Lüneburg, am Montag den 09.03.2026

Zwei Gewinnsätze gegen Poitiers reichen fürs Halbfinale

von SVG am 09.03.2026


Der 3:1-Erfolg im Hinspiel schmeckt, aber noch ist der Kuchen nicht gegessen. Unter dieser Prämisse tritt die SVG Lüneburg an diesem Dienstag (20 Uhr) zum Viertelfinal-Rückspiel im CEV Cup bei Alterna Stade Poitevin Volley-Ball im west-französischen Poitiers an. Mit einem „Nachschlag“ von zwei gewonnenen Sätzen wäre das Halbfinale perfekt – aber das kann noch ein weiter Weg werden.
Ein weiter Weg war es für die LüneHünen auch Richtung französischer Atlantikküste. Den nahmen sie gleich vom Bundesligaspiel in Freiburg aus per Bus in Angriff, 800 Kilometer aus dem Breisgau, nach einer Kraft-Trainingseinheit in einem Fitness-Studio am Sonntag vor Ort. Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt die SVG auch das Rückspiel, ist sie weiter. Verliert sie 2:3, dann ebenfalls. Dann hat sie die drei Punkte aus dem Hinspiel plus einen aus dem zweiten Duell. Gewinnt Poitiers 3:1 oder 3:0 herrscht Gleichstand. Dann muss ein Golden Set (wie ein Tiebreak, bis 15 Punkte bei 2 Abstand) entscheiden.

SVG will Nervenkitzel
möglichst vermeiden

Diesen Nervenkitzel boten die Franzosen ihren Fans im Achtelfinale, verloren erst bei Dinamo Bukarest 0:3, gewannen dann daheim 3:0 und anschließend einen dramatischen Golden Set mit 16:14. Deshalb haben die „All blacks“ auch noch keineswegs aufgegeben. Schon nach dem 1:3 in Lüneburg formulierte der Ex-LüneHüne Pearson Eshenko eine Kampfansage für das zweite Aufeinandertreffen: „Es ist noch nicht vorbei. Nächste Woche kommen wir stärker zurück.“ Aber Erfahrungen mit dem Golden Set hat ja auch die SVG, schaltete so im Vorjahr im Playoff zum Viertelfinale der Champions League Berlin aus. Und erinnert sei auch an das legendäre Halbfinale im CEV Cup 2023/24 gegen Izmir.

Vor so einem erhofften epischen Kampf setzte Poitiers am Wochenende erst einmal seinen Erfolgsweg in der Liga fort, festigte Platz 4 mit einem 3:2-Heimerfolg gegen Sète (6.). Der Gegner - mit Gage Worsley und Lorenz Karlitzek – führte dabei schon 2:0 nach Sätzen, dann nahm Chefcoach Daniel Lewis zwei entscheidende Wechsel vor. Im Diagonalangriff musste Kevin Kobrine weichen (nur 6 Punkte), für ihn kam – wie schon in der LKH Arena – Dusan Nikolic. Der serbische Nationalspieler punktete noch 20 Mal (57% Erfolgsquote) und wurde MVP. Und in den Mittelblock rückte für den wirkungslosen Eshenko dauerhaft Jung-Nationalspieler Simon Magnin und sammelte noch 7 Zähler.

In Lüneburg hatte Magnin krank gefehlt, Nikolic war auch da nach zwei Sätzen gekommen und hatte mehr Gefahr ausgestrahlt als vorher Kobrine (8 Punkte). Vielleicht läuft der 2,07-Meter-Mann, der meist nur Ersatzmann ist, nun von Beginn an auf – die SVG ist hinreichend gewarnt. Zu beachten sein wird aber auch wieder Außenangreifer Thomas Pujol, im Hinspiel Bester bei Poitiers (20 Punkte), im Ligaspiel jetzt gerade zum wiederholten Mal Topscorer (23). Dabei knackte er auch die 400-Punkte-Marke in dieser Saison.

Um in der Arena „Salle Frédéric Lawson-Body“ zu bestehen, braucht die SVG sicher eine ähnliche Leistung wie im Hinspiel, wo nahezu alle Spielelemente sehr gut bis überragend waren. Gerade der Aufschlag ist jetzt auch wieder eine Waffe, wie auch im Freiburg-Match zu beobachten war, als z.B. Ethan Champlin im zweiten Satz drei Asse in Folge gelangen, wobei er sich bei seiner Aufschlagserie auch von einer Auszeit nicht aus dem Takt bringen ließ. Positiv auch, dass sich Jesse Elser nach langer Pause eindrucksvoll zurückmeldete, sodass Viel-Spieler Daniel Gruvaeus mal aussetzen konnte. Der Mann für oft entscheidende Punkte (Satzball, Matchball) stand bisher fast immer auf dem Court.

Kommen die LüneHünen weiter, treffen sie laut seit langem feststehendem Baum im Halbfinale – zuerst auswärts - auf den Gewinner aus Greenyard Maaseik gegen Galatasaray Istanbul. Die Belgier gewannen das Hinspiel in der Türkei 3:2, Match zwei findet am späten Mittwochabend statt. Das Halbfinale ist dann angesetzt in der übernächsten Woche zwischen dem 24. und 26. März, das Rückspiel steigt in der Woche darauf vor Ostern. Dieser Termin liegt dann auch schon mitten in der Playoff-Phase der Bundesliga, wo das Viertelfinale am 28. März beginnt.

Ein Streaming des SVG-Spiels gibt es bedauerlicherweise nicht.
(hre)

Europacup-NEWS
Mit der Bürde einer 0:3-Heimniederlage reisen die Berlin Recycling Volleys zum Viertelfinal-Rückspiel im CEV Cup nach Italien zu den Gas Sales Bluenergy Piacenza Mi., 19.30 Uhr). Die Italiener verloren zum Auftakt der Playoffs am Wochenende das erste Viertelfinale 2:3 in Modena. Dabei sammelte Weltklasse-Mittelblocker Robertlandy Simon, der in Berlin noch gefehlt hatte, 10 Punkte.
Bundesliga-Spieltag zusammengefasst
Auf der Zielgeraden der Hauptrunde zeichnen sich die ersten Entscheidungen ab. So sind nach Dürens Niederlage Berlin und die SVG nicht mehr von den ersten beiden Plätzen zu verdrängen, geht man mal davon aus, dass die SVG mindestens gegen den VCO noch drei Punkte holt. Die BR Volleys taten sich aber schwer beim 3:0 in Haching und beklagten den Ausfall des verletzten Moritz Reichert (umgeknickt).

Für Giesen, das in Dachau einen Punkt liegen ließ, ist Rang 4 wohl nicht mehr zu erreichen. Im Kampf um die weiteren Playoff-Plätze feierte Herrsching einen wichtigen Dreier im direkten Duell gegen die Netzhoppers, die zudem das schwerste Restprogramm haben. So muss Freiburg nun am nächsten Spieltag zwingend Herrsching schlagen, um noch eine Chance auf Platz 8 zu haben.

Und im Abstiegskampf sind die Chancen von Warnemünde durch das 1:3 in Karlsruhe weiter gesunken. Hier könnte es am letzten Spieltag zu einem echten Finale gegen Mitteldeutschland kommen.


Kapitän Ben-Simon Bonin, stets einer der
besten Scorer Ludwigsburgs, hat mit dem
Neuling nach dem 14. Sieg im 26. Spiel
die Playoffs so gut wie erreicht.
Foto: Shots/VBL
Die Spiele vom Wochenende:
FT 1844 Freiburg - SVG Lüneburg 0:3
(20:25, 18:25, 19:25)
84 Min., 1500 Zuschauer (ausverkauft)
MVP: Champlin (SVG)
Scorer: Figy, Mills (je 7), Rudolf, Jung, Klehm (je 4), Harms, Frohberg, Kristjanson (je 3), Hartmann, Brentel (je 2) – Champlin (21), Enlund (12), Elser (11), Howe (9), Young (1)

Netzhoppers KW - VC Olympia Berlin 3:0
(25:19, 25:12, 25:19)
69 Min., 657 Zuschauer
MVP: Homberger (KW)
Beste Scorer: Homberger (13), Olfert (7), Borchard, Möller, Lipscomb (je 6) – Schmiedeke (6), Eichborn, Lenz (je 5)

TSV Haching München - Berlin Recycling Volleys 0:3
(23:25, 24:26, 21:25)
84 Min., 893 Zuschauer
MVP: Krage-Brewitz (Berlin)
Beste Scorer: Milovanovic (14), Zhbankov (10), Klajmon (8) – Plaskie, Hanes (je 10), Flexen, Krage-Brewitz (je 7)

VC Olympia Berlin - VfB Friedrichshafen 0:3
(16:25, 18:25, 17:25)
66 Min., 88 Zuschauer
MVP: Kohn (VfB)
Beste Scorer: Fritsche (8), Vähning, Lenz (je 6) – Hobus (16), Kohn (15), Chavers (9)

Netzhoppers KW - WWK Volleys Herrsching 1:3
(25:21, 22:25, 18:25, 17:25)
94 Min., 682 Zuschauer
MVP: Uhl (Herrsching)
Beste Scorer: Olfert (15), Homberger (12), Timmermann, Lipscomb (je 10) – Uhl (24), Welsch (14), Bryan Avila (9)

ASV Dachau - TSV Giesen Grizzlys 2:3
(20:25, 19:25, 25:16, 25:22, 12:15)
109 Min., 300 Zuschauer
MVP: Büchi (Dachau)
Beste Scorer: Büchi (22), Besenböck (20), King (14) – Rura (20), Kessel, Migge (je 17)

Baden Volleys Karlsruhe - SV Warnemünde 3:1
(25:19, 18:25, 25:21, 25:21)
101 Min., 638 Zuschauer
MVP: Obi (Karlsruhe)
Beste Scorer: Obi (24), Benz (15), König (9) – Krabel (21), Wawrzyniak (8), Schröder (7)

Barock Volleys Ludwigsburg - powervolleys Düren 3:0
(25:23, 25:23, 25:18)
89 Min., 724 Zuschauer
MVP: Klok (Ludwigsburg)
Beste Scorer: Omene (16), Bonin (10), Diefenbach, Huber (je 7) – Baghdady (14), Canham (6), Tijhuis, Tyynismaa, Poole (je 5)

Volley GOATS Mitteldeutschland - VfB Friedrichshafen 0:3
(23:25, 22:25, 21:25)
82 Min., 812 Zuschauer
MVP: Peter (VfB)
Beste Scorer: Borchert, Wieter, Wehry (je 7) – Hobus (15), Cacic, Peter (je 13)

NEWS aus der Liga
Die Gerüchte kursierten im Münchner Umland schon länger, am Wochenende machte sie der „Münchner Merkur“ öffentlich, nun machten es die beteiligten Vereine offiziell: Die WWK Volleys Herrsching und der TSV Haching München fusionieren zur neuen Saison mit ihren Profi-Abteilungen zu den WWK Volleys München, wollen so die Kräfte bündeln, um mittelfristig ganz oben anzugreifen. Auch der ASV Dachau war als dritter Verein des Zusammenschlusses im Gespräch.

Nach sechs Jahren Abwesenheit hat Süd-Zweitligist TV Rottenburg fristgerecht einen Lizenzantrag für die Bundesliga gestellt und muss sich jetzt noch in den neu eingeführten Playoffs der beiden 2. Ligen (ab 28. März) sportlich qualifizieren. Stichtag der wirtschaftlichen Lizenzierung ist der 15. Mai.

In der kommenden Saison braucht der ASV Dachau einen neuen Cheftrainer – Patrick Steuerwald hat seinen Abschied nach fünf Jahren angekündigt.

NEWS aus der Szene
Polen wird nach 2014 und 2022 zum dritten Mal Ausrichter der Männer-WM. 2027 wird das Turnier mit 32 Teams in Danzig, Kattowitz, Lodz und Olsztyn sowie Krakau mit den Entscheidungsspielen ab Halbfinale gespielt.

Der Hauptrunden-Erste Pärnu VK aus Estland hat sich den Gesamtsieg in der Baltic League, einer Spielklasse mit den besten Teams der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen, gesichert, gewann im Finale 3:2 gegen RTU Jurmala (Lettland).

In einem Hauptstadtduell hat sich SK Tirana den Pokalsieg in Albanien durch ein 3:1 (25:22, 21:25, 25:20, 25:22) gegen Titelverteidiger Partisani Tirana geholt.

© Fotos: SVG


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