei einem Treffen wenig Gesprächsbereitschaft gezeigt und den Eltern gegenüber von einer "Übergangslösung" gesprochen. Ohne Zeitrahmen. Zur Erinnerung: Beim Schulneubau ist die Rede von zwölf Jahren Bauzeit.
Als man in den Schulausschuss gegangen sei, um die Politik aufmerksam zu machen, habe man sich von Frau Scholz erneut abgebügelt gefühlt. Politiker verschiedener Fraktion hingegen seien offen für ein Gespräch gewesen. Genau das wollen die Eltern nutzen und laden zu einem Informationsabend ein, bei denen die Ratsfraktionen Stellung beziehen können.
Ein anderer Wunsch: Neben der Stadt, die für Räume und Betreuung verantwortlich zeichnet, ist das Regionale Landesschulamt für das Personal zuständig. Mütter und Väter finden, es müsse einen Kreis geben, in dem Behörden, Schulleitungen und Eltern beider Schulen nach einer Perspektive suchen.
Nachfrage im Rathaus, wie sieht man die Sache dort? Die Antwort: "Die Unzufriedenheit der Eltern ist der Verwaltung bekannt. Es ist der Verwaltung ein Anliegen, eine Lösung zu finden, die den Interessen beider Schulen gerecht wird und die auch umsetzbar ist. Zu diesem Zweck haben Gebäudewirtschaft und Schulverwaltung in den vergangenen Wochen intensiv versucht, eine Lösung zu finden. Die Eltern waren zu diesem Thema auch zwei Mal im Schulausschuss. Die Mitglieder des Schulausschusses haben deshalb in Absprache mit der Verwaltung beschlossen, den Eltern ein gemeinsames Gespräch mit dem Schulleiter und der Verwaltung anzubieten. Der RLSB ist auch eingeladen. Die Terminfindung läuft aktuell noch."
Die Zeit drängt, in nicht einmal einem Vierteljahr soll die Betreuung laufen. Carlo Eggeling
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