Eine Woche Radeln in Lüneburg

im Juli 2019

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“
Matthias Claudius, Urians Reise um die Welt

Heute ein Radfahrerbericht, der in der vergangenen Woche Lüneburg bereist hat

Normalerweise würde ich zu dieser Thematik keinen Leserbrief schreiben, gäbe es nicht diese besonderen Erlebnisse, die einem beim Radfahren in unbekannten Ortschaften eher selten auffallen bzw. widerfahren.
Seit vielen Jahren führen wir, meine Partnerin und ich, sternförmige Radtouren in und um andere Städte durch - diesmal entschieden wir uns für die Hansestadt Lüneburg.
Eine entsprechende Ferienwohnung in zentraler Lage war rasch gebucht, interessante Ziele für unsere täglichen Radtouren standen ebenso fest, wie die dort von Reiseführern (z.B. Baedeker) empfohlenen Sehenswürdigkeiten, und die E-Bikes waren technisch wie optisch vorbereitet. Ich will es bereits vorwegnehmen, an fünf Radfahrtagen - ein Tag war speziell für Lüneburg reserviert - konnten wir wunderschöne Landschaften (einschließlich Ilmenau, Luhe, Elbe und Elbe-Seitenkanal), interessante Ortschaften (Lauenburg, Salzhausen, Bienenbüttel, Oldendorf, Bardowick usw.) mit ihren dekorativen Rathäusern und gepflegten Klosteranlagen, den imposanten Kirchen und den feinen Restaurants bzw. Cafés auf uns wirken lassen.

Wir haben aber auch viel Zeit damit verbracht, die Hinweisschilder für Radler bzw. Wanderer zu suchen, denn diese waren zum Teil verschmutzt, zugewachsen oder abgebrochen. Oft fehlten die Kennzeichnungen ganz oder waren so angebracht, dass sie erst auf dem Rückweg sichtbar wurden. Das war besonders bei Abzweigungen und Kreuzungen ärgerlich, da gerade in bewaldeten Gebieten selbst pfadfinderische Intuition nicht immer hilfreich war. Trotzdem sind wir an den fünf Tagen gut 250 km geradelt, denn es gab immer wieder nette, aufmerksame Bürger, die uns mit ihren Hinweisen und Tipps auf den rechten Weg brachten.

Immerhin wurden wir bei unseren Radtouren im Großraum Lüneburg von den motorisierten Verkehrsteilnehmer angenehm überrascht. Ob auf Stadt- oder Landstraßen, ob mit oder ohne Radweg, beim Kreisverkehr oder an Kreuzungen, fast alle Autofahrer gingen mit Radlern und Fußgänger bemerkenswert umsichtig und vorbildlich um. Wir wurden erst dann überholt, wenn die Fahrzeugführer sicher sein konnten, dass sie den Seitenabstand von mindestens 1,50 m wirklich einhalten konnten. Beim Kreisverkehr oder an Kreuzungen beanspruchten die Autofahrer ihr Recht auf Vorfahrt nur, wenn dadurch für die Fußgänger, die Radfahrer keine Gefahrensituationen entstehen konnten. Provokante, ungeduldige oder gar aggressive Autofahrer sind uns bei den Radtouren, den Wanderungen, den Spaziergängen in und um Lüneburg eher nicht begegnet.
Diese lobenswerten Verhaltensweisen im Straßenverkehr nennt man wohl „gegenseitige Rücksicht“ (vgl. StVO §1, Abs.1) - leider ist das andernorts vielen Verkehrsteilnehmern offenbar nicht mehr gegenwärtig!


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